FBK-Bündnisse für Bildung

 

 

 

Kurzinformationen zu fünf neuen Leseförderungsprogrammen

im Rahmen des Fördervorhabens „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“

 

Im April 2013 starteten die ersten Maßnahmen des neuen Fördervorhabens „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das Programm fördert bundesweit Angebote kultureller Bildung für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche. Bis zu 230 Mio. Euro stehen über die kommenden fünf Jahre zur Verfügung für Formate aller künstlerischen Sparten, von Tanz und Theater über Literatur und Leseförderung bis hin zu Film und Medien.

Umgesetzt wird das Vorhaben gemeinsam mit 35 bundesweiten Verbänden und Initiativen, die in einem Wettbewerbsverfahren ausgewählt wurden. Darunter ist auch der Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) und vier weitere Akteure aus dem Bereich der Leseförderung. Für Bibliotheken, Leseclubs, Literaturvermittler, Ganztagsschulen, Soziokulturelle Zentren und viele weitere Interessenten besteht die Möglichkeit, sich als Bündnispartner zu bewerben.

Mit der Förderung von Bildungsbündnissen verfolgt das BMBF vier Ziele: Wesentlich ist die Eröffnung neuer Bildungschancen – vor allem für Kinder und Jugendliche, die in einer sozialen, finanziellen oder kulturellen Risikolage aufwachsen. Sie sollen durch die Bündnisse neue Herausforderungen erleben und in Kontakt zu Vorbildern kommen. Zugleich sollen die Bündnisse eine neue soziale Bewegung für gute Bildung anstoßen und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Zukunft der jungen Generation schärfen, indem Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement gestärkt werden. Eine tragfähige Vernetzung unterschiedlicher Bildungsakteure auf lokaler Ebene ist ein weiteres Ziel. Und nicht zuletzt geht es darum, kulturelle Bildung in die Breite zu tragen – genau zu den Kindern und Jugendlichen, die bislang am weitesten von ihr entfernt sind.

Hintergrundinformationen zu „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ mit Hinweisen zu allen Projekten finden sich auf der Website: www.buendnisse-fuer-bildung.de. Hier eine Übersicht der fünf Programme aus dem Bereich der Leseförderung:

 

 

„Literanauten überall“ – Ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche

Initiative des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V.

Die „Literanauten überall“ sind ein Peer-to-Peer-Projekt. Ziel der Initiative ist es, Jugendliche aus bestehenden Lesegruppen entsprechend zu schulen, sie bei der Auswahl geeigneter Bücher bzw. Medien zu unterstützen und ihnen Methoden an die Hand zu geben, damit sie in ihrem Umkreis und mit dazu passenden Maßnahmen auch buch- und bildungsferne Jugendliche erreichen. Mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen „rund ums Buch“ treten die lesebegeisterten Jugendlichen mit Gleichaltrigen in den Dialog und werden so als „Lesebotschafter“ aktiv. Die Wege, um auf Bücher neugierig zu machen und Leselust zu teilen, sind dabei so vielfältig wie die Leseclubs, die sich mit ihren Ideen an der Initiative beteiligen. Ein Bildungsbündnis besteht immer aus mindestens drei Partnern: dem AKJ, dem jeweiligen Leseclub und einem weiteren Akteur vor Ort, z.B. Jugendzentren, internationale Kulturvereine, Ganztagsschulen, Migrationsdienste, Krankenhäuser oder Bibliotheken.

Die Besonderheit des Vorhabens liegt darin, dass sich Jugendliche – im Sinne von aktiver Teilnahme – für andere Jugendliche engagieren, während die beteiligten Erwachsenen im Hintergrund bleiben und die notwendige Fachlichkeit sicherstellen. Leseclubs aus dem gesamten Bundesgebiet sind eingeladen, sich als lokale Bündnispartner beim Arbeitskreis für Jugendliteratur zu bewerben.

