Textbuch – Jugendtheater

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Projektdaten:

  • Titel: Textbuch - Jugendtheater
  • Bündnispartner 1: Martinschule, Sonderpädagogisches Förderzentrum Augsburg Nord, Pestalozzistr. 12, 86154 Augsburg
  • Bündnispartner 2: Sensemble Theater, Bergmühlstr. 34, 86153 Augsburg
  • Bündnispartner 3: pics4peace e.V., Fichtestraße 4, 97074 Würzburg
  • Bündnispartner 4: Friedrich-Bödecker-Kreis in BAYERN e. V., Postfach 13 17, 85423 Erding
  • Autorenpate: Wolfsmehl ist Dramatiker, Hörspielautor, Kinderhörspielautor, sowie Vertrete des Phantastischen Realismus. Er wuchs auf Schloss Fronberg in Bayern auf und lebt in Gersthofen bei Augsburg. Er schreibt Romane, Theaterstücke, Satire, Lyrik, sowie Hörspiele für den Rundfunk. Die Stiftung UNSECO Bildung für Kinder in Not Kinderhörspielserie Danei im Sternenauto wurde als 3D Full-Dome Film mit Dieter Hallervorden und Harald Schmidt in den Hauptrollen für Planetarien produziert. Wolfsmehl ist Kulturpreisträger der Oberpfalz/Regensburg und Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.
  • Zeitraum: 01.01.2019 - 31.12.2019
  • Format: Modul 1 (ganzjährig)
  • Ort: Augsburg
  • Bundesland: Bayern
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 153


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 153

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 153

 

Projektbeschreibung

»Es gibt mehr Ding‘ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt.« , lässt Shakespeare Horatio in seinem Drama Hamlet sagen. Und er meint wohl auch, dass der Mensch zu viel mehr berufen ist und zustande bringen kann, als er sich selbst mitunter vorzustellen vermag. Und ist nicht die Sprache, das Lesen und Schreiben, der Schlüssel zum Tor der Berufung, der Schlüssel für Selbstvertrauen, Phantasie und Empathie, für das, was uns alle verbindet, gleich, welcher Kultur, welcher Hautfarbe und Herkunft?

Bei diesem Theaterprojekt geht es um die Sorgen und Nöte der Schülerinnen und Schüler, was sie bedrückt und bedrängt, soll sich durch ihr Thema, ihren Theatertext, durch ihre Inszenierung, Ausdruck verschaffen, das Licht der Öffentlichkeit auf das Brennglas ihrer Erfahrungen lenken. Wer bin ich? Was ist mit mir passiert? Wer hört mir zu? Wer nimmt mich ernst? Wie schaffe ich es, damit meine Ziele keine Träume bleiben? Wie kann ich mich mitteilen?

Sensibilität ist im Theater angesagt, damit wir verstehen und fühlen, was der andere versteht und fühlt. Der Funke soll auf das Ensemble und auf‘ s Publikum überspringen. Wie? ─ Authentizität durch Sprache, echte Sprache, da das, was gesprochen wird, erlebt wurde. Verstand und Herz betasten sich. Rollen werden gefunden und Rollen werden besetzt. Ein Jugendensemble wächst zusammen. Eine Einheit, ein Theaterstück, das die unausgesprochenen Probleme der Protagonisten destilliert, wird in die Welt gesetzt. Individualität, Vielfalt und Eigeninitiative ist im Rahmen eines Bündnisses angesagt.

 

Bilder

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 153


Audiodateien

Musik: Sebastian Lohse

Text: Wolfsmehl


Glauben

Klasse

Sarah

Toilette


SZENE 1

Im Klassenzimmer ist ein Streit entbrannt. Zwischen Mädchen und Buben geht es hart zur Sache.

MÄDCHEN: Die Lehrer schimpfen nur die Mädchen! Wir müssen Eure Streiche ausbaden!

