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Projektdaten:

  • Titel: „Chika und Mikasch“ – Glück ist keine Angst zu haben
  • Bündnispartner 1: Grundschule Am Mühlenberg, Schulstraße 1, 18236 Kröpelin
  • Bündnispartner 2: Stadtbibliothek Kröpelin, Hauptstraße 5, 18236 Kröpelin
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Mecklenburg-Vorpommern e.V., c/o Literaturhaus Rostock, Doberaner Straße 21, 18057 Rostock
  • Autorenpate: Carmen Blazejewski wurde in Sachsen geboren und lebt seit 1993 in Mecklenburg-Vorpommern. Sie studierte Theaterwissenschaften in Leipzig und arbeitete als Regieassistenz in Berlin. Seit 1986 ist sie freischaffende Drehbuch-, Kinderbuchautorin und Dramaturgin. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien.
  • Zeitraum: 16.04.2018 - 23.05.2018
  • Format: Modul 3 (kurzzeitig)
  • Ort: Kröpelin
  • Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 34


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

Download des Buchs (PDF)

Für diese Maßnahme ist auf Grund der kurzen Dauer keine Publikation vorgesehen. Texte und Bilder des Projektes finden Sie weiter unten.

 

Projektbeschreibung

Grundlage des Projektes sind das Kinderbuch „Chika, die Hündin im Ghetto“ von Batsheva Dagan sowie der gleichnamige Puppentrickfilm.

Batsheva Dagan wurde als junges Mädchen in Schwerin als Jüdin denunziert und war – wie alle Mitglieder ihrer Familie – in verschiedenen Konzentrationslagern. Sie und ihr kleiner Neffe Mikasch sind die einzigen Überlebenden. Heute lebt Batsheva Dagan in Israel. Dort hat sie nach dem Krieg als Kinderpsychologin und Autorin gearbeitet. Bereits über 90-jährig, kommt sie immer noch jedes Jahr nach Schwerin, um dort mit SchülerInnen über ihr Schicksal zu sprechen. Das Anliegen ihres Kinderbuches „Chika, die Hündin im Ghetto“ ist es, bereits Kinder ab 5 Jahren mit dem Thema Holocaust auf emotionale Weise so vertraut zu machen, dass der Glaube an das Gute und positive Impulse gestärkt werden. Die deutsche Ausgabe des Kinderbuches ist liebevoll illustriert.

Der gleichnamige 15-minütige Puppentrickfilm wurde u. a. von der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern unterstützt und hatte 2016 Welturaufführung. Carmen Blazejewski hat das Drehbuch geschrieben, das weniger didaktisch und viel sinnlicher als die Buchvorlage ist und zusätzliche Episoden enthält. Produziert wurde der Film von TRIKK 17 Hamburg. Die Regisseurin Sandra Schießl hat für ein originelles Szenenbild und liebenswerte Figuren gesorgt. Der Film war auf vielen internationalen Festivals erfolgreich und hat mehrere Auszeichnungen, u.va. in Deutschland, Frankreich und den USA erhalten sowie das Prädikat „Besonders Wertvoll“ der Filmbewertungsstelle Wiesbaden.

Die Geschichte, die sie uns in ihrem Kinderbuch erzählt, ist Vergangenheit und doch von bleibender Aktualität. Unsere Kinder wissen von Flucht und Krieg nicht nur aus den Medien, sondern auch durch Begegnungen mit Flüchtlingskindern. Ausweglose Situationen und Ängste gibt es aber auch in ihrem eigenen Leben. Wie gut zu erfahren, dass ein glücklicher Ausgang möglich ist! So wie für Chika und Mikasch!

Eine interaktive Beschäftigung mit Buch und Film vermittelt nicht nur Wissen, sondern unterstützt die emotionale Entwicklung der Kinder in besonderer Weise. Darüber hinaus bietet der Vergleich von Buch und Film einen Beitrag zur medienpädagogische Bildung.

