Was Du schon immer fragen wolltest…

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Projektdaten:

  • Titel: Was Du schon immer fragen wolltest...
  • Bündnispartner 1: AWO Kreisverband Uecker-Randow, Bahnhofstr. 36a, 17358 Torgelow
  • Bündnispartner 2: Stadtbibliothek Pasewalk, Grünstr. 59, 17309 Pasewalk
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Mecklenburg-Vorpommern e. V., c/o Brigitte-Reimann-Literaturhaus, Gartenstr. 6, 17033 Neubrandenburg
  • Autorenpat*innen: Rike Reiniger arbeitet seit vielen Jahren als Regisseurin und Autorin für Theater im deutschsprachigen Raum. Ihre Stücke wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, in verschiedene Sprachen übersetzt und stehen regelmäßig auf Spielplänen der Theater in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Italien, Ungarn und der Türkei.
    Frank Reiniger ist Publizist und Bildungsreferent in der historisch-politischen Jugendbildung. Er arbeitet schwerpunktmäßig mit der Methode von Zeitzeugen-Interviews. Dabei spielen die Vorbereitung und Durchführung von Interviews durch die Jugendlichen selbst eine zentrale Rolle.
  • Zeitraum: 01.06.2021 - 31.12.2021
  • Format: Modul 2 (halbjährig)
  • Ort: Ferdinandshof und Pasewalk
  • Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 282


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 282

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 282

 

Projektbeschreibung

Unter dem Titel „Was du schon immer fragen wolltest…“ beschäftigen sich Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren mit Interviewtechnik, führen eigenständig Interviews durch und formen die Ergebnisse um in literarische Texte.
Zunächst geht es darum, Grundlagen der Interviewführung zu lernen und Unterschiede zwischen Experten- und Zeitzeugeninterviews oder journalistischem Vorgehen zu verstehen. Dann bereiten die Jugendlichen Interviews mit Personen vor, für die sie sich aus persönlichen Gründen interessieren. Das können z.B. Vertreter bestimmter Berufsgruppen sein, aber auch Menschen aus dem privaten Umfeld, Personen aus anderen Ländern oder Experten für besondere Themen. Die entsprechenden Interviewpartner werden mit Hilfe der Projektleiter kontaktiert, Fragetechniken werden geübt, die Interviewsituation wird geplant, und das Interview durchgeführt. Auf der Grundlage der dabei entstandenen Audio-Mitschnitte überlegen die Jugendlichen, in welcher Form sie das Interview literarisch bearbeiten möchten. Das kann z.B. die Entwicklung eines szenischen Dialogs aus einer prägnanten Gesprächssituation sein, aber auch die Umformung in einen erzählerischen Text oder als Biografie. Die aus den Interviews entstandenen Texte werden schließlich als Buch veröffentlicht und in einer Abschlussveranstaltung präsentiert.

 

Bilder

Fotos: Rike Reiniger

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 282


Könnte ich daraus eine Geschichte machen?
Interview mit Jens Schäfer, Drehbuchautor

Das Interview wurde von den Jugendlichen der Schreibgruppe Strasburg/ Uckermark gemeinsam vorbereitet, die Fragen stellten Lara, Lena, Kairi und Mia (13 Jahre).

