„Das Reinickendorf-ABC“

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Projektdaten:

  • Titel: „Das Reinickendorf-ABC“
  • Bündnispartner 1: Interkultureller Mädchen- und Frauentreff Reinickendorf (Albatros gGmbH), Auguste-Viktoria-Allee 17, 13403 Berlin
  • Bündnispartner 2: Bibliothek Reinickendorf West, Auguste-Viktoria-Allee 29-31, 13403 Berlin
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Berlin e. V., Falckensteinstraße 34, 10997 Berlin
  • Autorenpatinnen: Ulrike Jensen studierte an der Fachhochschule Potsdam Kommunikationsdesign und ist seit 2008 freischaffend als Illustratorin tätig. A wie Alex, B wie Bär und C wie Currywurst – das Konzept des illustrierten Alphabets „Mit dem ABC durch Berlin“ entwickelte sie 2012 an ihrem Zeichentisch in Neukölln. Aus Liebe zu Buchstaben und zu Berlin entstand die Idee, allen Buchstaben Begriffe zuzordnen und Buchstabenbilder zu illustrieren. 2013 wurde das Konzept zu dem Mitmachbuch „Mit dem ABC durch Berlin - eine turbulente Entdeckungsreise“ erweitert und mit Ulrike Jensens großer Begeisterung für Handlettering umgesetzt. 2019 erschien ihr zweites ABC-Mitmachbuch „Mit dem ABC durch die Nacht“ von A wie Astronaut bis Z wie Zähneputzen.
    Ulrike Jensen illustriert für Verlage, kulturelle Unternehmen und politische Institutionen. Sie leitet Druck-Workshops für Schulkinder, zeichnet live an Store Windows sowie für Events. Außerdem visualisiert sie für Veranstaltungen komplexe Inhalte an Chalkboards. Sie liebt das Meer und gestaltet am allerliebsten illustrierte Inselkarten und Stadtpläne.
    Ilke S. Prick studierte Psychologie in Berlin. Nach Tätigkeiten im psycho-sozialen Bereich sowie in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit ist sie seit 2002 freie Autorin. Sie verfasst Jugendbücher (Thienemann Verlag, Carlsen) sowie Romane für Erwachsene (Insel Verlag). Darüber hinaus schreibt sie Kurzgeschichten für Anthologien, satirische Kolumnen (u.a. taz) sowie Radiogeschichten für Kinder (Ohrenbär im rbb). Für ihr aktuelles Romanprojekt „lichterloh“ erhielt sie das Kinder- und Jugendbuch-Stipendium 2020 des Landes Niedersachsen.
    In Schreibwerkstätten unterstützt Ilke S. Prick seit 1998 Menschen unterschiedlichen Alters und kulturellen Hintergrunds beim Schreiben und Erzählen von Geschichten. Sie ist Dozentin für Kreatives Schreiben in der Weiterbildung von Literaturpädagog*innen und Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Poesie- und Bibliotherapie.
  • Zeitraum: 01.05.2021 - 31.05.2021
  • Format: Modul 3 (kurzzeitig)
  • Ort: Berlin
  • Bundesland: Berlin
 

Downloads zur Autorenpatenschaft Nr. 280


Über den nachfolgenden Link können Sie sich das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Für diese Maßnahme ist auf Grund der kurzen Dauer keine Publikation vorgesehen. Texte und Bilder des Projektes finden Sie weiter unten.

 

Projektbeschreibung

Intention des Projektes ist es, in einem mehrtägigen Workshop die Mädchen durch verschiedene künstlerische Anreize und außerhalb des schulischen Settings ohne Bewertung an einen kreativen Umgang mit Wörtern und Geschichten heranzuführen. Über das bildnerische Gestalten eines eigenen Alphabetes können die motorischen Fähigkeiten und die Wahrnehmung der Kinder geschult, sowie ihr Wortschatz erweitert werden. Die künstlerischen Methoden helfen dabei, den Mädchen ihre Ressourcen zugänglich zu machen und sie in der Entwicklung von Perspektiven zu unterstützen. Besonders die Mädchen der Starke-Mädchen-Gruppe zum Schreiben und Erfinden von Geschichten zu motivieren, ihnen kreative Spracherlebnisse außerhalb des Schulunterrichtes zu ermöglichen sowie Schreiben und Literatur positiv zu besetzen, macht einen wichtigen Ansatz dieses Projektes aus. Über die Ergebnisse (eigener Stempel, Geschichten-Bilder-Heft, Präsentation) findet eine Stärkung des Selbstbewusstseins der Mädchen statt. So kann ihr Vertrauen in ihren Ausdruck, in ihre Sprache und in ihre Fantasie gesteigert werden. Um mit dem Projekt auch die Zusammenarbeit im Stadtteil zu fördern und die Erfolge der Mädchen sichtbar zu machen, ist die Vernetzung mit der Stadtteil-Bibliothek Reinickendorf West geplant.

