Projektdaten:

  • Titel/Thema: Geschichtensucher (er)finden ein großes Neubrandenburger Erzählbild
  • Bündnispartner 1: Grundschule Mitte, Katharinenstraße 1, 17033 Neubrandenburg
  • Bündnispartner 2: Literaturzentrum Neubrandenburg e.V., Gartenstraße 6, 17033 Neubrandenburg
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Mecklenburg-Vorpommern e.V., c/o Literaturhaus Rostock, Doberaner Straße 21, 18057 Rostock
  • Autorenpate: Regina Raderschall - kommt ursprünglich aus Berlin. Nach dem Germanistik/Publizistik-Studium arbeitete sie als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache in Athen und betreute benachteiligte Jugendliche im Christlichen Jugenddorfwerk Berlin. Seit 1996 lebt und schreibt sie in Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Entstanden sind unter anderem das Kinderbuch „Die Abenteuer um das geheimnisvolle Tulip“ sowie 2009 bis 2015 als gemeinsame Projekte mit der Malerin Margret Heydolph und Schulkindern die „Neubrandenburger Märchenkunstbücher“ und ein Riesenleporello.
  • Zeitraum: 01.01.2016 - 31.12.2016
  • Ort: Neubrandenburg
  • Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 21


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 21

 

Projektbeschreibung

Etwa sechs bis acht Drittklässler aus dem Sozialen Brennpunkt sammeln ein Jahr hindurch Szenen und Geschichten für ein großes Erzählbild ihrer Stadt. Auf diesem Bild gibt es für den Betrachter eine Fülle von Einzelheiten und gleichzeitig ablaufenden Geschehnissen aus den entstandenen Texten zu entdecken.

Warum ein Bild als Anreiz? Malen und zeichnen tun die meisten Kinder in diesem Alter gern, schreiben nicht unbedingt. Da gibt es bei vielen Hemmschwellen, das „riecht“ zu sehr nach Schule, Arbeit, Anstrengung. Und genau die Kinder, die solche Vorbehalte haben, will das Projekt erreichen. Die künstlerische Anbindung stellt einen starken Schreibanlass her. Wesentlicher als Schreibtechniken zu erlernen, ist die Entdeckung der Schreib- und Leselust. Das Projekt soll Freude bringen und Neugier wecken. Im Vordergrund steht die Freiwilligkeit, das Angebot, der Prozess, nicht etwa eine zu errichtende „Schreibschule“.

Dem Spiel wird viel Raum gegeben.

In den 11 Workshops des ersten Halbjahres bis zu den Sommerferien (25.7.-3.9.16) werden die Texte erarbeitet, wobei zeitgleich erste Skizzen für das Erzählbild entstehen. Im Sept./Oktober folgen 3 Workshops, in denen das Erzählbild als Ganzes erarbeitet wird. Der 15. Workshop im Spätherbst dient der Vorbereitung auf die Abschlussveranstaltung im Dezember, auf der das Bild in schwarz/weiß sowie das Buch mit den Texten präsentiert werden.

Ob das Thema eines Workshops „Bücherwürmer und andere Tiere“, „Märchen“, „Schulgeschichten“ oder „Ich im Jahr 2500“ lautet – wesentlich ist bei der anschließenden Textproduktion der Bezug auf die unmittelbare, reale oder fiktive Umgebung der Kinder.

Zu den meisten Workshops gehört ein Ausflug; einmal geht nur zwei Straßen weiter, ein andermal in den Wald, wo viele Märchen spielen, oder die Kinder sehen sich unter kundiger Führung eine innerstädtische Baustelle an. Darüber hinaus werden Menschen eingeladen, die etwas Interessantes zu erzählen, zeigen oder vorzuspielen haben. So entsteht ein vielfältiges Bild Neubrandenburgs.