FRAGE: Herr Schäfer, danke, dass Sie bei uns sind und für uns Zeit haben.
J.S.: Gerne!
FRAGE: Bitte beschreiben Sie uns, wie Sie aufgewachsen sind.
J.S.: Ich bin 1968 geboren und im Schwarzwald aufgewachsen, im Südwesten Deutschlands, in einem Dorf mit 800 Einwohnern. Dort gab es nur eine Bäckerei und ein Gasthaus und sonst gar nichts. Als Kind war’s schön. Als ich dann so alt war wie ihr, wurde es blöd. Da hat es mir im Dorf nicht mehr gefallen, weil so wenig los war. Ich wollte, dass was passiert, ich wollte was erleben.
FRAGE: Wie viele Geschwister haben Sie und wie haben Sie sich mit ihnen verstanden?
J.S.: Ich habe zwei ältere Brüder, das war sehr anstrengend. Als ich klein war, haben sie mich immer geärgert. Meine einzige Methode, mich gegen sie zu wehren, war, sie zu verpetzen. „Der hat das gemacht, der das gemacht, der das gemacht.“ Am Ende haben sie mich dafür verprügelt. Wir hatten furchtbare Streitereien untereinander, mit Prügeleien, bei denen ist sogar Blut geflossen. Als wir dann das Elternhaus verließen und in verschiedene Städte zogen, haben wir uns angenähert. Heute kommen wir alle drei super miteinander aus.
FRAGE: Welchen Beruf hatten Ihre Eltern und wie reich waren sie?
J.S.: Mein Vater war Geschäftsführer einer kleinen Firma. Meine Mutter war Hausfrau. Jetzt sind beide in Rente. Ich würde mal sagen, die waren nicht arm, aber als ich Kind war, war immer wenig Geld da, weil meine Eltern ein Haus gebaut hatten. Da mussten wir immer sparen. Später hat mein Vater gut verdient. Da hatte er finanziell keine Sorgen mehr.
FRAGE: Was wollten Sie als Kind werden?
J.S.: Journalist! Einmal in der Woche bekamen wir zuhause das Stern-Magazin. Das habe ich immer gern gelesen, besonders die Geschichten aus fernen Ländern. Zum Beispiel war einmal Journalist bei Astrid Lindgren, der Kinderbuchautorin. Er hat sie zu Hause besucht in ihrem gemütlichen Häuschen in Schweden. Das will ich auch, dachte ich, so herumreisen, Leute treffen und darüber schreiben.
FRAGE: Bitte erzählen Sie uns etwas von Ihrer Ausbildung.
J.S.: Im Alter von 14, 15, 16 Jahren war ich so unfassbar schlecht in der Schule, dass ich in der achten, neunten und zehnten Klasse durchgefallen bin. Ich musste die Schule verlassen. Das war auch eine Zeit, in der ich mit meiner Mutter richtig viel Ärger hatte. Dann habe ich eine ganze Weile nichts gemacht, nur Zivildienst und in einer Fabrik gearbeitet. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich eigentlich an die Uni will. Deshalb bin ich zur Abendschule gegangen und habe mit 24 Jahren mein Abitur nachgemacht. Rückblickend muss ich sagen, dass ich mir ein paar Jahre wirklich hätte schenken können, dieses Rumhängen, nichts tun und gegen alles sein. Aber offensichtlich habe ich das damals gebraucht. Dann habe ich Germanistik, Soziologie und Geschichte studiert, in Freiburg, Wien und Berlin. Germanistik ist so etwas wie Deutsch und Soziologie ein bisschen wie Sozialkunde. Geschichte kennt ihr ja. Was meine berufliche Tätigkeit als Drehbuchautor angeht, habe ich zusätzlich zum Studium und auch danach noch immer wieder Drehbuch-Kurse besucht. Verschiedenste Schreib-Kurse, Lektüre-Kurse, Dramaturgie-Kurse. Also, ich habe mir zusätzlich Wissen angeeignet, das die Universität mir nicht gegeben hat.
FRAGE: War Ihre Ausbildung einfach?
J.S.: Germanistik, Soziologie, Geschichte, das sind eher leichte Fächer. Du kannst es dir schwer machen, aber da kommst du auch ganz gut so durch. Das hat mir entsprochen, mit wenig Aufwand durchzukommen. Kein Vergleich zu Jura, Mathe, Chemie, Medizin - überhaupt kein Vergleich.
FRAGE: Welche Ausbildung braucht man als Schriftsteller und welche speziell als Drehbuchautor?
J.S.: Jeder kann Bücher schreiben, wenn er es kann. Dafür braucht man kein offizielles Ausbildungszeugnis. Wer ein Gefühl für Geschichten hat, wer selbst gerne liest und immer schon mal geschrieben hat, kann es versuchen. Aber es ist auch möglich, Drehbuchschreiben richtig zu studieren, an Filmhochschulen. Das kann ich nur jedem empfehlen, weil es doch oft komplizierter ist, als man denkt, ein Drehbuch zu schreiben.
FRAGE: Wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus?
