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Projektdaten:

  • Titel: Blockblogger
  • Bündnispartner 1: Jugendkunstschule ATRIUM, Senftenberger Ring 97, 13435 Berlin
  • Bündnispartner 2: Zentrum für Sprachbildung (ZeS), Levetzowstraße 1-2, 10555 Berlin
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Berlin e.V., Falckensteinstraße 34, 10997 Berlin
  • Autorenpatin: Tanasgol Sabbagh ist eine Spoken-Word-Performerin aus Friedberg und seit 2013 deutschlandweit auf Poetry-Slam-Bühnen unterwegs. Sie zeichnet sich durch eine ruhige, melodische Vortragsweise und komplexe, gefühlvolle Reime aus. Sie trat mit ihren Texten bereits im großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie auf und ist ständiges Mitglied der Berliner Kult-Lesebühne Spree vom Weizen.
    Thematisch beschäftigt sich Tanasgol Sabbagh mit gesellschaftlichen Konflikten, zu denen sie einen persönlichen Bezug herstellt. Ihre Youtube-Clips erreichen fünfstellige Klickzahlen.
  • Zeitraum: 01.01.2020 - 31.12.2020
  • Format: Modul 1 (ganzjährig)
  • Ort: Berlin
  • Bundesland: Berlin
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 219


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 219

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 219

 

Projektbeschreibung

Wer meint, dass die neue Generation am Lesen und Schreiben nicht interessiert sei, der täuscht sich. Zwar haben sich bei Vielen die Mediengewohnheiten vom Buch weg zu digitalen Publikationen gewandelt, doch auch beim digitalen Wort werden natürlich – genau wie bei Buch oder Bühne – spannende Inhalte, origineller Stil und überraschende Präsentation geschätzt. Darüber hinaus ist das digitale Wort interaktiv, so dass man nicht nur als Leser, sondern selber als Autor oder Autorin in Aktion treten kann.

Genau hier setzt das Projekt Blockblogger an. Zusammen mit der Autorenpatin Tanasgol Sabbagh entwickeln Jugendliche aus dem Märkischen Viertel eigene Blog- Beiträge, um ihre Wortmächtigkeit zu trainieren und um sich Gehör zu verschaffen. Im Rahmen der Blockblogger soll der eigene Kiez aus der Perspektive seiner jungen Bewohner beschrieben werden. Der neuste Straßenslang, die verrücktesten Namen von WIFI-Netzen, Lieblingsorte und No-Go-Areas. Hier haben die Jugendlichen eine Expertise, die sie mit der Außenwelt teilen können.

Die Autorenpatin erfüllt die Rolle der Impulsgeberin und respektvollen Lektorin. Sie stellt verschiedene Stile und Schreibtechniken vor, verrät Tricks zur Ideenfindung und macht sich gemeinsam mit den Jugendlichen auf die Suche nach Erzählstoff im Kiez.

Durch zusätzliche Gäste aus den Bereichen Rap, Lyrik, Comic, Weblog, Journalismus bleibt das Projekt abwechslungsreich und spannend für die Teilnehmerschaft. Da neben geschriebenem Wort auch Illustrationen, Cartoons, Animationen und Ton-Aufnahmen entwickelt werden sollen, ist geplant, entsprechende Fachkräfte zum Projekt einzuladen.

Als Teilnehmer*innen sollen bevorzugt Jugendliche angesprochen werden, die über ihre Familien kaum Zugang zu Büchern und zur Literatur erhalten. Der Zugang zur Zielgruppe wird durch das ATRIUM hergestellt, welches bereits viele Kontakte zu interessierten Jugendlichen aus dem Märkischen Viertel hat.

Auch wenn es sich um ein Blog-Projekt handelt, sollen alle Beiträge zum Ende von Blockblogger auch als Buch veröffentlicht werden. Hierdurch kann das vermeintlich kurzlebige Blog-Format im langlebigen Buchdruck festgehalten werden. Multimediale Inhalte werden durch QR-Codes in das Buch integriert.