Jede entstandene Miniatur, Szene oder Geschichte wird mithilfe der Autorin er- oder bearbeitet und unter Anleitung der Malerin durch ein Detail oder einer Szene illustriert. Diese finden sich auf dem gemeinsamen Erzählbild aller Kinder wieder. Nach Art eines Stadtplans zusammengefaltet und im Kleinformat liegt es später der Publikation zum Gesamtprojekt bei. Das Original bleibt in der am Projekt beteiligten Schule.

Die gemeinsame Erarbeitung des Erzählbildes wird in spielerischer Form erfolgen. Die Kinder werden angeregt, ihre Texte umzusetzen, dabei wird ihre Phantasie gefordert sein und gleichzeitig werden sie sensibilisiert, genau zu beobachten und Details zu entdecken, deren Darstellung das Gemeinschaftsbild bereichern werden. Ebenso wird es für sie eine wertvolle Erfahrung werden, in der Gruppe gemeinsam ein Bild entstehen zu lassen.

Die Texte werden anschließend in der Buchreihe „Autorenpatenschaften“ gedruckt und Auszüge des Erzählbildes in schwarz/weiß dargestellt. Die Präsentation des Buches bildet den Abschluss.

Die Workshops werden größtenteils im Brigitte-Reimann-Literaturhaus stattfinden. Die Kinder kommen hier an einem Ort zusammen, der sich auf verschiedenste Weise mit Literatur beschäftigt. In der Dauerausstellung erfahren sie etwas über die Schriftstellerin Brigitte Reimann, die als Kind auch Märchen geschrieben hat. Durch das Archiv des Hauses, das literarische Nachlässe, u. a. von Brigitte Reimann und Hans Fallada, aufbewahrt, wird ihnen deutlich, welchen Wert originale Manuskripte und Briefe haben.

 

Bilder

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 21


Das alte Neubrandenburg

Wir gehen einmal in die Zeit 1802, damals gab es noch keine Autos, Kameras, DVDs, RDS und Fernseher. Damals lebte ich und wenn ihr euch fragt, wer ich bin: die Gräfin Viktoria. Jetzt erkläre ich erstmal meine Kindheit. Früher hatte ich ein Pferd, worauf ich Reiten gelernt habe. Früher hatte ich Puppen, Knete, Pferde, Marienkäfer. Außerdem habe ich sehr gerne mit meinem Steckenpferd gespielt.

Anika Naumann, 8 Jahre

Wanderfalke

Der Wanderfalke kann im Sturzflug 380 km/h erreichen. Der Wanderfalke wohnt in Neubrandenburg am Tollensesee. Er findet eine Höhle und darin wohnt Pikan, ein Pokemonk. Der greift ihn an und verletzt ihn schwer. Der Wanderfalke humpelt davon.

Er musste eine Woche unten bleiben. Nach einer Woche kann er wieder in sein Nest zurück, wo seine Frau schon lange wartete. Zu Ende.

Johann Suckow, 8 Jahre

Im Mittelalter

Es war einmal ein König, der hieß Dragomir. Er ist 70 Jahre alt. Ihm steht eine große Schlacht bevor. Er schickt zwei Spione, die von dem Feind die Schwachstelle angucken sollen. Der eine Spion versteckt sich im Heu von einem Händler, der andere Spion verkleidet sich als Bürger. Dann beginnt die Schlacht. Drei Tage tobt die Schlacht, dann sagt der König: „Waffenstillstand“ und zeigt die Friedensflagge.

Danach vertrugen sich die Könige und Dragomir hat den anderen eingeladen. Die Könige brachten beide ihre Nachfolger mit. Der Prinz verliebt sich in die Prinzessin, die Prinzessin auch in ihn. Einige Jahre später heiraten sie. Sie sind fröhlich und zufrieden und kriegen ein Kind.