JUNGS: Stimmt doch gar nicht!

SEDRA: Das ist ungerecht!

ARDA: Was ist schon Gerechtigkeit?

SARAH: Hm. Gute Frage.

PAOLO & TIM: Es gibt keine Gerechtigkeit!

AMY: Schon gar nicht im Klassenzimmer!

SARAH: Aber – warum eigentlich?

DANIEL: Weil es so ist!

Dunkelheit


SZENE 2

Lichtorgel

Die Klasse singt und tanzt den Song: GERECHTIGKEIT

MÄDCHEN: Gerechtigkeit!

JUNGS: Gerechtigkeit!

Arda tanzt den Roboter-Rap, spielt mit seinem Handy.

Die Klasse tanzt dazu.

MÄDCHEN: Gerechtigkeit!

JUNGS: Gerechtigkeit!

Arda tanzt den Roboter-Rap, spielt mit seinem Handy.

Die Klasse tanzt dazu.

DIE KLASSE: Was – ist – das – schon?! Ge – rech – tig – keit?! – Ge – rech – tig – keit?!

Licht.

DIE KLASSE: Im Klassenzimmer?!

Dunkelheit


SZENE 3

Sarah liegt eingeigelt auf einer Schulbank im Klassenzimmer. Sie schluchzt und weint. Vor der Klassentür geht die Post ab. Die Klasse freut sich auf das Schullandheim.

DIE KLASSE: Schul-land-heim! …

Die Klasse stürmt das Klassenzimmer.

DIE KLASSE: Schul-land-heim! …

Amy, die Freundin von Sarah, bemerkt Sarah und versucht, diese aufzumuntern.

AMY: Sarah, was ist denn? Was hast du?

Jetzt bemerkt auch die Klasse Sarah und wird neugierig. Sie gruppiert sich um Sarah.

TIM: Was ist los?

ARDA: Bist du krank?

PAOLO: Lasst sie doch! Es gibt Wichtigeres!

Sarah rührt sich nicht, weint.

AMY: Sag’s mir ins Ohr! Was hast du?

Sarah flüstert Amy ihren Kummer ins Ohr.

TIM: Und?

DANIEL: Geht es um das Schullandheim?

AMY (nickt): Sarah darf nicht mit.

LEYLA: Nix los ohne Kohle?!

Amy nickt abermals.

Alle werden still; nur Sarah hört man schluchzen.

SEDRA: Als Klassensprecherin schlage ich vor: wir sammeln für Sarah unser Taschengeld.

AMY: Dann ist sie dabei!

LEYLA: Cool! – Gebongt?

ARDA & DANIEL: Wer ist dafür?

Alle Hände schnellen empor; nur Paolo und Tim halten ihre Hände verschränkt vor der Brust.

PAOLO: Beim letzten Mal hat sie Mist gebaut. Mich verpetzt! Darum will ich nicht, dass Sarah mitfährt!

SEDRA: Und du, Tim? Warum bist du dagegen?

TIM: Aus dem gleichen Grund! Und – ich mag sie nicht! Korrekt?

PAOLO: Korrekt!

LEYLA: Stell dir vor, du könntest nicht mitfahren! Versetzt euch in Sarahs Lage!

TIM: Sarahs Lage ist uns egal!

PAOLO: Genau!

Unnachgiebig verlassen Paolo und Tim das Klassenzimmer.

Sedra findet ein Glas.

SEDRA: Ich sammle jetzt das Taschengeld ein. Hier in das Glas. Okay?

Alle nicken, leeren ihre Taschen, geben für Sarah Münzen.

LEYLA: Das wird nicht reichen.

ARDA und DANIEL: Niemals reichen!

AMY: Dann müssen wir unsere Sparschweine schlachten! Gebongt?

DIE KLASSE: GEBONGT!

Sarah umarmt ihre Freundin Amy.

SARAH: Krass, eure Hilfe! Danke!

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