Zeitzeichen: Schreibwerkstatt – Buchprojekt

 

Projektdaten:

  • Titel/Thema: Zeitzeichen: Schreibwerkstatt
  • Bündnispartner 1: Zoar – Vollstationäre Heimeinrichtung und Unterbringung für Kinder und Jugendliche , Eine Einrichtung der Diakonie, Im Bröhl 14, 35625 Rechtenbach Gemeinde Hüttenberg
  • Bündnispartner 2: Literarisches Zentrum Gießen, Kongresshalle, Südanlage 3a, 35390 Gießen
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Hessen e.V., Flutgrabenstr. 22, 35606 Solms
  • Autorenpate: Ursula Flacke - hat als Autorin 52 Bücher, Bühnenprojekte und Musicals geschrieben und u.a. für die „Sendung mit der Maus“ Songs und Geschichten und ca. 50 Drehbücher für „Schloss Einstein“ geschrieben. Schreibwerkstätten wurden schon öfters von Bundesministerien finanziert. Sie wird vom Deutschen Bibliothekenverband für Schreibwerkstätten empfohlen. Als Schauspielerin, Kabarettistin und Musikerin wirkte sie in unzähligen Fernseh-, Theater- und Filmproduktionen mit. Auszeichnungen u.a. Renate Chotjewitz-Preis, Deutscher Kulturförderpreis, Österreichischer Jugendliteraturpreis, der Goldene Spatz, (Drehbuch)
  • Zeitraum: 01.01.2015 - 31.12.2015
  • Ort: Hüttenberg
  • Bundesland: Hessen
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 16


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 16

 

Projektbeschreibung

Da es sich bei Zoar um eine vollstationäre Heimeinrichtung und teilstationäre Unterbringung handelt, ist im Prinzip eine langfristige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im außerschulischen Bereich gegeben, da auch an Nachmittagen, Wochenenden oder in den Ferien Termine abgesprochen werden können.

Die Heimleitung war von dem Projekt derart angesprochen, dass eine pädagogische Kraft, Steffi Weber, speziell für dieses Projekt abgestellt wird, die mit den Kindern die jeweiligen Werkstätten nachbereiten wird. Bei den Kindern und Jugendlichen handelt es sich sowohl um sozial benachteiligte Kinder, wie auch um Waisen und Migranten.

Folgende Projektarbeiten sind entwickelt, um mit den Kindern/Jugendlichen möglichst konkret und projekt- und erfolgsorientiert arbeiten zu können:

1. Entwicklung einer Heimzeitung, wobei aber immer im Hinterkopf der Aspekt bedacht sein muss, dass Texte für die Buchveröffentlichung erarbeitet werden. Allerdings ist es für die Kinder ein Erfolgserlebnis, möglichst schnell eigene Resultate vorweisen zu können. Durch die Kooperation mit einem sehr engagierten Journalisten ergibt sich auch die Möglichkeit, die Redaktionsräume einer Zeitung zu besuchen. Er wird das Projekt auch in der Tageszeitung vorstellen und begleiten, wodurch Öffentlichkeit hergestellt wird.  Ebenfalls soll im Herbst des Jahres mit den Kindern/Jugendlichen ein Besuch zum Hessischen Rundfunkt erfolgen, wo sie ihr Projekt selbst präsentieren können. Mehrere Journalisten und Redakteure sind bekannt, die dafür aufgeschlossen sind.

Die pädagogische Kraft Steffi Weber wird als Aufsichtsperson mitfahren, sodass generell Ausflüge dieser Art gewährleistet sind.

2. Schreiben von Texten unterschiedlicher Genre. Durch die Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen werden zwei Lesungen von bekannten Autoren besucht. Als Vorprogramm können die Kinder/Jugendlichen eigene Texte lesen, was eine hohe Motivation zur Kreativität freisetzt. Es wird Interesse an der Auseinandersetzung mit Literatur geweckt, was wiederum zur weiteren Schreib- und Sprachkompetenz führt.

Im Literatischen Zentrum Gießen wird auch das Buch mit den selbst verfassten Geschichten präsentiert.

3. Als Drehbuch – und Theaterautorin will Ursula Flacke mit den Kindern/Jugendlichen szenische Kollagen entwickeln, die mit Musiken unterlegt werden. Es wird eine Form der Bühnenpräsentation erarbeitet, die den Kindern/Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich selbst äußern zu können. Dazu gehört auch Sprachtraining und darstellendes Spiel. Dadurch wird das Selbstwertgefühl enorm gestärkt und die Schüler/Jugendlichen sind motiviert, das Projekt auch im Heim zu präsentieren.