Max Bläs, 8 Jahre

Es gibt einen Geheimweg vom Literaturhaus zum Schwanensee. Ich habe mit meinen Freunden F., E., E. und N. eine Ameise gesehen, die war 8 cm hoch, eine Baby-Ente und eine Giraffe, die Fußball spielt. Das war sehr komisch, wirklich. Und F. baut eine NUTELLA-Statur, irgendwie ist alles heute komisch. E. schwimmt 10 Stunden, obwohl er so FAUL ist, komisch, und was macht E.? Singt wie ein Vogel und N. rülpst und pupst, obwohl, das ist nichts Neues. Und was mache ich da? Oh, ich mache ein Interview mit einer Ameise. Die Ameise ist ein spannendes Tier, sie kann mit ihren Freunden, zum Beispiel 10.000 Ameisen, einen LKW hochheben.

Alles schrumpft jetzt, alle außer mir. Es gibt einen Knopf im Literaturzentrum, ich drücke ihn und es kommt eine seltsame Frau, sie sagt, um 24:00 ist alles normal. Puh.

F. sagt: „Es ist 24.00 Uhr, alles ist normal.“ Ich freue mich richtig doll, endlich macht F. keine NUTELLA-Statur mehr, E. taucht nicht mehr 10 Stunden und E. singt nicht mehr wie ein Vogel und N. pupst und rülpst nicht mehr, aber das kam von der Kohlensäure und den Bohnen.

Alina Gau, 9 Jahre

Probleme in Deutschland

1. Kapitel
Es ist Montag und ich sehe keine Menschen weit und breit. Ich weiß auch, warum, weil der große Drache mitten im Schwanenteich gelandet ist. Wollt ihr wissen, wie er oder sie heißt? Er heißt Reggae Rum und alle haben Angst vor ihm, aber ich nicht. Ich weiß auch, warum er immer unser Land mit Feuer bespuckt. Er ist einsam und ich habe schon einmal mit ihm geredet und ich habe sogar sein Autogramm bekommen. Und wisst ihr, wie er mit mir geredet hat?  „Ich heiße Reggae Rum und ich…“ Er erzählte mir, dass er einsam war und wir sind sogar Freunde geworden und ich kann sogar auf ihm reiten.

 

3. Kapitel
Na ja, seit ich auf dem Drachen reite, muss ich nicht mehr in die Schule gehen. Ich fliege mit Reggae Rum bis zur Schule. Zuerst hatten alle Angst, aber ich erklärte allen, dass er harmlos ist. Und vom heutigen Tag an ist Reggae Rum nicht mehr einsam.

Anika Naumann, 8 Jahre

Die ideale Schule

Ich sehe, dass in jedem Raum der Schule eine kleine Bibliothek drin ist. (Sie besteht aus zehn Regalen.)

Ich gehe in die Cafeteria, es sieht toll aus. (Es sind auch Schulveranstaltungen darin.)

Aber auf einmal fällt mir auf (ich bin gerade draußen), dass es nicht, wie gewöhnlich, nur Bänke gibt, sondern ein riesiges Schwimmbad, ein Kino, eine große Bibliothek, ein Trampolin, eine Kletter-Spinne, einen Kletter-Elefant und eine Kletter-Giraffe, da hinten sind Wettbewerbe, da sind (drinnen) 20 Computer, da sind die Zimmer für die Schüler. (Lehrerinnen kenne ich nicht.)

Emma Peters, 9 Jahre

Die Schule

Auf dem Fußballplatz auf dem Schulhof sind 30.000 Kinder, sie alle sind BVB- und Bayernfans. Man kann Bücher lesen und kann beim Lotto gewinnen. 500.000 € gewinnen die Kinder. In der Kinderwelt können sie alles machen, sogar ein Bauleiter werden, sogar ein Präsident werden, auch Polizist werden kann man, auch einbrechen.

Man kann so lange bleiben, wie man will und es kostet nur 100€.

Sie ist ganz grün.

Hannes Stümke, 8 Jahre

 

Bilder

 

Und wie sieht Neubrandenburg im Jahre 2500 aus?