Ängste und ihre Ursachen erkennen und benennen sind der erste Schritt, sie überwinden zu können. Auf die Frage, was dabei möglich oder unmöglich, hilfreich oder gefährlich ist, können die Kinder viele verschiedene eigene Antworten finden. Ängste sind nicht „böse“ – sie haben verschiedene Aufgaben: Sie warnen, veranlassen zu Vorsicht wie Mut, zu Feigheit oder Tapferkeit, mobilisieren Nachdenken, Tatkraft und Phantasie. Ängste können sowohl egoistischer als auch sozialer machen. Sozialer Zusammenhalt und gemeinsames Agieren sind eine Hilfe, aber auch eine Gefahr. Letzteres ist für Kinder schwer zu verstehen, da sie auf ein soziales Netz weit mehr noch als Erwachsene angewiesen sind. Angst kann persönliche und/oder gesellschaftliche Ursachen haben. Wann ist es möglich, Ursachen bereits in ihrem Entstehen so zu beeinflussen, dass gar nicht erst Angst entstehen muss? Wer kann dafür sorgen? Was kann ich selbst tun?

Glück ist besonders fühlbar, wenn wir uns aus einer angstbesetzte Situation zu befreien vermögen. Wie fühlt sich Glück an? Können wir dieses wunderbare Gefühl fest halten? Wenn ja, wie lange? Etwa für immer? Glück hat verschiedene Formen. Manchmal erkennen wir es gar nicht. Dann wieder meinen wir, glücklich zu sein, können es aber nicht fühlen. Stimmt es, dass wir glücklich sind, wenn wir keine Angst haben? Wie hängen unsere Gefühle zusammen? Wenn wir mehr darüber wissen, können wir uns und andere besser verstehen und füreinander besser da sein.

 

Bilder

Für diese Autorenpatenschaft liegt uns leider kein digitales Bildmaterial vor.

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 34


Der Krieg

1

Ich habe Angst vorm Krieg, weil mein Onkel war im Krieg. Er hat im Krieg ganz Schlimmes erlebt. Der Krieg war so schlimm! Mein Onkel hat immer wieder das Schlimme geträumt. Er konnte es nicht aushalten. Er ist immer wieder zu seiner Mutter hin und hat geweint. Er konnte nicht aufhören zu weinen. Dabei war er schon ein großer Mann. Er war auch schon alt. Aber trotzdem. Das ist der Krieg.

2

Meine Familie ist aus Polen. Aber das war nur früher so. Wir leben alle in Deutschland. Und früher in Polen waren wir auch deutsch. Wir sind keine Polen. Immer deutsch! Ich war schon mal in Polen. Mir gefällt es dort. Aber ich war nicht dort, wo wir früher waren. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass meine Uroma nicht von dort weg wollte. Weil es da schön ist. Sie musste gehen oder wurde erschossen. Die anderen alle auch. Mein Vater sagt, in Deutschland hat es ihr nie gefallen. Obwohl sie doch deutsch ist! Ich finde, Polen sieht nicht wirklich anders aus. Dass sie da unbedingt zurück will! Komisch. Ich kann sie nicht fragen, warum das so wichtig für sie ist. Ich kenne meine Uroma überhaupt nicht. Oder war das meine Ururoma? Oder Urururoma? Oder... Keine Ahnung!

3

Mein Uropa war auch im Krieg. Er war sogar General. Bei der Marine. Aber das hat ihm dann auch nichts genützt. Er ist trotzdem im Krieg gestorben.

4

Mein Vater ist im Krieg. Er ist bei der Bundeswehr. Wo er ist, weiß ich nicht. Habe ich nicht gefragt. Er ist immer lange weg. Ich habe keine Angst vorm Krieg. Die Bundeswehr ist stark. Ich will nie zur Bundeswehr und immer so lange von meinen Kindern weg sein. Ich wünsche mir, dass es auf der ganzen Welt keinen Krieg gibt.

5

Mein großer Bruder will zur Bundeswehr. Aber meine Mutter sagt: „Nein, das machst du nicht!“ Weil er muss dann machen, was andere sagen und auch gehen, wo Krieg ist, wenn sie das sagen. Dann kann er verletzt werden. Oder erschossen. Ich habe schon gesehen, dass meine Mutti geweint hat. Bloß wegen meinem Bruder. Außerdem hat sie gesagt: „Du kannst sowieso nicht machen, was andere sagen! Du hörst ja nie! Die nehmen dich gar nicht!“ Vielleicht ist es spannend, wenn mein Bruder bei der Bundeswehr ist.


Zusammenhalten

1

Egal was kommt, Familie muss zusammenhalten!