Deshalb soll mit ihnen auch eine Theatervorstellung im Jugendtheater besucht werden.

Im Januar wird sich im Rahmen einer Lesung und Präsentation des Projekts Autorin Ursula Flacke vorstellen, um bei den Kindern und Jugendlichen das Interesse und Begeisterung für dieses Jahresprojekt zu wecken, damit sie sich auf so ein langfristiges Projekt einlassen. Die 15 Werkstatttage werden unterrichtsfern im Wohnheim der Zoar und im Literarischen Zentrum Gießen stattfinden. Die Teilnahme ist freiwillig.

 

Bilder

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 16


WAS IST DAS HAUS ZOAR?

Zoar ist ein Kinder- und Jugendheim. Es gibt sehr viele Einrichtungen von Zoar, z.B. Tagesgruppen, Wochengruppen und vollstationäre Gruppen. Die Heimleitung hat Fritz Mattejat und die Stellvertreterin ist Sigrid Zlydnik. Sie wird von uns Siggi genannt. Kinder und Jugendliche kommen dorthin, weil sie z.B. Probleme in der Familie, Schule oder mit sich selber haben. Nun habe ich, Selina Langer ein Interview mit der Heimleitung gemacht:

Frage: Warum wolltet Ihr überhaupt im Haus Zoar arbeiten und nicht woanders?

Siggi und Fritz: Wir wollten hier arbeiten, weil es uns gefällt, mit Kindern zu arbeiten. Außerdem arbeitet Fritz seit 2001 einmal in der Wochengruppe, in der Mühle und im Haus „Im Bröhl“. Früher war Siggi Che n und Fritz Stellvertreter. Doch Fritz wollte auch mal Chef sein und dann haben wir getauscht. Außerdem wollen beide weiterhin im Haus Zoar arbeiten.

Frage: Was gefällt Euch an der Arbeit im Haus Zoar?

Siggi und Fritz: Uns gefällt an der Arbeit, dass wir soviel mit Kindern und den Erziehern der Gruppe zu tun haben. Uns gefällt aber auch, dass wir Feste vorbereiten, Hauswirtschaftarbeit machen und beim Heimrat tätig sind. Siggi informiert außerdem Fritz als Vertreterin wenn sie etwas nicht gut findet. Uns beiden gefällt, dass wir jeden Tag was Neues erleben, dass wir nette Menschen kennenlernen und dass es nie langweilig wird.

Frage: Gab es manchmal auch Momente, wo ihr gesagt habt, dass Ihr gerne woanders arbeiten wolltet?

Siggi und Fritz: Wir finden, dass es keinen Tag gibt, an dem wir sagen würden, dass wir gerne woanders arbeiten wollten. Aber es gibt oft viele Tage, die sehr anstrengend und stressig sind, und wenn wir mal darüber nachdenken würden, ob wir woanders arbeiten wollten, dann wegen Stress und Zeitdruck.

Frage: Seid ihr zufrieden, wie das Haus Zoar ist und wie es hier generell aussieht.

Siggi und Fritz: Nein, es gibt noch so viel zu tun. Z.B. finden wir, dass im Moment die kleineren Kinder viel mehr Möglichkeiten haben, etwas zu spielen, im Gegensatz zu den Jugendlichen. Auch finden wir, dass es mehr Projekte für die Kleineren gibt. Wir haben zu wenig Zeit, um alles auf einmal zu verändern. Doch das Negative dabei ist, dass noch nicht so viel verändert werden konnte.

Frage: Was ist jetzt anders als früher, als das Haus Zoar aufgemacht hat? (In den ersten paar Jahren)

Siggi und Fritz: Früher war Haus Zoar nicht nur ein Kinderheim, sondern auch ein Behindertenheim, ein Heim für Waisenkinder, und erst ab 1935 war Haus Zoar ein richtiges Kinderheim. Früher haben auch noch viele Menschen mit einer Behinderung bei uns geputzt. Es wurden immer mehr Räume angebaut. Früher gab es nur große Räume, keine Einzelzimmer. Alle haben zusammen in einem großen Schlafsaal geschlafen. (Aber trotzdem Mädchen und Jungen getrennt). Früher hat auch noch mittags um 12 Uhr die Glocke geläutet. Die Kinder haben auch auf Feldern gearbeitet. Die Kinder sind früher ungefähr zehn Jahre hier geblieben und sind als Jugendlicher oder Erwachsener gegangen. Früher sind auch schon Babys hierhingekommen. Das letzte Waisenkind, das hier war, ist 2005 gegangen.