Ich stand vor einem Portal und da, am Portal, war eine Einstellung, wo man die Zeit einstellen konnte. Ich drückte die Zahl 2500. Plötzlich wurde ich ins Portal gesaugt. Und ich war da, im Jahr 2500, und plötzlich wurde ich zur jungen Königin.

Anika Naumann, 8 Jahre

Alles war normal, bis ich nach Hause kam, mich umziehen wollte, wegen meinem Training.

Ich öffnete die Schranktür, nahm meine Trainingstasche aus dem Schrank, sah eine kleine Tür, ich öffnete die Tür und sah eine Zeitmaschine. Ich stellte das Jahr 2500 ein. Die ganze Stadt NB ist ein Friedhof. Zombies regieren die Stadt. Sie sehen aus wie Menschen, aber bestehen zum größten Teil aus Robotern.

Fiete Woelke, 9 Jahre

Meine Zeitmaschine

Ich nehme mir mein Handy und gehe auf Amazon und will was kaufen. Plötzlich wird was eingeblendet über den ganzen Bildschirm, und es ist eine Zeitmaschine zu einem unglaublichen Preis: 119 €. Zum Glück habe ich das Geld.

Ich kaufe sie 01 Monat später.

Alle Häuser sind aus Glas und wenn die Sonne darauf scheint, reflektiert sie das Sonnenlicht und macht daraus Erdöl.

Emil Zeipelt, 9 Jahre

Ich im Jahr 2500 in Neubrandenburg

Neubrandenburg ist aus Eis, da ist es sehr kalt. Und da sind viele Häuser. In Neubrandenburg leben Yeti. Der Himmel ist aus Eis. Und ich gehe in den Himmel aus Eis. Da oben begegne ich einem Yeti, der Yeti knuddelt mich. Ich gehe mit ihm spazieren. Danach geht er mit mir in sein Haus, wir spielen den ganzen Tag Verstecken. Sein Haus ist komplett aus Eis.

Max Bläs, 8 Jahre

Es ist meine Zeitmaschine, die in meinem Zimmer steht und ich reise 2500 Jahre später nach Neubrandenburg. Und was sehe ich da, es fahren überall Einkaufswagen in meinem Zimmer rum. Aus meinem Zimmer ist eine Verkaufsstadt geworden. In meinem Ex-Bad sitzt ein Mann. Jetzt ist es ein Riesen-Labor, der Mann steuert über seinen Computer einen Einkaufswagen, der von allein einkaufen geht.

Niels Woelke, 9 Jahre

Ich im Jahr 2500

Ich gehe in mein Zimmer, ich sehe eine unsichtbare Zeitmaschine, die nur ich sehen kann. Ich gehe hinein und auf einmal bin ich im Jahr 2500, also von 2016 zu 2500. Neubrandenburg ist ganz anders, es sieht aus, als war mal wieder Krieg. Alle Blumen, Häuser und Bäume liegen überall herum auf der Straße. Häuser gibt’s nicht mehr. Auf einmal klingelt es von irgendwo her. Es ist 24 Uhr, auf meiner Uhr ist es 16 Uhr, irgendwas ist komisch, das merke ich, aber es ist auch Geisterstunde. Alle Menschen werden erst zu Robotern und dann zu Geistern und alles ist kaputt. Von allen Robotern guckt das Gehirn raus und bei den Geistern kann man durchgucken und –fassen.

Alina Gau, 9 Jahre

Im Jahr 2500 ist die Umwelt total verändert. Es gibt nicht genug Bäume. Die Blumen und das Gras haben eine andere Farbe. Die Häuser sind ganz anders, nämlich ganz aus Metall. Warum aus Metall? Weil Metall die Sonnenwärme speichert.

Überall sieht man Brücken und Hochhäuser und viele Tunnel.

Es zischt eine Bahn vorbei, sie fährt mit Sonnenenergie. Die Kinder spielen mit Robotern und elektrischem Spielzeug.

Philipp Tober 9 Jahre

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