Heimatw:orte

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Projektdaten:

  • Titel: Heimatw:orte
  • Bündnispartner 1: Graf-Heinrich-Schule, Hauptstr. 7, 77756 Hausach
  • Bündnispartner 2: Verein zur Förderung des Hausacher LeseLenzes e.V., Hegerfeldstraße 21, 77756 Hausach
  • Bündnispartner 3: fbk Baden-Württemberg e.V., Literatur im Unterricht, Heugasse 13, 73728 Esslingen
  • Autorenpate: José A. Oliver andalusischer Herkunft, wurde 1961 in Hausach (Schwarzwald/Deutschland) geboren, wo er als freier Schriftsteller lebt. Ausgezeichnet u.a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis (1997), dem Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg (2007) und dem Basler Lyrikpreis (2015).
  • Zeitraum: 01.01.2018 - 31.12.2018
  • Format: Modul 1 (ganzjährig)
  • Ort: Hausach
  • Bundesland: Baden-Württemberg
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 62


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 62

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 62

 

Projektbeschreibung

Sprache ist Identität

Wo wir aus den (elenden) Identitätsbeziehungen aufbrechen, schaffen wir jene offene, sich und andere annehmende Sprache, die das Eigene und Fremde im Innern benennt. Dadurch finden wir unseren Wohnort im Sinnbild der Fremde selbst. Zwischen den Stühlen. Als Möglichkeit in beWEGung zu bleiben: w:ORTE, die sagbar w:erden. In sich selber. Im Anderen.

Sprache in ihrer Wirklichkeit und in ihrer Wirkung zu erfahren, die Lust darauf, Sprache aus und in diesen Bezügen zu verdichten und mit Wörtern die Spannung zu erzeugen, die im Wort steht, Wort hält, beschreibt die Herausforderung an der Arbeit mit Schülern, die im Rahmen einer Werkstatt für Lyrik schreiben, aber auch den vielfältigen Stimmen der klassischen, der modernen und der neuen Lyrik begegnen. Das Verschriften, ein sich Her- und Fortschreiben, führt nicht nur ins Eigene, vielmehr eröffnet diese Beschäftigung auch Wege ins Lesen, in die Nachvollziehbarkeit und ins Verständnis literarischer Texte.

Wenn wir schreiben, übersetzen wir. Wir übersetzen das Auge, das Ohr. Wir übersetzen, was wir fühlen, was wir denken. Aber wie und wann entsteht dabei ein Gedicht? Ein Gedicht erklärt nichts, ein Gedicht bittet uns ins Wesentliche.

Die Werkstatt für Lyrik ist diesem Credo auf der Spur, indem wir uns mit jener Sprache beschäftigen, die sich in einem Gedicht schöpft. Im eigenen Schreiben und in den Gedichten anderer. Beidem wollen wir uns stellen. Vielleicht entsteht ja ein Gedicht dabei.

 

Bilder

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Texte der Autorenpatenschaft Nr. 62


Erster Satztropfen

Eines
Tages
gehen
wir
zurück

<

in
den
Dschungel

Luca Giesler


Zweiter Satztropfen

Die
Forscher
starben

und
alle
Phantasietiere
konnten
in
Frieden
leben

Lukas Armbruster


Mischmasch-Haufen

Als der kleine, süße Hundewelpe auf die Welt kam, wurde sofort festgestellt, dass er krank war. Er hatte eine seltsame Krankheit namens Mischmasch-Haufen. Das ist eine Mischung aus Katze und Hund. Ein Mischmasch-Haufen hat einen Hundekopf, Hundebeine und einen Hundeschwanz. Der Körper aber sieht aus wie der von einer Katze.

Wegen dieser Krankheit wollte ihn keiner haben, da seine Überlebenschancen nicht gut schienen. Auch die Besitzerin selber konnte keine weiteren Hunde behalten (außer den eigenen) und beschließt, ihn ins Tierheim zu bringen. Doch das Tierheim hatte auch keinen Platz. Deshalb entscheidet sich auch das Tierheim dafür, ihn nicht zu nehmen. Er wird mit Wasser und Futter in den Wald gebracht...

