In Tante Julies Haus

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Projektdaten:

  • Titel: In Tante Julies Haus
  • Bündnispartner 1: Freizeittreff Leherheide, Ferdinand-Lassalle-Straße 102, 27578 Bremerhaven
  • Bündnispartner 2: Stadtteilbibliothek Leherheide, Hans-Böckler-Straße 39, 27578 Bremerhaven
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis im Lande Bremen e.V., Heilsberger Straße 3, 27580 Bremerhaven
  • Autorenpatin: Anke Bär wurde 1977 in Erlangen geboren. Sie ist Autorin, Illustratorin und Forschungsbegleiterin und lebt mit ihrer Familie in Bremen. Es macht sie glücklich, Bücher für Kinder (und alle anderen) zu schreiben und zu illustrieren, besonders gerne beides auf einmal. Dabei wühlt sie sich tief in spannende Themen hinein, forscht an den Rändern des Bestehenden und liebt abwegige Verknüpfungen. Mindestens genauso wichtig wie das Schreiben und Illustrieren ist ihr aber der Austausch und das gemeinsame Forschen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, in Lesungen, Schreibwerkstätten, Illustrationsworkshops, Lehraufträgen und anderen Kursen. Ihre beiden historischen Prosa-Sachbilderbücher „Wilhelms Reise, Eine Auswanderergeschichte“ und „Endres, der Kaufmannssohn, Vom Leben in einer mittelalterlichen Hansestadt“ wurden beide für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Ihr jüngstes Buch „Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war“, ein erzählendes Kinderbuch, mit dem sich die Autorin wünscht, Enkel*innen und Großeltern ins Gespräch miteinander zu bringen, hat ebenfalls vielfach Beachtung gefunden.
  • Zeitraum: 01.06.2021 - 30.09.2021
  • Format: Modul 2 (halbjährig)
  • Ort: Bremerhaven und Insel Helgoland
  • Bundesland: Bremen
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 226


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 226

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 226

 

Projektbeschreibung

„James Krüss, ein Geschichtenerzähler, Reimkünstler und großer Freund von ABC Gedichten, dürfte einer der bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren sein. Seine Texte wurden und werden von Groß und Klein in aller Welt gelesen und geliebt“. James Krüss ist auf Helgoland geboren und aufgewachsen, im Museum dort sind in den Hummerbuden zahlreiche Ausstellungsstücke zu seinem Leben und seinem literarischen Schaffen zu finden. Anknüpfend an Gedichte und Geschichten von James Krüss sollen eigene Texte, Geschichten, Gedichte und Zeichnungen von den Teilnehmer*innen ausgedacht und aufgeschrieben werden.

Im Juni werden die Teilnehmer*innen die Autorenpatin Anke Bär kennenlernen und dabei von ihrem Leben und Schaffen als Autorin und Illustratorin erfahren. Sie werden sich bei mehreren nachmittäglichen Workshops mit Leben und Werk von James Krüss beschäftigen, werden Gedichte und Geschichten von ihm kennenlernen und darüber diskutieren, werden erste kleine Texte überlegen und schreiben und werden gemeinsam ihren Aufenthalt auf Helgoland planen und besprechen. Höhepunkt und Schwerpunkt des Projektes wird ein viertägiger Aufenthalt auf der Insel Helgoland sein.

Dort werden unter Anleitung und mit Hilfe von Anke Bär intensiv eigene Texte erdacht, vorgetragen, diskutiert und aufgeschrieben, Gedichte und Geschichten erfunden und Zeichnungen angefertigt. In den Hummerbuden im Helgolandmuseum wird auf den Spuren von James Krüss geforscht, natürlich wird die Insel gründlich erkundet und Insel und Meer, Felsen und Strand, Vögel und Seehunde zur Grundlage des eigenen Schreibens gemacht. Für die Schreibwerkstatttage auf Helgoland wie für das gesamte Projekt wird “Tante Julies Haus“, eines der bekanntesten Bücher von James Krüss, das erstmals 1969 erschienen ist, die Teilnehmer*innen begleiten, anregen und zu eigenen Texten und Geschichten inspirieren. Natürlich lebt Tante Julie inzwischen nicht mehr, auch wenn sie 103 Jahre alt geworden ist. Sie war bis zum Schluss ganz klar im Kopf und hat für ihren Adoptivneffen Sandmann an ihrem letzten Lebensabend sogar noch ein langes Gedicht verfasst, so süß und so sauer, so bitter und so würzig wie das Leben in seiner Gesamtheit. Dann hat sie sich mit einem Lächeln auf den Lippen zur Ruhe gelegt, satt vom Leben und randvoll mit Geschichten.