Mit dem Reinickendorf-ABC soll mit künstlerischen Mitteln die aktive Teilnahme der Mädchen am Leben in Berlin-Reinickendorf und ihre Aufmerksamkeit für ihre Umgebung gefördert werden. Auf einem Spaziergang durch den Stadtteil begeben sie sich auf die Suche nach Buchstaben und erstellen durch Zeichnungen ihr eigenes Alphabet. A wie die Leuchtbuchstaben von Aldi – oder eher Y wie das Ast-Ypsilon der Bäume vorm Treff? Was sieht schöner aus? Was ist interessanter?
Im nächsten Schritt werden zu den Zeichnungen der gefundenen Buchstaben passende Worte gesucht. Was ist wichtiger beim S? Schule oder Schaukel? Begleitet wird dies mit kleinen Gedichten, die die Mädchen zu den jeweiligen Buchstaben erfinden. In Schreibspielen können sie sich sprachlich ausprobieren und erste Erfolge im freien Formulieren erfahren. Das Schnitzen von Buchstaben-Stempeln der gefundenen Buchstaben mit Linolschnitzwerkzeugen übt die manuellen Fähigkeiten.
Dann geht es von Buchstaben und Worten hin zu längeren Texten. Was erleben die Mädchen in ihrem Stadtteil? Wo fühlen sie sich wohl? Wo ist es zum Fürchten? Mit Mitteln des Kreativen Schreibens können sie eigene Geschichten entwickeln, in denen die selbst geschaffenen Buchstaben-Bilder und gefundenen Wörter eingebaut und in einem weiteren Schritt auch gestalterisch einbezogen und als Illustration in die Texte eingearbeitet werden. Hierbei findet eine Stärkung der sprachlichen und bildnerischen Fähigkeiten statt.
Durch diesen spielerischen Umgang mit Schrift und Text wird den Mädchen ein anderer Zugang zur Sprache eröffnet. Durch die Kombination von Schreiben und Illustrieren erleben auch Teilnehmerinnen mit niedrigerem Sprachstand Erfolge. Beim Geschichten-Erfinden in der Gruppe werden auch jene Mädchen motiviert und integriert, die eher schreib-scheu sind und nur wenig Zutrauen in ihre sprachlichen Fähigkeiten haben, z.B. weil sie Deutsch als Fremdsprache erlernen.
Im Laufe des Workshops wird jede Teilnehmerin ihr eigenes Heft mit Geschichten und Illustrationen erstellen. Darüber hinaus sind auch großformatige Bilder geplant. In einer gemeinsamen Präsentation werden dann die Ergebnisse einem Publikum vorgeführt.

 

Bilder

Fotos: Ilke S. Prick und Ulrike Jensen

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 280

Das Mädchentreff-ABC

A wie: Ameise, Auge, Ast, Apfel
B wie: Banane, Birne, Baum, Bank, Birke, Berlin, Buch
C wie: Computer
D wie: Deutschland, der, die, das
E wie: Eis, Ebrar
F wie: Farben
G wie: Gurke, grün, Gummibärchen
H wie: Haus, Hallo, Hiba, Heft
I wie: Igel
J wie: ja, Jahr, Johannisbeere
K wie: Kekse, klein
L wie: Lampe, Laptop, Loreen
M wie: Mama, Mutter, Moos, Mango, Mädchentreff!
N wie: Nase, Nudeln, Name, Nüsse, Nilya, Noussaiba
O wie: Ohrring, Odia, Oreo, Omuballi, OMG
P wie: Papa, Pantoffeln, Pflanze, Pop it
Q wie: Quadrat, Quark, Quatsch
R wie: Radiergummi, Rad, Rucksack, Rasensprenger, Roblox
S wie: Seele, Sonne
T wie: Tuba, Tasse, Tacker, teilen
U wie: Uhr, unglaublich
V wie: Vogel, Vase, Vivienne
W wie: Wolke, Wurm
X wie: Xylophon
Y wie: Yoga, Youtube
Z wie: Zähne, Zangen