2

Wenn ich Angst habe, kann ich zu meinen Eltern gehen. Ich darf mich auch nachts zu ihnen ins Bett legen. Hauptsache, ich bin leise dabei, weil sie müssen früh aufstehen alle beide und zur Arbeit gehen. Ich bin dann in der Schule und im Hort. Wenn alle um mich rum sind, habe ich keine Angst. Angst kenne ich nur, wenn ich alleine bin.

3

Wenn mein kleiner Bruder bei mir ist, habe ich keine Angst, denn ich muss auf ihn aufpassen.

4

Wenn ich mit dem Rad zu meinen Freunden ins Nachbardorf fahre und es dunkel wird, drehe ich mich immer um. Es sind dreieinhalb Kilometer und immer durch den Wald. Ich denke immer, dass ein Wolf kommt. Vielleicht stimmt es, dass sie Menschen nichts tun, aber es ist mir unheimlich. Vor Wildschweinen habe ich keine Angst! Es war schon eins auf unserem Hof. Das hat ein tiefes Loch gebuddelt, man sieht es heute noch. Einmal wollte mein Freund mit zu uns, das Loch ansehen. Da sind wir zusammen mit dem Rad zu mir gefahren. Wir haben die ganze Zeit erzählt, und dann waren wir schon da. Ich habe mich keinmal nach dem Wolf umgedreht! Ich hatte keine Angst, dabei wurde es schon dunkel! Dann durfte mein Freund bei uns übernachten. Er hat bei mir im Zimmer geschlafen. Wir haben gruselige Geschichten erzählt und nur gelacht! Mit meinem Freund habe ich keine Angst. Höchstens die Angst, dass wir uns eines Tages trennen. Aber das passiert nie!

5

Wenn eines Tages ein Mann kommen würde und sagt: „Gib deinen Hund her!“ Das würde ich nicht machen! Ich würde sofort zu unseren Nachbarn gehen, die auch einen Hund haben. „Müsst ihr den auch hergeben?“ Und wenn sie sagen: „Nein!“, weiß ich, dass das nur ein Betrüger ist. Und wenn sie sagen: „Ja!“, überlegen wir zusammen, was wir machen können. Vielleicht die Hunde verstecken. Aber trennen tun wir uns nie!

6

Unser Hund ist mein Liebling! Den gebe ich nie her! Das ist grausam für das Tier, wenn es einfach weggenommen wird. Ich würde zur Polizei gehen. Dann frage ich die Polizei, ob das stimmt, dass sie die Hunde wegnehmen. Es gibt nämlich Betrüger, die ziehen eine Uniform an und sagen nur, sie sind von der Polizei, dabei stimmt das gar nicht! Die Polizei ist da zum Helfen. Sonst ist es keine echte Polizei. Erst recht im Krieg muss die Polizei helfen! Sonst verdient sie den Namen nicht!

7

Man muss zu seinem Tier halten! Hunde sind so treu! Da müssen wir wenigstens auch treu sein! Wenn mir jemand meinen Hund wegnehmen will, verstecke ich ihn unterm Bett. Wenn er da nicht lange bleiben kann, weil er Bewegung braucht und Futter und er bellt ja auch, dann bringe ich ihn zu Verwandten. Fremden gebe ich meinen Hund nicht mit! Da kann er sich auf mich verlassen!

8

Gebroch’ne Liebe – was Schlimm’res gibt es für mich nicht!

9

Bei Oma und Opa in Bützow war der Tsunami. Der hat die Bäume nur so umgeknickt. Der Park sah furchtbar aus! Das Dach vom Haus war mit einem Schlag abgedeckt, sagt Opa, aber mit einem Schlag! Es waren viele Dächer weggeflogen! Jetzt sieht man davon gar nichts mehr. Im Gegenteil! Bützow ist noch schöner als vorher. Außer der Park. Den Bäumen kann niemand helfen. Aber sonst haben alle zusammengehalten und Bützow wieder aufgebaut. Meine Oma hat auch geweint. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es wieder so schnell geht. Ihr Haus hat jetzt ein rotes Dach. Die Ziegel glänzen so. Viel schöner als die Ziegel vorher. Ich kann das sagen, weil ich weiß das alles noch genau. Mutti sagt, das kann ich gar nicht, weil ich viel zu klein war. Kann ich aber doch! Vor einem Tsunami muss man nur ein bisschen Angst haben. Es gibt Schlimmeres. Was beim Tsunami kaputt geht, kann man meistens wieder aufbauen. Da helfen sogar alle mit! Wenn sonst was kaputt geht, also nicht vom Tsunami, helfen nicht so viele. Dann fließt auch das Geld nicht richtig. Da soll man mehr vor Angst haben!


