Über Nichts (schreiben)

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Projektdaten:

  • Titel: Über Nichts (schreiben)
  • Bündnispartner 1: Landgraf-Ludwig-Gymnasium Gießen, Reichenberger Str. 3, 35396 Gießen
  • Bündnispartner 2: Nordstadtverein Gießen e. V., Reichenberger Str. 9, 35396 Gießen
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Hessen e. V., Turmstr. 4, 35578 Wetzlar
  • Autorenpate: Daniel Schneider, geb. 1989, hat Erzählungen und Essays in unterschiedlichen Anthologien veröffentlicht. Von 2008 bis 2010 war er dreimal Preisträger des OVAG-Jugendliteraturpreises. 2018 verbrachte er als Stipendiat des Hessischen Literaturrats zwei Monate in Bordeaux, v.a. um an seinem ersten Roman Spindlers Wege zu arbeiten. Er nahm an zahlreichen Schreibworkshops in Deutschland und den USA teil, u.a. mit Feridun Zaimoglu, Olga Martynova, Thomas von Steinaecker, Ursula Flacke und Rob Halpern. Er studierte englische, deutsche und französische Literaturwissenschaft und promoviert derzeit zum englischen Essay. Durch seinen Zivildienst an einer Förderschule für praktisch Bildbare, seine Unterrichtsbesuche als Autor an Volkshochschulen und seine mehrjährige Lehrtätigkeit an Universitäten im In- und Ausland konnte er Erfahrungen in der Bildungs- und Kultur-Arbeit mit verschiedensten Menschen¬gruppen sammeln. Durch sein anderthalbjähriges Volontariat im Literarischen Zentrum Gießen e. V. und als ehemaliger Vorsitzender des Vereins Gefangenes Wort e. V. besitzt er zudem breite Erfahrung in der Organisation, Bewerbung und Durchführung unterschiedlichster Literaturveranstaltungen.
  • Zeitraum: 01.02.2020 - 30.08.2020
  • Format: Modul 2 (halbjährig)
  • Ort: Gießen
  • Bundesland: Hessen
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 217


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 217

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 217

 

Projektbeschreibung

Das Wort „Nichts“ besitzt in der Alltagssprache verschiedene Bedeutungen: Es kann bezogen werden auf etwas Abwesendes, dessen Anwesenheit erwartet wurde („nichts“ mit kleinem N), aber auch etwas Existentes, dem der eigentliche Inhalt, das innere Sein und Leben fehlt (das „Nichts“ mit großem N). Dabei haftet dem Wort auch immer etwas Abstraktes, Ungreifbares an, sodass sich die Frage stellt, ob sich das „Nichts“ überhaupt denken lässt, oder ob es etwa möglich ist, an nichts zu glauben. Und dann gibt es natürlich die Furcht vor dem Nichts, verbunden mit der Frage, was nach dem Leben kommt, oder mit der Angst vor der Bedeutungslosigkeit. All diesen Problemen sind die Philosophen im Laufe der Jahrtausende auf sehr unterschiedliche Arten nachgegangen.

In diesem Workshop soll die Annäherung an das Thema „Nichts“ auf verschiedene Weisen stattfinden, wobei die literarische und künstlerische Auseinandersetzung im Vordergrund stehen wird. Neben dem gemeinsamen Lesen und Besprechen von Janne Tellers Roman Nichts – Was im Leben wichtig ist sollen auch ganz lebenspraktische Erfahrungen mit Nichts gemacht werden, etwa versucht werden, ohne Handy auszu¬kommen oder mit nichts zu kochen. Davon ausgehend sollen alle Teilnehmer*innen zu ihrer ganz eigenen Sichtweise auf das Thema angeregt werden und diese in literarischen Texten zum Ausdruck bringen. Den Formen (Gedicht, Essay, Kurzgeschichte, Rap-lyrics etc.) sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Der Schriftsteller Daniel Schneider wird dabei Schreibtipps geben und die Teilnehmer*innen bei der Entwicklung und Ausarbeitung ihrer Ideen unterstützen. Der Philosophie-, Ethik- und Kunst-Lehrer Markus Lepper wird alle Sitzungen sowohl pädagogisch als auch mit fachlichem Input betreuen. Wie im Modul vorgesehen, sollen am Ende Texte von allen Teilnehmer*innen in einem Buch in der Reihe „Autoren¬patenschaften“ im Mitteldeutschen Verlag erscheinen.