Am Morgen danach war Quil, so heißt der Welpe, ganz verdattert und schaute sich verzottelt um. Er entdeckte einen riesigen Baum. Mit vielen Ästen. Der Welpe versuchte immer wieder hinauf zu klettern, aber er scheiterte. Nach einer Weile gab er auf und suchte nach Essen. Da er das Futter schon aufgefressen hatte. Auf einem Felsen fand er ganz viel Moos. Natürlich fraß er alles auf. Es schmeckte ihm. Später kam er sogar einen Trinkbrunnen, in den jemand Cola und Kaffee hineingeschüttet haben musste. Quil trank fast alles leer. Danach rannte er wie ein verrücktes Huhn ziellos durch die Gegend.

So ging es einige Wochen lang.

Irgendwann kam er jedoch an einen Bauernhof, wo er von der ersten Stunde an geliebt und verwöhnt wurde. Dass er eine Krankheit hatte, störte niemanden. Er wurde wie ein ganz normaler Hund behandelt. Oder wie eine Katze? Egal.

Sein Leben war danach besser denn je, obwohl er morgens meistens verzottelt aufstand und gleich die Treppe hinunterfiel. Direkt in den Keller. Sein Körperchen stand morgens, immer wenn er aufwachte, irgendwie immer neben dieser verdammten Treppe. Warum? Keine Ahnung.

Aber war er erst einmal im Keller, und das geschah ja jeden Morgen, verkroch er sich einfach in den Wäschetrockner und machte ein paar Drehungen. Sein sogenannter Frühsport. Danach wanderte er in den Garten, erledigte sein Geschäft und biss auf dem Gartenschlauch herum. Dann ging es zu den Kühen, die Quil aber sehr nervig fanden, weil er immer „Wumau“ rief. Eine Mischung aus „Muh“ und „Miau!“ Die Kühe waren von ihm so genervt, dass sie sich umdrehten und ihm ins Gesicht furzten.
Manchmal kam auch der Hofhund dazu. Das endete nie gut. Nach kleinen Raufereien waren immer beide nass.
Naja, beste Hundekatzenfreunde eben...

Ach ja, die witzigste Geschichte von Quil, die muss ich euch noch erzählen. Vor ein paar Tagen gab es einen Regenbogen. Quil wollte die ganze Zeit den Regenbogen fressen. Ich glaube, er hielt ihn für eine Giraffe.

Letizia Happenhofer


Die außer Kontrolle geratene Katastrophe

Am 9. Juli 1936 ogen amerikanische Militär Flugzeuge über Österreich und bombardierten das Land mit Atombomben. Die österreichische Regierung evakuierte die Bevölkerung in Atomschutzbunker, doch leider gab es mehr Bevölkerung als Bunker. Deshalb überlebten nur zwei Millionen Bürger.
...

Dreißig Jahre vergingen, und das Leben in den Bunkern wurde immer schwerer und schwerer, die überlebensnotwendigen Produkte gingen aus, es mangelte an Wasser und Brot. Irgendwann musste jemand trotz der radioaktiv verseuchten Landschaft nach draußen gehen.

Doch draußen gab es noch das Imperiale Militär. Die Soldaten töteten jeden, der sich ihnen in den Weg stellte. Ihr Ziel war es, alle Gruppen von Überlebenden, die sich ihnen nicht anschließen wollten, zu vernichten.

Fast zur gleichen Zeit ereignete sich das Unglück in Tschernobyl, das auch Auswirkungen auf das Leben in Österreich hatte. Das Land war zuvor schon von den Amerikanern verseucht worden. Nun auch noch diese Katastrophe.

Da das Atomkraftwerk in Tschernobyl explodiert war, gab es Mutationen, und es bildeten sich Mutanten. Manche Mutan- ten waren groß und hatten lange Greifarme mit Krallen, und manche waren klein und deshalb flexibler ...

Matthias Baronov

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