ein Gemeinschaftstext

Die Sonne über Afghanistan

Die Sonne ist in der Mitte vom Himmel. Es ist ganz hell und es ist schön da. Als ich klein war, habe ich Afghanistan gesehen. Da war ich so drei Jahre alt. Ich habe Schafe gesehen. Das waren echt viele Schafe da. Mein Opa hatte die Schafe draußen. Manchmal haben wir ein Schaf gegessen. Das hat nur ein bisschen lecker geschmeckt. Ich habe Angst vor den Schafen gehabt, weil ich noch so klein war. Mein Vater hat gesagt: „Du musst keine Angst haben.“ Dann habe ich mich getraut. Ich habe die Schafe angefasst. Ein Mal mit meinem Vater. Aber auch alleine. Das war schön weich. Die Schafe hatten ein Baby. Die Schafe hatten keine Namen, die waren ja draußen. Sonst weiß ich nichts mehr aus Afghanistan. Die Sonne in Berlin ist anders.

von Omuballi Nouri

Die Streich-Geschwister

Es war einmal eine Nashornfamilie mit einem Mädchen namens Mimi und einem Jungen namens Paul. Die Geschwister spielten sich immer Streiche, aber jeden Tag wurden die Streiche schlimmer. Bis es einmal viel zu schlimm für Mimi war, weil Paul unter ihrem Bett Schnecken versteckt hatte. Da ist Mimi ausgeflippt, weil sie wütend geworden ist. Normalerweise waren die Streiche nur zum Spaß, aber dann wurde es zu viel für Mimi, und sie verriet alles ihren Eltern. Paul war nicht so glücklich, weil er dachte, dass es doch nur so zum Spaß war. Aber für Mimi war es kein Spaß mehr.
Paul bekam Hausarrest und eine Strafe, dass er zwanzig Seiten schreiben musste. Er war traurig über die Strafe, weil er sich sonst jeden Tag mit seinen Freunden traf, genau so wie Mimi mit ihren Freundinnen. Aber da er einen Monat Hausarrest hatte, konnte er sich nicht mehr mit seinen Freunden treffen. Mimi hatte Schuldgefühle, aber das mit den Schnecken ging ihr zu weit.
Auf einmal riefen Pauls Freunde an und erzählten von einer großen Party, die sie schmeißen wollten. Paul wollte nicht ablehnen, also sagte er zu. In der Nacht, wo alle schliefen, nahm Paul ein Seil, befestigte es an einem Brett, schmiss das Ende nach unten und rutschte an dem Seil runter. Seine Freunde warteten schon vor der Tür, und sie gingen zusammen zur Party. Die Party ging sehr lange, und Paul amüsierte sich dort. Als er sah, wie spät es war, fragte er seine Freunde, ob sie ihn nach Hause begleiten könnten, und sie stimmten zu.
Doch bevor Paul ankam, wachte die Mutter auf, weil sie eine Frühaufsteherin war, und sie trank ihren Kaffee. Dann hörte sie, dass die Tür aufging und Paul nach Hause kam. Als die Mutter Paul sah, schimpfte sie so laut, das Mimi aufgewacht ist und nach unten kam. Mimi sagte, dass sie ihm auch Streiche gespielt hat, und dass Paul es verdient hat, zur Party zu gehen. Als die Mutter das hörte, bekamen beide Geschwister eine Woche Hausarrest. Mit den Streichen haben sie aufgehört. Sie haben ihre Lektion gelernt.