Nach dem Inselaufenthalt werden in weiteren Workshops im Freizeittreff Leherheide die Ergebnisse gesichtet, ausgewertet und für das Buch vorbereitet. Nach den Sommerferien wird das gedruckte Buch und eine Dokumentation über den Helgolandbesuch im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in der Stadtteilbibliothek Leherheide präsentiert.



 

Bilder

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 226


Der erste Abend
… an dem es heiß sehr wird

Am ersten Abend versammelten sich alle Sommergäste des Hauses in Noatacks Zimmer. Es gab Tomatensuppe und Nudeln mit Pesto und Obstsalat zu Essen. Als alle mit dem Essen fertig waren pupste Furz ganz laut. Schon beim Essen hatte er andauernd gefurzt.
„Hör doch mal auf damit, das nervt!“, sagte Heinzi.
Knatter…Der nächste Pups war so laut, dass der ganze Tisch wackelte. Jetzt reichte es Noatack, er schrie: „Wenn das noch einmal passiert, dann fliegst du raus!“
Plötzlich ging der Feueralarm an. Alle sprangen auf. Noatack klatschte sich auf die Stirn und sagte: „Ich muss vergessen haben den Herd auszuschalten.“
Furz, der sein Buch sonst fast immer in der Hand hatte, kreischte auf: „Oh nein, mein Buch ist noch in der Küche!“ Noatack rief: „Wir müssen das Feuer aufhalten, bevor es ins Wohnzimmer kommt und die Tiere sterben!“
Das Wohnzimmer bestand nämlich aus einem Wasserbecken, zwei Liegen, Tierkäfigen, einem Kronleuchter, zwei Sofas, drei Sesseln, einem Tisch und einem Bett.
„Wir könnten versuchen, das Wasser aus dem Becken zum Löschen zu benutzen!“, schlug Furz vor.
Als Furz gerade mit dem Kochtopf zum Becken rannte, trat er auf die Fernbedienung, mit der man die Möbel verändern konnte. Plötzlich wurden alle Möbel zu Holzmöbeln. Noatack fluchte: „Verdammt, jetzt kann sich das Feuer noch besser ausbreiten!“
Knister… Noch ein Teil des Zimmers ging in Flammen auf. Karin fragte: „Wo ist die verdammte Fernbedienung?“
„Da!“, rief Noatack und zeigte auf den Boden. Und wirklich, da war sie. Ipip hob sie auf und sagte: „Die ist Schrott!“ Die Fernbedienung zuckte.
„Wir bräuchten irgendetwas Kaltes!“, sagte Hope.
„Warum bin ich da nicht gleich draufgekommen?“, rief Minsel Sauger aus. „Mein Nassel!“
„Wer ist Nassel?“, fragte Karin.
„Nassel ist mein Drache. Wenn man seine Schuppen nass macht, gefrieren sie zu Eis!“, erklärte Minsel. Er holte eine Pfeife aus seiner Hosentasche und blies hinein.
„Schleppst du die immer mit dir herum?“, fragte Hope.
„Ja!“, antwortete Minsel ungeduldig.
„Wir müssen sofort anfangen!“, drängte Noatack.
Das Feuer hatte schon fast die Hälfte des Raumes eingenommen, da schob sich ein schuppiger Kopf durch die Zimmertür.
Alle halfen den Drachen zu wässern.
Heinzi, Hope, Ipip, Minsel Sauger, Miyu, D’Artagnon, Karin, Liv, Lissy und sogar Furz.
Nach kurzer Zeit waren alle Schuppen des Drachen eingefroren. Schließlich brachten sie ihn dazu, das Feuer mit den Schuppen zu löschen.
Nach und nach tauten die Schuppen wieder auf. Als die Schuppen wieder normal waren, brannte aber nur noch ein kleines Feuer, das Liv austrat. Sie jubelten und freuten sich.
Alle halfen die Wohnung wiederaufzubauen. Als sie damit fertig waren, sagte Noatack: „Jetzt wird gefeiert! Ich gebe ein Bier aus!“ Und dann feierten alle.

