Von Weltraumklongs und Watschkahunde – Sprachen, Figuren und Welten schreiben

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Projektdaten:

  • Titel: Von Weltraumklongs und Watschkahunde - Sprachen, Figuren und Welten schreiben
  • Bündnispartner 1: Stadtbibliothek Troisdorf, Kölner Straße 2, 53840 Troisdorf
  • Bündnispartner 2: Trogata Janoschschule, Magdalenenstraße 12A, 53842 Troisdorf
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis NRW, Wülfrather Str. 2., 42579 Heiligenhaus
  • Autorenpatin: Andrea Karimé ist gelernte Grundschullehrerin mit den Fächern Kunst, Musik und Sachunterricht kann auf zahlreiche Veröffentlichungen für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 12 Jahren und viele Auszeichnungen verweisen, u.a. ist sie Trägerin des Österreichischen Staatspreis für Kinderliteratur und des Kinderbuchpreis NRW 2018. Sie führt seit vielen Jahren (interkulturelle) Lesungen und Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche durch, tritt als Geschichtenerzählerin auf und unterrichtet das Fach Kinderliteratur/Ästhetische Praxis an der Hochschule Düsseldorf. Ihre Kenntnisse als examinierte Kunstpädagogin beeinflussen sowohl interdisziplinäre Schreibbildprojekte als auch die Poesieprojekte mit Kindern. Durch längere Auslandsstipendien hat die Autorin, die englische und französisch spricht, Grundkenntnisse in mehreren Migrationssprachen z.B. in Türkisch und Arabisch erworben, die sie in ihre Arbeit mit Kindern aber auch in ihre poetischen Buchsprachen einfließen lässt. In der Schule war die dritte Fremdsprache russisch und Grundkenntnisse in Italienisch und Griechisch sind auch vorhanden. Die Kinderbuchautorin leitet das Projekt.
  • Zeitraum: 01.06.2020 - 31.12.2020
  • Format: Modul 2 (halbjährig)
  • Ort: Troisdorf
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 194


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

  • Folgt

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 194 Folgt

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 194 Folgt

 

Projektbeschreibung

arabischer Schokohund

schoko im mund
danke mein hund
schokran ya kälbi
schoko la bälbi
schoko im mund
danke mein hund

Schokran ya kälbi: arabisch Danke mein Hund

Dies Gedicht (Andrea Karimé: arabischdeutsche wortspielkisten in „Alles aus allem machen. Eine Reise durch die heutige Kinder- und Jugendliteratur“. Herausgegeben von Ulrike Wörner. Ravensburg 2019) ist aus einem Zyklus, den ich arabisch-deutsche Wortspielkisten genannt habe. Das Wort Schokran, arabisch: Danke, löst klangliche Assoziationen an Schokolade aus, und das war die Marschroute für den Text. Ähnlich gibt es in dem Kinderbuch „Kaugummi und Verflixungen“ (Ders. Kaugummi und Verflixungen Wien 2009) die lustige Begegnung zweier Sprachen in Form von Kreativen Missverständnissen. „Anverwandeln“ (Dagmara Kraus in der Radiosendung Kontext. https://www.srf.ch/sendungen/kontext/kuenste-im-gespraech-dagmara-kraus-stimm-klang-blinde-passagiere) nennt Dagmara Kraus ihren kreativen poetischen Prozess des Sprachenmischens. Sie kreiert so mehrdeutige Wörter wie etwa das Vogelmot (Dagmara Kraus: Das Vogelmot schlich mit geknickter Schnute Berlin 2016; ders. Kummerang. Gedichte.Berlin 2012) , gespielt mit dem französischen Wort für Wort. Beides, klangliche Strategien der Übersetzung als auch die Mischung von Sprachen ist soll ein Inhalt dieses Workshops sein.