 

Bilder

Für diese Autorenpatenschaft liegt uns leider kein digitales Bildmaterial vor. Schauen Sie doch mal in das entstandene Buch!

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 219


Standardtest
Bitte überleg dir jetzt zwei Zahlen,
mit welcher Farbe würdest du hier malen?
Dein Kandidat, morgen sind Wahlen!
Warum?
Ach, nur ein Standardtest

Glaubst du eigentlich an Feen?
Welches Muster kannst du sehen?
Und kannst du dich im Kreise drehen?
Warum?
So verläuft ein Standardtest

Was denkst du grad, was siehst du hier?
Wie hieß eigentlich dein Lieblingstier?
Und jetzt sag noch, wie geht es dir?
Warum?
Tja, ist halt ein Standardtest

Was siehst du hier, was denkst du grad?
Auf dem Papier? Der Stacheldraht?
Ist dir zu viel? Was du nicht sagst!
Warum?
Das macht man beim Standardtest

Das macht er also Tag für Tag,
schreibt alles nieder, was er fragt,
er legte seine Standards fest, und
macht jetzt stur seinen Standardtest.

Johann Ploog, 16, Berlin/Stavanger


Wöchentlich
Wöchentlich dokumentier’ ich die Daten,
setze mir Ziele,
kenn‘ sie nicht, rate.
Und hoffe auf gut Glück,
dass das Glück nicht lang wartet,
doch liege im Bett,
wie ein verkaterter Spaten,
der versucht aufzustehen,
ohne lernen zu gehen.

Deshalb sitzt er am Tisch,
was er reimt hier auf Fisch,
nur um zu schreiben:
Die Wochen verwehen,
ohne Resultate zu sehen,
noch das Zweifel fehlen.
Wöchentlich dokumentiert er die Daten,
lebt nur in Träumen,
braucht sie nicht raten.

Raphael Groß, 17, Berlin


Servicepost
Ich möchte vor allem nicht dastehen in deinen Umzugskartons lagern unter Porzellanservice und Kerzenwachs. Ich möchte nicht tropfen wie der Hahn, den du nie zudrehst. Ich möchte ein leeres Rohr sein, ohne Wasser, wenn du den Schmutz von dir wünschst. Ich möchte nicht leuchten, wenn du zu spät heimkommst, um noch das Bett zu grüßen. Dir zu Füßen würde ich meinen weichen Geist und alle Schwächen ausrollen und ich will dich bitten, dich auf mich zu stellen. Ich will die Tür sein und der Zaun und das Dach und das Fenster. Ich möchte Regentropfen zählen, wenn sie den Marmor berühren, weil du das Glas zwischen dem Zimmer, was ich auch zu sein wünsche und der Welt, die du bist, nie geschlossen hast. Und ich möchte dich anschreien, weil ich dir sagen würde, dass du das Haus nicht verlassen sollst, wenn der Wind noch nicht hier war. Aber was ist Würde, wenn es schneit und wer anders dein Zuhause ist? Was heißt dann wünschen? Und wo soll ich schlafen, wenn du fort ziehst und ich deine Wand und das Bild und deine Handschrift bin? Ich möchte, dass du von mir sprichst, ohne eine Geschichte zu werden.
Ich möchte meine Gedanken zu dir auswendig lernen und vor allem möchte ich dastehen, wenn deine Kisten so schwer sind und dich stützen. Und dann werde ich sie werfen. Erst die Karten, dann die Hände in die Luft und sie atmen ganz allein.

Annika Toyah Bode, 17, Bochum


Regulation
Mäßige dich, ich mäßige dich,
Doch lieben wir Maßlosigkeit.
Zügele dich, ich zügele dich,
Denn Zugzwang herrscht hier allezeit.
Rege dich nicht, ich regele dich,
Sodass sich hier niemand bewegt.
Sorge dich nicht, ich sorge für dich,
Ein Regler wird umgelegt.
Konvention Konfrontation
Konglomerat Konversation
Konservation
Regulation

Bent-Erik Scholz, 19, Berlin

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