von Noussaiba Akty

Fritz, das Schwein

Fritz, das Schwein, wohnt beim S in der Buchstabenwelt. Er saniert das Dach von seinem Haus und fällt runter. Er hängt sich noch gerade so an das Ende des S. Dann rutscht er runter und fällt ganz, ganz tief nach unten in die Menschenwelt.
Er guckt sich um, und überall sind Füße. Da kommt ein Kind auf ihn zu. Es ruft: „Mama, Mama, ich habe ein Schwein gefunden!“ Die Mutter sagt: „Emma, lass das Schweinchen in Ruhe, es könnte Krankheiten haben.“
Aber Emma sagt: „Nein, ich will es mitnehmen. Nach Hause.“
Die Mutter sagt: „Aber Emma, wo ist denn sein Stall? Wo soll es denn leben? Du kannst es ja nicht mit ins Zimmer nehmen.“ Dann fängt Emma an, ganz laut zu weinen. Sie trampelt auf den Boden.
Die Mutter sagt: „Emma, es tut mir leid, aber, nein, du kannst das Schwein nicht mitnehmen.“
Emma sagt: „Wir machen einen Kompromiss.“ Sie sagt: „Du rufst den Tierarzt an, und er untersucht das Schwein. Und wenn es gesund ist, darf ich es mitnehmen.“
Die Mutter seufzt und sagt: „Okay“, und ruft den Tierarzt an.
Der Tierarzt kommt und untersucht das Schwein. Er sagt: „Dem Schwein geht es tipptopp.“
Dann sagt Emma: „Haha, Mama, ich habe gewonnen. Wir nehmen das Schwein mit.“ Den Arzt fragt sie: „Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“
Der Tierarzt guckt nach und sagt erfreut: „Es ist ein Junge.“
Dann überlegt Emma, dass das Schwein Fritz heißen soll. Sie nehmen Fritz mit und leben glücklich und zufrieden.

von Nilya Ghary

Im Mädchentreff-Garten

Es war einmal ein Apfel, der hat Computer gespielt. Der Apfel hing am Baum. Ein Vogel hat ein Nest gebaut, genau neben dem Apfel. Da hat der Apfel den Computer reingetan. An dem Baum gab es Moos. Die Sonne hat geschienen. Neben dem Baum mit dem Apfel war ein Mangobaum. Dann kam Tuba und hat den Apfel gegessen. Die Mango war jetzt alleine, weil sie keinen besten Freund mehr hatte. Tuba sah die Mango und hat sie auch noch aufgegessen. Dann hat Omuballi gesagt: „OMG! Warum isst du denn alles auf?“ Auf einmal sah Omuballi den Computer. Sie nahm eine Leiter und holte sich den Computer. Sie spielte Roblox auf dem Computer. Ein Vogel sah das leere Nest und lebt jetzt dort mit seinen Kindern. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute – und alle spielen Roblox.

von Tuba Nouri und anonym

Die schlauen Hasen

Hase Hoppel hüpft den ganzen Tag rum. Auf der Wiese. Er jagt Tiere. Am Abend hoppelt er in seine Höhle und teilt das Essen mit seiner Frau und seinen Kindern. Die Kinder heißen Max und Lilly. Lillys Fell ist weiß und hat schwarze Punkte. Max ist braun. Die beiden gehen in die Hasenschule. Max geht in die zweite Klasse und Lilly in die dritte. Sie haben Mathe, Deutsch, Kunst und Hasenkunde. Und sie lernen, wie man jagt und Ostereier bemalt.
Nach der Schule hoppeln die Hasen nach Hause. Dann ruft die Mutter: „Kommt, es gibt Essen! Salat und Möhren.“ Max und Lilly klettern in den Bau. Jeder geht in sein Zimmer. Sie spielen mit ihrem Spielzeug oder machen Hausaufgaben. Es wird spät. Wenn sie noch Hunger haben, essen und trinken sie noch was und putzen ihre Zähne. Dann gehen sie ins Bett. Was für brave Hasen!
Sie tun aber nur so, als wenn sie schlafen.
Ihre Eltern gehen raus wie jeden Abend. Die Kinder warten ab, bis die Tür zugeht. Dann rennen Lilly und Max runter ins Wohnzimmer, gucken Netflix, essen Popkorn und Chips (und manchmal machen sie sogar Saltos auf dem Sofa).
Zwei Stunden vergehen.
Dann kommen ihre Eltern nach Hause. Sofort machen Max und Lilly alles aus und tun so, als ob sie schlafen. Die Eltern tragen sie in ihre Zimmer. Und dann sind Max und Lilly tatsächlich eingeschlafen.

von Hiba Akty

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