Initialzündung stellt die Erkundung/Lektüre der genannten Werke dar. Schnell wird zum Erfinden von Wörtern übergeleitet, das zur alltäglichen kommunikativen Praxis von Kindern gehört. Sie betreiben es kompetent und fantasievoll. Über die Bildung von Neologismen hinaus werden die Kinder der Werkstatt inspiriert die mitgebrachten Erstsprachen beherzt mit der deutschen zu mischen und auf den poetischen Gehalt untersuchen. Hierbei sind sowohl Kinder wichtig, die Sprachschatz mitbringen, als auch Kinder, die die Sprachen nicht kennen, denn sie können klangliche Bezüge herstellen und Bedeutungen ergänzen. Zu diesem Zweck habe ich ein Spiel „Übersetzungsmaschine“ entwickelt, mit der lustige neue Wörter aus fremden Sprachen generiert werden können. Von einer guten Wortschöpfung ist es nicht weit zum „Textgeschöpf“ etwa in kleinen Formen wie Haiku oder einer Geschichte. In der ersten Werkstattphase entstehen so ganz spielerisch Sammlungen neuer und alter Wörter, (kurze) lyrische Texte, „Wortspielkisten“ aber auch Reime, Zaubersprüche, Collagen, Rätsel, Fragen, Alphabete und Sammlungen in den verschiedenen Sprachen. Übersetzungsdienste werden ausgetauscht.

Muttersprachliche KünstlerInnen oder Pädagoginnen sollen das Projekt unterstützen. Etwa wird der syrische Geschichtenähler Abdel Jabar El Hamadani, mit dem die Autorin bereits zweisprachige Lesungen durchgeführt hat, eingeladen einen Workshop zu gestalten. Auch die kurdisch deutsche Pädagogin Sibel Martin sowie der iranisch-deutsche Pädagoge Sina Tayadon sind angefragt. An einem speziellen Werkstatttag werden die „Wortspielkisten“ und andere Texte dann als reale Objektkästen/ „Museum meiner Sprachen“ mit Wörtern und Geschichten, Stoffen und anderen Materialien gebaut. Ein Ausflug ins Arp-Museum Rolandseck an einem Samstag mit einem Workshop mit der Künstlerin Eva Wal, wäre ideal und ist angefragt. Im Rahmen der Lesewoche der Trogata könnten die „Museen“ dann präsentiert werden.

„Auf meinem Planeten schaut man ganz genau hin, damit es immer allen gut geht, und darum haben alle ganz viele Augen.“ (Michael Stavaric in: Wortwerk – Publikation der Schreibwerkstätten während des Hausacher LeseLenzes. Hausach 2018)

Der Workshop sieht die Einbindung von Kindern formulierter Schreibinteressen vor, etwa das Schreiben von Abenteuer-, Quatsch- und Fantasiegeschichten. Ich möchte die Kinder ggf inspirieren und unterstützen, in diesem Zusammenhang Figuren zu erfinden/ entwickeln, die in selbstentworfene Welten passen. Hier wird auch wieder die Sprache wichtig. Durch die vorher skizzierten Experimente wird das Erfinden eines passenden Idioms vermutlich einfach sein. Wie geht beispielweise die Sprache der Augenwesen, um bei Stavarics Beispiel zu bleiben? Oder wie sprechen Weltraumklongs? Oder Watschkahunde? Macht er Fehler? Hat er ganz eigene Regeln? Mit Hilfe von vereinfachten Plotstrategien etwa des Märchens oder der Heldenreise entstehen längere Geschichten. Das mündliche Erzählen und Entwickeln von Gemeinschaftsgeschichten soll die Kinder unterstützen, eigene Projekte zu entwicklen Das Ziel, die Buchveröffentlichung, vor Augen schreiben die Kinder in dieser Phase idealerweise an einem längeren Text, aber auch Wörterbücher, Gedichtzyklen oder Tagesabläufe sind möglich.

In letzten 4 Terminen werden die Kinder dann das Performen der Texte zur Buchpräsentation bewusst ansteuern. Für die Abschlussveranstaltung, zu der Kinder, Eltern, Vertretern der Schulen, Stadt und Kulturschaffenden in Troisdorf sowie die Presse eingeladen werden, werden kürzere Texte oder ein Gemeinschaftstext mehrsprachig für die Bühne vorbereitet. Als Höhepunkt präsentieren die Kinder das entstandene und gedruckte Buch feierlich und lesen aus daraus vor.

Zusätzlich könnte es eine kleine Ausstellung in den Fluren der Schule-geben, etwa Geschichtenwände oder -fenster mit Textbildplakaten der Kinder. So wird die ganze Schule mit einbezogen und entstandene Texte noch mal einem größeren kindlichen „Leserkreis“ vorgestellt werden. Außerdem erfahren auf diese Weise alle Kinder auf einer sehr tiefen Ebene einen wichtigen Sinn des Schreibens – neben Selbstausdruck und eigenem Vergnügen –, nämlich die Produktion von Texten für Leser*Innen.

 

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Texte der Autorenpatenschaft Nr. 194


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