Projektdaten:

  • Titel/Thema: Familien-Theater
  • Bündnispartner 1: Stadtbücherei Landsberg, Lechstr. 132 1/2, 86899 Landsberg am Lech
  • Bündnispartner 2: Mittelschule Landsberg, Fritz-Beck-Str.1 , 86899 Landsberg am Lech
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Bayern e.V., Grillparzerweg 4, 85435 Erding
  • Autorenpate: Dirk Walbrecker - deutscher Autor von Kinder- und Jugendliteratur, Drehbuchautor und Hörspielautor
  • Zeitraum: 01.01.2014 - 31.12.2014
  • Ort: Landsberg am Lech
  • Bundesland: Bayern
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 10


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 10

 

Projektbeschreibung

Landsberg am Lech hat ca. 28.000 Einwohner, liegt am Rande Oberbayerns und lebt im Schatten der Großstädte München und Augsburg. Die Schule am Schlossberg hat z.Zt. 565 Schülerinnen und Schüler, davon 25% mit Migrationshintergrund, der Anteil der Kinder aus sozial benachteiligten Familien geht darüber hinaus.

Im Februar finden zwei Autorenbegegnungen als Schnupperkurse statt, um Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gewinnen. Das Buch des Autors EINE RÄTSELHAFTE VERWANDLUNG wird als Lektüre in die Familien-Problematik einführen.

Im Frühjahr lernen die Kinder die Stadtbücherei kennen und benutzen. Der Schwerpunkt der Schreibwerkstätten wird im Juni/Juli liegen. Hier wird voraussichtlich auch der Elternabend stattfinden.

Nach der Erarbeitung der Texte wird das Theater besucht (Blick hinter die Kulissen) und Szenen erarbeitet. Um möglichst abwechslungsreiche, inspirierende Arbeitssituationen zu schaffen, werden verschiedene Räume in der Stadtbücherei und im Theater genutzt, dazu die Aula der Schule, bewusst als Begegnungsstätte, nicht als schulische Einrichtung.

Zum Abschluss des Projekts werden die erarbeiteten Szenen in einer öffentlichen Veranstaltung aufgeführt. Danach wird die Ausstellung in der Stadtbücherei mit Original-Texten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Foto-Material etc. eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt soll auch eine Dokumentation in Form einer Broschüre vorliegen.

Mit den Teilnehmern wird in Einzel-/Partner-/Gruppenarbeit ein Szenarium/ ein Szenen-Potpourri/ eine Szenen-Collage zum Thema Familien-Theater schriftlich erarbeitet und theatralisch darstellbar gemacht. Das Stadttheater Landsberg, Leiter Florian Werner, hat seine Unterstützung zugesagt.

Die SchülerInnen sollen in dem Projekt eine Möglichkeit bekommen, sich selbst im Erlebnis-Umfeld FAMILIE zu reflektieren, ihre Probleme in diesem sozialen Feld – aber auch die der anderen Familienmitglieder -zu erkennen, zu benennen, also sprachlich zu formulieren und später auch szenisch umzusetzen, zu dramatisieren.

Das Probe-Handeln auf der Bühne verstärkt die Nachhaltigkeit des Erkennens und Artikulierens, so daß das Projekt zum prägenden Erlebnis werden kann und damit Bildung möglich wird.

Die Prozesshaftigkeit des Projekts wird der Zielgruppe einiges abverlangen, nicht nur in intellektueller und kreativer, auch in emotionaler Hinsicht. Die Stadtbücherei wird daher das gesamte Projekt mit zielführender Literatur begleiten, das Theater wird sich öffnen, ermutigen und stützen; auch die Eltern sollen durch einen speziellen Elternabend eingebunden werden.

Eine Ausstrahlung des Projekts über den Kreis der Beteiligten hinaus wird durch Medienbegleitung sichergestellt, so weit das pädagogisch vertretbar erscheint. Die Ergebnisse des Projekts werden auf der Bühne, aber auch in einer Ausstellung in der Stadtbücherei sichtbar gemacht werden.