Was ist Glück?

1

Glück fühle ich im Hals,
im Herz,
im Bauch –
überall im ganzen Körper.
Weil ich so glücklich bin!

2

Ich bin glücklich, wenn ich mit meiner Freundin Detektiv spiele! Ich habe zu Hause ein doppeltes walki talki. Eins habe ich meiner Freundin Susi abgegeben. Wir sind mit dem Fahrrad los und haben gesehen, wie Jungs auf ein Baugerüst geklettert sind. Nach einer Weile sind wir umgekehrt, weil wir dachten, dass sie noch oben sind. Sie waren noch oben! Wir haben uns in einem Busch versteckt. Die Fahrräder haben wir auch hinter die Büsche gestellt. Ich bin den Berg hoch und habe mich flach hingelegt. Melinda war hinter dem Busch und hat alles aufgeschrieben. Ich habe ihr über walki talki erzählt, was die Jungs machen. Plötzlich sind sie gekommen und haben mich angeschrien. Weil ich sie gestalkt habe. Aber das stimmt gar nicht!

Wir wollten sauber abschreiben, was Susi mitgeschrieben hat, aber dann hatten wir keine Lust mehr. Ich habe gesagt, ich lese mir das erstmal in Ruhe durch und verbessere das und dann schreiben wir es ab. Aber dann habe ich das nicht gemacht, weil ich keine Lust dazu hatte. Das war mir zu anstrengen! Und dann wollte ich es machen und konnte nicht mehr richtig lesen, was Susi aufgeschrieben hat und konnte mich leider auch nicht mehr erinnern.

Aber es hat total Spaß gemacht und ich bin einfach glücklich, wenn ich daran denke und Susi und ich wollen das wieder machen!

3

Glück ist ein schönes Gefühl! Es kommt, wenn man Spaß hat. Oder beim Kuscheln. Und Küssen. Liebe!

4

Glück ist:
Familie
Das neue Geschwisterchen
Mein Geburtstag
Dein Geburtstag
Jeder Geburtstag -
Immer wenn ich eingeladen bin!

Glück ist:
Gute Noten haben,
gewinnen,
lesen,
Bücher,
Filmmuseum
Sport –
Zur Schule gehen!

Glück ist:
Wenn Ferien sind,
wir Urlaub machen,
Rodos (Griechenland)
Tenerifa (Spanien-Insel)
Buda und Pest (Ungarn)
Lisabon (Portugal)
Sevilla und Hvela (Espana) –
In den Pool springen!

Glück ist:
in die Natur gehen,
reiten,
spielen,
schwimmen,
Tiere,
ein Zoobesuch,
meine Katze –
Videospiele!

Glück ist:
Weihnachten,
Ostern,
Geburtstag,
Nikolaus,
Oma- und Opa- Tag,
Gummibärchen,
Geschenke kriegen –
Ein Lotto-Gewinn!

Glück ist:
Hansa Rostock,
FC Bayern,
Dortmund,
KSV,
Real Madrid,
Liverpool,
FC Rostock United –
Fange spielen um den Tisch!

Glück ist:
Küssen,
Kuscheln,
Freunde,
Liebe –
Nüssi Küsst!

5

Glück ist, wenn ich Geburtstag habe und Geschenke bekommen. Ostern, Weihnachten und Geburtstag.

Glück ist ein neues Nintendospiel.

Noch mehr Glück ist, wenn mein Gips vom Arm abgenommen wird und wenn der Arm gesund ist.

Mein Vater sagt, wenn ich groß bin, muss ich zurück in die Türkei. Zum Arbeiten. Mein Glück ist, wenn ich in Deutschland bleiben darf und nicht zurück muss in die Türkei!

6

Ich habe Glück, wenn ich Geburtstag habe und Schule ist. Ich möchte nicht am Wochenende Geburtstag haben oder wenn Ferien sind. Wenn ich in der Schule Geburtstag habe, kommen alle und gratulieren mir. Alle aus meiner Klasse, alle im Hort, alle Lehrer. Das ist das schönste Gefühl!

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