Weiterführende Informationen: Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V., www.jugendliteratur.org

Ansprechpartnerin: Bettina Neu, neu@jugendliteratur.org, Tel. (089) 45 80 80 81

 

Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien. Das Konzept des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) in Kooperation mit der Stiftung Digitale Chancen

In dem Projekt wird die Lesefähigkeit von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen von 3-18 Jahren mithilfe digitaler Medien in fünf altersgerechten Maßnahmen gefördert. Deren Interesse an den neuen Medien wird aktiv genutzt, um darüber die Lese-, Informations- und Medienkompetenz zu stärken und fürs Lesen zu begeistern. Ausgangspunkt ist dabei immer eine gelesene Geschichte. Durch den Einsatz digitaler Medien wird dieses Leseerlebnis vertieft, geteilt und kreativ weiterentwickelt. Für die Durchführung der Maßnahmen werden Ehrenamtliche gewonnen, teilweise unterstützt durch Autoren und pädagogische Fachkräfte. Für jede Maßnahme entwickelt die Stiftung Digitale Chancen ein eigenes Curriculum, zu dem die Ehrenamtlichen durch ein entsprechend konzipiertes Qualifizierungsangebot bundesweit kostenlos geschult werden. Die erste Ausschreibung erfolgt voraussichtlich im Juli 2013. Interessierte können sich vorab gerne beim dbv beraten lassen.

Weiterführende Informationen: Deutscher Bibliotheksverband e.V. (dbv), www.bibliotheksverband.de

Ansprechpartnerin: Brigitta Wühr, mailto:wuehr@bibliotheksverband.de, Tel: (030) 644 98 99-13


 

Leseclubs. Mit Freu(n)den lesen. Das Konzept der Stiftung Lesen

Die Stiftung Lesen wird mit jeweils zwei lokalen Bündnispartnern 200 Leseclubs in ganz Deutschland als außerunterrichtliche Lernumgebungen einrichten. Im Leseclub finden freizeitorientierte Angebote zur Leseförderung statt. Hauptzielgruppe sind bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 12 Jahren. Die Leseclubräume werden mit einem breiten, attraktiven und pädagogisch wertvollen Medienangebot ausgestattet. Als lokale Bündnispartner zum Aufbau von Leseclubs kommen prinzipiell z.B. Jugendzentren, Familienbildungsstätten, Bibliotheken, regionale Leseförderungsinitiativen, Schulen im Ganztagsbereich, Mehrgenerationenhäuser sowie Freiwilligenagenturen in Frage.

Interessierte Einrichtungen können sich bei der Stiftung Lesen um einen Leseclub bewerben.

Weiterführende Informationen und Download der Bewerbungsunterlagen: www.stiftunglesen.de/leseclubs

Ansprechpartner: Stiftung Lesen, Wolf Borchers, wolf.borchers@stiftunglesen.de, Tel. (06131) 288 90 26


„Ich bin ein LeseHeld“. Das Projekt des Borromäusvereins. Netzwerk für Katholische Büchereiarbeit zur Leseförderung von Jungen

„Ich bin ein LeseHeld“ ist ein Angebot zur Leseförderung für 4 bis 10-jährige Jungen. Öffentliche Büchereien veranstalten deutschlandweit in Kooperation mit Kindergärten, Schulen, Vereinen und weiteren lokalen Bündnispartnern Aktionen rund ums Lesen – in Bibliotheken und an außer-gewöhnlichen Leseorten. Das Projekt baut auf den Erkenntnissen der Leseforschung auf. Es knüpft an Vorlieben und Interessen der Jungen an: Im Kontext von Bewegung, Spiel und Kreativität soll das Interesse am Lesen gestärkt werden. Öffentliche Büchereien sind eingeladen, sich bei Interesse beim Borromäusverein zu melden.

Weiterführende Informationen: Borromäusverein e.V., www.borromäusverein.de

Ansprechpartnerin: Gunda Ostermann: ostermann@borromaeusverein.de,  Tel. (0228) 72 58 409


„Autorenpatenschaften. Literatur lesen und schreiben mit Profis“ - Eine Initiative des Bundesverbandes der Friedrich Bödecker Kreise e.V.

Der Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise entwickelt im Rahmen von „Kultur macht stark“ die Initiative für ein Autorenpatenschaftsprogramm: Bei jeder einzelnen Patenschaft betreut ein professioneller Autor/eine professionelle Autorin bzw. eine entsprechende Autorengruppe im Rahmen einer lokalen Bündnispartnerschaft eine Gruppe benachteiligter Kinder und Jugendlicher über einen längeren Zeitraum hinweg, bringt diesen Heranwachsenden Bücher nahe, animiert und bestärkt sie im Lesen, fördert Lesemotivation und Lesefähigkeit und führt sie nicht zuletzt ans freie Schreiben und das Vortragen und Publizieren eigener literarischer Texte heran.

Weiterführende Informationen:  www.boedecker-buendnisse.de

 

Ansprechpartner: Jürgen Jankofsky: fbk-kontakt@t-online.de, Tel. (03461) 81 18 94

 

 

 

 

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