 

Bilder

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 10


Der Fluch

Wie jeden Tag ging ich mit meiner Schwester von der Schule nach Hause.
Unser Schulweg bestand darin, dass wir durch ein Wald- stück gehen mussten und dann eine Straße entlang bis zu unserem Haus. Dieser Wald war mir schon immer ungeheuer, aber heute war alles anders ...
Als wir nach der Schule an dem Wald ankamen, sah ich etwas Schwarzes dort huschen, es war schon etwas dunkel. Zum ersten Mal el mir eine abgewrackte Fabrik auf. Plötzlich ging meine Schwester wie besessen auf die alte Fabrik zu.
Ich stotterte: „Ehm ... Ro... Roxy? Was ... was machst du da?? Komm zurück!!“
Ich legte meine Hand auf ihre Schulter, doch sie schlug sie wuchtartig wieder runter und guckte mich aggressiv an. Langsam bekam ich Angst und kalter Schweiß lief mir die Stirn runter, denn ihr komplettes Auge färbte sich schwarz. Vorsichtig betrat meine Schwester die Fabrik, ich schlich ihr hinterher.
Dort war alles, wirklich alles voll von schwarzen Gestalten: Es waren Dämonen!
Und was machte Roxy? Es sah so aus, als würde Roxy diese Dämonen anbeten!
Immer mehr Angst staute sich in mir auf. Es war grausam. Schlagartig wurde mir klar, dass meine Schwester besessen war. Doch auf einmal fühlte ich mich mutig und stark! Mit aufgerichtetem Körper durchschritt ich die gruselige Fabrik, stellte mich neben meine Schwester, legte meine Hand auf ihren Kopf und langsam wurde mir klar, was ich gerade tat.
Doch ich wusste, dass Gott bei mir war und dass er mich beschützte. Also fing ich an zu beten.
Ich schrie: „Verschwindet Dämonen, im Namen Jesu! Ihr habt kein Anrecht auf Roxy!!“
Ich schrie so laut ich konnte.
Roxy fiel auf den Boden und fing an zu zittern, zu schreien und zu schlagen.
Diese Schreie werde ich nie wieder vergessen!
Außenrum dröhnte alles, ich hatte das Gefühl, dass mir mein Kopf zerplatzte.
Und außerdem begann ein nervtötendes Geschrei. Es war alles so unglaublich laut!
Meine Schwester lag apathisch am Boden und bewegte sich kein Stück. Ich versuchte ihr zu helfen, doch der Schmerz durchdrang meinen ganzen Körper.
Schließlich lag ich am Boden und hielt mir die Ohren zu. Durch diesen unerträglichen Schmerz musste auch ich schreien. Mein qualvolles Geschrei übertraf fast das Geschrei der Dämonen!
Leider musste ich feststellen, sie zu vertreiben war echt schwerer als gedacht. Trotzdem ließ ich nicht locker.
Es folgten Angriffe, denn selbstverständlich versuchten sie sich zu wehren. Sie würgten mich und hinderten mich fast am Atmen.
Diese Atemnot war grausam!
Ich bemühte mich aufzustehen, doch immer wenn ich es fast geschafft hatte, wurde ich wieder nach unten gezogen. Irgendwann war ich mit den Kräften am Ende und gab die Hoffnung auf, hier je lebend raus zu kommen.
Ich wisperte: „Roxy ... Roxy?? Wach auf, hörst du?! SOFORT!“ Ich befürchtete, sie wäre tot ...
Wie es geschah, weiß ich nicht, aber mein Mut und ein letzter Rest von Hoffnung schafften es, dass ich aufstehen konnte.
Und tatsächlich: Ich konnte allen weiteren Attacken standhalten. Ich bekam übersinnliche Kräfte, mit denen ich versuchte, meine Schwester zu retten.
Doch es half nichts!
Als ich an fing, sie so fest zu schütteln, wie ich konnte, wachte sie kurz auf.
Ich bekam Hoffnung, als sie zu mir flüsterte: „Jazz ... Jazz, was ist denn nur los? Ich fühle mich so schwach.“
Das war ein Lichtblick für mich. Doch nachdem sie das flüsterte, fiel sie um und starb.
Ich fing an zu schreien, zu weinen und diese Dämonen zu beschimpfen, doch das alles half nicht.
Ich betete und dann ging ich los um meine Eltern zu holen.

Und ich versichere euch, das will ich nicht noch einmal durchleben.