Mio, 9

[...]

Der sechste Abend
… an dem Heinzi haufenweise blaue Augen produziert.

Am sechsten Abend versammelten sich alle Sommergäste des Hauses in Heinzis Zimmer. Zum Essen gab es Pommes, Fisch, pures Hackfleisch, Fischzähne, Wackelpudding, Eis, Obst mit Eis, Kürbissuppe, Rotze, Boxhandschuhtorte und einen ganzen Hai. Als alle mit dem Essen fertig waren, wollte Heinzi noch eine ganze Gans essen. Also schlachtete er eine Gans. Als Noatack das sah, wurde er wütend. Er sagte: „Ich will nicht, dass du eine Gans isst!“ Heinzi antwortete darauf: „Prügeln wir uns im Boxring.“
„Meinst du das Podest da mit den drei Seilen in Blau und Weiß?“, fragte Noatack.
„Ja! Los geht’s, Noatack!“, sagte Heinzi.
Sie kletterten in den Boxring. Heinzi zog seine Boxhandschuhe an. Er schlug zweimal zu und schon war Noatack ohnmächtig. Heinzi war enttäuscht, dass der Kampf nur so kurz gedauert hatte. Er setzte sich auf sein Sofa, das auf seiner Riesenhängematte stand. Sie hatte oben eine Metallstange und eine Tür zum Reingehen. Heinzi hatte Lust weiter zu boxen. Er sagte zu seinen Gästen: „Kämpft mit mir oder haut ab!“ Die Gäste wurden wütend, weil Heinzi so unverschämt war und holten sich aus dem acht Meter hohen Schrank, der an der Decke hing, Boxerhandschuhe. Heinzi rief voller Freude: „Ein Boxwettbewerb?! Ich bin dabei! Ich helfe nur Noatack noch eben schnell auf die Beine.“ Heinzi schlug vor: „Alle gegen einen. Alle gegen mich!“ Sie boxten und boxten, bis es knackste und der riesige ausgestopfte Wal von der Decke krachte. Alle rannten davon, nur Heinzi nicht. Er boxte den Wal mit Mordskraft einfach wieder nach oben, sodass der Wal in der Decke stecken blieb. Heinzi fragte: „Weiterboxen?“ Alle riefen: „Ja!“ und boxten und boxten. Da furzte Furz und alle fielen ohnmächtig um. Furz wunderte sich: „Warum boxt denn keiner mehr?“ Aber keiner antwortete. Er sagte: „Gut, dann kann ich mein 1000-Seiten-Buch weiterlesen. Er las zwei Stunden lang und erst dann wachten die anderen wieder auf.
„Furz was machst du da?“, fragten ihn die anderen verwirrt. Furz antwortete: „Ich lese natürlich mein 1000-Seiten-Buch. Ich bin auf Seite 999!“ Heinzi sagte: „Dann lies noch die letzte Seite zu Ende und dann geht’s weiter mit dem Boxkampf!“ Furz willigte ein. Nach vier Stunden Prügelei trotteten alle mit einem blauen Auge nach Hause. Nur Heinzi rief noch voller Energie: „Tschüss ihr alle, bis morgen Abend!“
„Tschau“, sagten die anderen und gingen in ihre Zimmer.

Rasmus, 9

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