Frage: Seid ihr auch manchmal traurig, wenn Kinder oder Erzieher Haus Zoar verlassen?

Siggi und Fritz: Ja, wir sind schon ein bisschen traurig, wenn wir z.B. eine enge Beziehung zu einem Kind oder Erzieher hatten. Aber wir freuen uns auch sehr, z.B. für das Kind, wenn es wieder nach Hause zieht. Manchmal bleiben wir aber mit dem Kinder oder Erzieher in Kontakt. (Facebook, Sommerfest)

Frage: Wenn im Haus Zoar noch ein Platz frei ist, nehmt ihr dann jedes Kind?

Siggi und Fritz: Nein nicht immer, aber die Kinder haben erst ein Vorstellungsgespräch bei uns und dann überlegen wir zusammen, ob Haus Zoar der richtige Ort für das Kind ist. Wenn wir aber wissen, ob ein Kind raucht oder auch Drogen nimmt, oder Gewalt ausübt, nehmen wir es meistens nicht auf.

Frage: Dürfen Beziehungen zwischen Kindern und Jugendlichen sein, und wenn ja, wer entscheidet das, ob sie das dürfen?

Siggi und Fritz: Das Gesetz sagt hier in Haus Zoar, dass unter 16 Jahren kein Geschlechtsverkehr sein darf, aber wenn das Mädchen z.B. bei dem Jungen zu Hause schlafen darf, dann liegt das nicht in unserer Entscheidung.

Interview von Selina Langer, 13 Jahre

Gestern und heute

Mein Papa war Flüchtling aus Albanien. Er war ungefähr achtzehn Jahre alt, als er mit seinen drei Schwestern ohne seine Eltern vor dem Bürgerkrieg floh.
Mein Papa hat ießend Deutsch sprechen gelernt. Einmal sprach ich meinen Papa auf seine Flucht an. Er lenkte vom ema ab und sagte mir, dass er darüber nicht reden will. Gerne hätte ich von ihm etwas über seine Vergangenheit erfahren. Denn in der Gegenwart iehen auch Menschen vor dem Krieg. Vielleicht frage ich ihn irgendwann noch einmal ...

Elion Makici, 11 Jahre

Der Baum und der Krieg

Es war einmal ein Blatt. Es war fröhlich, weil es am schönsten Baum der Stadt hing. Eines Tages war im Land Krieg und das Blatt hatte Angst um den Baum und weinte. Eines Morgens im Juli um 6.00 Uhr war Krieg und der Baum wurde als Deckung genutzt. Es kam zur Schießerei und der Stiel von dem Blatt wurde von einer Kugel abgeschossen. Es flog herunter und sah, dass die schöne Wiese ganz hässlich geworden war. Auf der hässlichen Wiese sah es Tretmienen, Granaten, MG-Geschosse und vieles andere. Das Blatt hatte Angst, dass der Baum kaputt gehen könnte.

Als es fünf Meter über dem Boden war, sah es, wie ein Soldat in eine Tretmiene lief und sie explodierte. Das Blatt sah ein anderes Blatt, was angeschossen war und flog zu ihm. Zusammen überlegten sie, was sie tun könnten, um den Baum zu retten. Sie versuchten alles, aber nichts gelang.

Nach fünf Tagen gewann ihr Dorf, aber der Baum war entwurzelt und ein paar Äste waren kaputt. Als Dank, dass der Baum ihnen so gute Deckung gegeben und Leben gerettet hatte, pflanzten die Bewohner ihn am schönsten Platz des Dorfes wieder ein. Dann haben sie alle Blätter eingesammelt, in das berühmteste Museum des Landes gebracht und den Baum auf ihr Geld eingraviert.

Der Baum war glücklich und auch im Dorf haben zwei Drittel der Blätter überlebt. Zur Feier haben die Dorfbewohner zehn Tage lang ein Fest gefeiert und geholfen, dass Kindersoldaten nie mehr in einem Krieg kämpfen müssen. Die Kinder aus aller Welt müssen nicht mehr in den Krieg und dürfen zur Schule gehen. Sie waren sehr glücklich und dankten dem Baum.

Brian Becker, 12 Jahre

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