Arissa Dovi, 12 Jahre

Mein Geburtstag ist ein Todestag

Jedes Jahr an meinem Geburtstag verschwindet meine Mutter für einige Zeit in dem Schlafzimmer meiner Eltern.
An meinem 10. Geburtstag folgte ich ihr, um endlich zu wissen, was sie dort macht.
Sie weinte, sie weinte ganz bitterlich.
Ich fragte sie, was los sei. Doch sie antwortete nicht.
Ich fragte sie etwas lauter: „Was ist denn los? Warum weinst du?“
Erst dann antwortete meine Mama: „Weißt du ...“, schluchzte sie, „bei deiner Geburt war ich überglücklich, aber ...“
Darauf fragte ich: „Aber was?“
„Aber du warst nicht allein, du hattest eine Zwillingsschwester. Ihr seid zusammengewachsen, das wurde erst bei der Geburt festgestellt. Nur eine konnte überleben und das, das warst du.“ Ich war erst mal total sauer auf sie, doch dann bemerkte ich, dass es wirklich schlimm für sie war und es sie viel Überwindung gekostet hatte, es mir zu erzählen.
Mir war klar, ich musste meine Familie bei diesem schweren Schicksalsschlag unterstützen.
Ich stellte meiner Mama eine eigentlich überflüssige Frage: „Bist du traurig?“
Sie schaute mich nur mit einem Blick an, den ich noch nie zuvor bei ihr gesehen hatte.
Nach drei Tagen kam mein Papa von seiner Geschäftsreise zurück und half uns den Schmerz zu überwinden und nach vorne zu schauen.
Nach einem Jahr ging`s uns wieder besser. Meine Mama weinte nicht mehr an meinem Geburtstag und langsam wurde alles wieder gut. Unsere Familie wurde stärker und stärker. Natürlich dachten wir immer noch an sie, an meine Zwillingsschwester. Und so wird es sicher für alle Zeiten bleiben.

Maria Schulz, 12 Jahre

Dem Tod entkommen

An einem sonnigen Nachmittag fragte ich meine Mutter, ob wir Eis essen gehen. Als wir eine halbe Stunde später in der Eisdiele saßen, fragte ich meine Mutter, wo Papa eigentlich sei. Sie bekam ein purpurrotes Gesicht und nahm mich in die Arme. Dann sagte sie: „Du ... er liegt im Krankenhaus.“
Ich schrie: „WAAAASSS???“
Ich bekam keinen Bissen mehr runter. „Warum hast du mir das nicht früher gesagt?“ Meine Mutter wusste nichts zu sagen.
Als wir endlich im Krankenhaus eintrafen, fragte Mama an der Information nach ihrem Mann.
Die Dame an der Information antwortete: „Ich weiß noch nichts von ihm. Gehen Sie doch bitte in die Notaufnahme.“ Also ging Mama mit mir zur Notaufnahme und fragte dort, wo ihr Mann sei. Da antwortete eine alte Dame (die ziemlich pummelig aussah) über den Tresen: „Nein er ist nicht hier.“ Daraufhin zog meine Mutter ihr Handy raus und rief die Polizei an:
„Grüß Gott, hier spricht die städtische Polizeiwache, wie kann ich Ihnen helfen?“
„Hallo, ich melde mich wegen des Autounfalls von Herrn Schneider. Ist es richtig, dass mein Mann in die Spezialklinik für Autounfälle gebracht wurde?“
„Ja“, sagte die Stimme aus dem Telefon kühl.
Jetzt wussten wir zumindest, dass wir in der richtigen Klinik waren. Also fragen wir doch noch mal auf der Intensivstation nach.
Gleich als wir eingetroffen waren, sagte eine Pflegerin, die davon gehört hatte, dass wir kommen: „Es tut uns Leid aber es geht jetzt nicht, Ihren Vater zu besuchen, er wird gleich notoperiert.“
„Mama, was ist denn?“, fragte ich. „Was passiert jetzt mit Papa?“ Mama konnte nicht antworten, ich sah dass sie weinte. „Huiuiuiui!“, hallte es plötzlich aus den Lautsprechern und eine Lampe blinkt rot.
„Oh!!! Entschuldigung, das bedeutet, dass etwas mit dem Patient los ist.“ „SSCCHHNNEELL!!!!!!!!!“, rief ein Pfleger. „Er muss reanimiert werden!“
„Was bedeutet das? Ist das was Schlimmes?“, fragte ich. „Ja“, flüsterte meine Mutter.
„Wird er es schaffen, Mama?“
2 Wochen später.

Endlich darf ich Papa wieder sehen und er ist wieder zu Kräften gekommen. Nun können wir wieder Schach und Mensch-ärgere-dich-nicht spielen. Alles war wieder beim Alten, außer, dass Papa plötzlich sooo charmant zu Mama geworden war!!!!!!!!!

Thomas Schmid, 13 Jahre

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