Dreylande oder die Suche nach dem Grün

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Projektdaten:

  • Titel: Dreylande oder die Suche nach dem Grün
  • Bündnispartner 1: Grundschule Nord am Reitbahnsee, Hufeisenstr 1, 17034 Neubrandenburg
  • Bündnispartner 2: Literaturzentrum Neubrandenburg e.V., Brigitte-Reimann-Literaturhaus Gartenstr. 6, 17033 Neubrandenburg
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Mecklenburg-Vorpommern e. V., c/o Literaturhaus Rostock, Doberaner Straße 21, 18057 Rostock
  • Autorenpatin: Regina Raderschall (Jahrgang 1956) kommt ursprünglich aus Berlin. Sie arbeitete nach dem Germanistik/Publizistik-Studium als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache in Athen und betreute benachteiligte Jugendliche im Christlichen Jugenddorfwerk Berlin. Seit 1996 denkt sie sich in Neubrandenburg Geschichten für große und kleine Leute aus. Erst entstanden „Die Abenteuer um das geheimnisvolle Tulip“, dann, gemeinsam mit der Malerin Margarethe Heydolph und vielen Schulkindern, die Neubrandenburger Märchen- kunstbücher. Seit ihrer Autorenpatenschaft 2016 hängt „Das Große Neubrandenburger Erzählbild“ in einer Grundschule. Natürlich gibt es auch ein spannendes Buch mit von Kindern geschriebenen Geschichten dazu.
  • Zeitraum: 01.01.2019 - 31.12.2019
  • Format: Modul 1 (ganzjährig)
  • Ort: Neubrandenburg
  • Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 134


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 134

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 134

 

Projektbeschreibung

Kern des Projekts ist das wortwörtliche „Sichtbarmachen“, die kindgerechte Veranschaulichung einer rassistischen Grundhaltung und deren Überwindung mithilfe eines Märchens.

Als Grundlage fungiert die Geschichte von Regina Raderschall. In Dreylande werden die Menschen streng nach ihrem, den Grundfarben entsprechenden, Aussehen unterschieden. Die Leute aus Blauen, Rotenburg und Gelbensande mögen einander nicht und pflegen ihre Vorurteile. Es gilt „rein“, das heißt einfarbig zu bleiben. Die drei Städte führen seit Jahrhunderten Kriege gegeneinander, denn jede ist überzeugt, ihre Farbe sei die schönste und deshalb müsste sie die anderen beherrschen. Alle Bilder werden in den Farben der jeweiligen Stadt gemalt, wer zuwider handelt, der verliert seinen Kopf.

Dreylande ist ein wunderschönes Land mit herrlichen Wiesen und Wäldern, doch genau diese kann auch der begabteste Künstler nicht auf die Leinwand zaubern, denn es gibt nirgends die Farbe Grün. Und das ist sehr, sehr traurig...

In der ersten Phase werden die Kinder aufgefordert, Geschichten, die die Haltung der „Blauen“, „Gelben“ und „Roten“ zeigen, zu entwerfen. Hier zeigt sich, wieviel rassistisches Gedankengut sie bereits aus der Umgebung aufgenommen haben.

„Die Suche nach dem Grün“, das nur aus einer Mischung von zwei Grundfarben entstehen kann, leitet die zweite Phase ein, in der es um die Ein- und Beschränkung durch den Rassismus geht. Dazu gibt es einen Projekttag zu den real existierenden Verhältnissen.

In der dritten Phase bringt farbige Vielfalt und die Aufhebung des „Reinheitsgebots“ den Einwohnern von Dreylande Glück und das Märchen zu einem guten Ende.

 

Bilder

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 134


Ein klitzekleines Märchen zum Probieren: Der goldene Schlüssel


Jedes Kind bekommt das gleiche, bunte, hart kartonierte Notizbuch. So kann es sich zurückziehen und das Kopfkino in Ruhe anspringen lassen, nachdem ich das kurze Märchen Der Goldene Schlüssel der Gebrüder Grimm vorgelesen habe. Es ist der Originaltext aus dem Jahr 1812, um zu zeigen, dass Sprache lebt und sich verändert.

Es geht um einen Jungen, der im Winter beim Holzsammeln einen goldenen Schlüssel samt einem eisernen Kästchen dazu findet und endet so: … und der Schlüssel paßte gerad, da drehte er ihn einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen hat, dann werden wir sehen, was darin liegt.

Wie könnte das Märchen wohl weitergehen?


Er hatte auf einmal einen Schreck bekommen, weil in der Kiste ein Mann war, der Wünsche erfüllen kann. Der Junge hat sich gewundert und hat sich gewünscht:

„Ich wünsche mir ein warmes und großes Haus.“

„Dein Wunsch ist erfüllt.“

„Woah, ich bin reich!“

„Ja, bist du.“

Und am Nachmittag war es seltsam draußen.

„Oh, nein, die Kiste ist weg, ich muss meine Kiste wiederfinden!“

- Medine Demir, 9 Jahre


Der Junge fand ein Vogelei, es war schon 6 Tage alt, als er es herausnahm. Es begann plötzlich zu wackeln. Während er es hielt, wurde das Ei warm und es bekam Risse und es brach auf. Es kam ein wesen raus, das aussah wie eine Echse.

Plötzlich fing es an Feuer zu speien und das Kind bemerkte; das ist ein Drache. Der Junge erschrak und ließ das Ei fallen, während er den Schlüssel in der anderen Hand hielt. Und plötzlich wurde das Holz, das er gesammelt hatte, zu Leckereien und Muffins. Das Kind bemerkte, dass der Drache eigentlich ein Zauberdrache war. Er nahm den Drachen mit zu sich nach Hause und zeigte seinem Vater den Drachen. Das Kind sagte dem Vater, dass der Drache magisch sei und er ihm alle Wünsche erfüllen könnte. Als erstes wünschten sie sich eintausend Torten. Aber der Vater behielt sie für sich allein. Beim nächsten Mal auch. Eines Tages brachte ein Bote dem König eine Nachricht, dass ein Kind einen Zauberdrachen hatte. Der König wurde eifersüchtig und befahl, dass Ritter ihm den Drachen bringen sollten.

Eines Tages kamen die Ritter zu dem Haus des Kindes. Der Vater war kein guter Vater, also hoffte er, die Schuld auf das Kind zu schieben. Als das Kind kam, wurde es ohne Grund in das Verließ geworfen und der König nahm sich einfach so den Drachen. Es war eine dunkle Nacht und das Kind dachte an die Nacht, in der es den Zauberdrachen gefunden hatte.

Eines Tages holte der König das Kind in den Thronsaal. Der König fragte, wo das Kind den Drachen gefunden hätte. Das Kind sagte nichts, also kam es wieder in das Verließ. In der Nacht kam eine Taube und brachte einen Stein, es war ein Talisman, er brachte ihm Glück. Das Kind nahm den Talisman an sich.

- Sigisleif Fisch, 10 Jahre


Und er fand ein Buch mit einer Hand drauf, und auf der Hand war die Zahl 2. Das war ein Tagebuch von einem Wissenschaftler, und es gibt noch zwei andere Bücher, aber sie dürfen keinem Bösen in die Hände kommen, denn auf jeder letzten Seite ist ein Bauplan für ein Portal.

Colin Dobber, 9 Jahre

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