 

Bilder

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Texte der Autorenpatenschaft Nr. 217


Holt mich hier raus, ich bin ein Handy!
Hilfe! Holt mich hier raus, ich bin ein Handy.
Ich wurde einfach hier in einen dunklen Raum gesperrt mit anderen Handys, die sowas von unter meinem Niveau sind. Schließlich bin ich das neue IPhone 11 Pro Max und das sind alles Vorgängermodelle, sowas von 2017. Ich halte es hier nicht mehr aus mit diesen Billigteilen, die nerven dermaßen. Ich muss sofort wieder zu meiner Chefin, die alleine würdig ist, mich in den Händen zu halten. Hilfe! Holt mich hier raus, ich bin ein Handy und ein Star!

Ayda E., 14 Jahre

Mein Tag ohne Handy
Heute musste ich mein Handy abgeben und ich werde es erst in fünf Tagen wiedersehen. Omg, ich will mir das alles gar nicht vorstellen. Ich hatte um 14 Uhr einen Zahnarzttermin und Junge, musste eine ganze Stunde ohne Handy warten, nur um dann 10 Minuten behandelt zu werden. Als ich zu Hause war, habe ich direkt gemerkt, wie schlimm und langweilig es ohne Tiktok, Instagram und Snapchat ist. Ich war ehrlich gesagt überfordert, was ich jetzt zu Hause machen könnte, da sonst meine einzige Beschäftigung mein wundervolles Handy ist. Nach langem habe ich wieder den Fernseher angeschaltet und habe irgendeinen Schrott geschaut.
Wir haben jetzt den nächsten Tag und ich muss noch eine Sache ergänzen. Ohne mein Handy bin ich zum ersten Mal früher als sonst schlafen gegangen, was mir ehrlich gesagt gutgetan hat. Trotzdem will ich mein Handy zurück und ich hoffe, diese schlimme Zeit geht so schnell wie möglich zu Ende.

Seyfo A., 15 Jahre


Absurder Nihilismus
Nihilismus
Etwas komisch
Man glaubt nichts
Wie soll das gehen?
Absurd.

Joel F., 14 Jahre


Verschmort
Alles ist still,
man hört nur das Knistern des Grills.
Alles ist endlos und fern.
Während wir das brutzelnde Fleisch begehr’n,
suchen wir Antworten auf unsere Fragen.
Wir suchen sie auf dem Kompost und im Garten.
Die Antworten sind hier und dort,
vielleicht auch längst verschmort.

Felix K., 14 Jahre


Die Macht, die wir dem Nichts geben
Ein Zustand? Ein Wert? Ein Gefühl? Etwas, das uns alle bewegt. Aber was bedeutet das „Nichts“? Ist es die Bedeutungslosigkeit? Die Leere? Welcher Wert wird ihm zugeschrieben? Ist es viel mehr als das? Alles ist nichts, bis es einen Wert bekommt. Erst die Macht, die wir dem Nichts geben, macht es so bedeutend. Es ist nichts und betrifft uns alle – eine tiefe Leere, die nicht zu füllen ist. Tief in uns drin wissen wir alle, dass wir, unser Dasein, unser Leben nichts sind. All das ist bedeutungslos, und um das zu umgehen, geben wir uns, unserem Dasein, unserem Leben einen Wert.
Wir geben dem Nichts einen Wert. Das ist es, was uns Menschen ausmacht – die Wertschätzung des Nichts. Es ist der Sinn, den wir suchen. Etwas Bedeutendes. Erst, wenn man das Nichts akzeptiert, bekommt es einen Sinn. Dieser Sinn ist kein Ziel und nicht das Glück, sondern die Fähigkeit zu akzeptieren, dass nur wir selbst uns all das geben können – ein Mindset.
Nichts ist bedeutungslos!

Hadiya Bechthold, 16 Jahre

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