J.S.: Ich habe in Berlin ein Büro, das teile ich mir mit Kollegen, weil mir allein zuhause oft die Decke auf den Kopf fällt. Also gehe ich früh morgens ins Büro. Dann fange ich an mit Nachdenken, viel, viel Nachdenken. Das ist anstrengend, weil es so viele Möglichkeiten gibt, wie man eine Geschichte erzählen kann. Ich muss mir Szenen überlegen, den Ablauf von Krimi-Fällen. Je weiter fortgeschritten das Drehbuch ist, desto konkreter wird die Arbeit und desto leichter ist das Schreiben. Das ist mein Alltag. Ich gehe morgens ins Büro und am Abend nach Hause und oft ist irgendwie gar nichts passiert, außer Nachdenken.
FRAGE: Was für eine Art Geschichte schreiben Sie am liebsten, wenn Sie es sich aussuchen können? J.S.: Am liebsten über Menschen in ihrem Alltag und über ihre Beziehungen. Meine Romane spielen in der Realität, im Alltag, im echten Leben. Keine Fantasy, kein Grusel, kein Krimi, sondern Menschen, die zusammenziehen, wieder auseinanderziehen, sich verlieben, die Schwierigkeiten mit ihren Männern und Frauen haben und kleine Fluchten begehen müssen, um sich lebendig zu fühlen.
FRAGE:
Wie kommen Sie auf die Geschichten?
J.S.: Mein Kopf funktioniert so, dass er immer bei allem immer mitdenkt: Könnte ich daraus eine Geschichte machen? Die Ideen bekomme ich aus meinem Alltag oder aus der Zeitung oder von dem, was gerade in der Luft liegt. Das kann auch mal schiefgehen. Ich habe zum Beispiel vor ein paar Jahren für eine Krimiserie geschrieben, die „Küstenwache“ hieß. Damals waren gerade die Olympischen Spiele und es gab Doping-Skandale. Da habe ich mir eine Geschichte überlegt über eine Langstrecken-Schwimmerin, die wegen des Konkurrenzdrucks dopt. Die Geschichte habe ich total stolz an die Redaktion geschickt. Am nächsten Tag riefen sie mich an und sagten: „Jens, die anderen Autoren lesen auch Zeitung! Du bist in dieser Woche die zehnte Doping-Story!“
FRAGE: Wie viel von Ihren Geschichten sind reale Geschichten und wie viel ist Fantasie?
J.S.: Die Romane, die ich geschrieben habe, sind fast alles reale Geschichten aus meinem eigenen Leben, die ich verarbeite. Bei den Drehbüchern ist alles Fantasie, alles ausgedacht.
FRAGE: Wie finden Sie selbst Krimis?
J.S.: Ich lese selten Krimis und ehrlich gesagt bin auch kein leidenschaftlicher Krimigucker. Aber wenn man vom Drehbuchschreiben leben will, kommt man an einem Krimi eigentlich kaum vorbei. Deswegen beschäftige ich mich mit Krimis, sonst würde ich es nicht tun.
FRAGE: Wie lange arbeiten Sie an einem Drehbuch?
J.S.: Das ist eine Frage, die kann ich nicht so ganz leicht beantworten. Zwischen der ersten Idee und dem Dreh vergehen, wenn es schnell gehen muss, zwei, drei Monate, sonst auch mal ein halbes Jahr. Aber in der Zeit schreibe ich nicht jeden Tag, dazwischen liegen viele Pausen. In der Zeit müssen die Produzenten und die Schauspieler das Drehbuch lesen, Regieteams lesen es und dann sagen die was dazu, wollen Veränderungen und ich überarbeite alles nochmal. Drehbuchschreiben ist also nicht Arbeit am Stück. Bei einem Kinofilm ist es nicht ungewöhnlich, wenn es sechs oder acht Jahre dauert, mit allem Drum und Dran. Aber das hat mit meiner Arbeit für das Fernsehen nichts zu tun. Beim Fernsehen muss alles schnell fertig werden, weil es zu einem bestimmten Zeitpunkt gesendet werden soll.
FRAGE: Was sind die größten Schwierigkeiten bei der Arbeit an einem Drehbuch?
J.S.: Das Allerschwierigste ist, Entscheidungen zu treffen. Was soll in meiner Geschichte passieren? Welche Figuren treten auf? Wie kann ich die Szenen so aufschreiben, dass sie glaubhaft sind? Bei einem Krimi geht es immer darum, dass irgendjemand einen anderen umbringt, also: Wer ist tot und wer hat ein Motiv? Im Verlaufe der Geschichte ist jeder mal irgendwie verdächtig, sonst wären die Figuren ja langweilig. Ich denke mir eine super Geschichte aus, aber dann kann es passieren, dass die Leute vom Sender zum Schluss sagen: Ok, die Geschichte ist gut, wir wollen aber einen anderen Mörder. Und weil der Sender das Drehbuch bezahlt, muss ich dann den Mörder ändern.
FRAGE: Welche Filme oder Serien waren am einfachsten umzusetzen?
J.S.: Bei einem Krimi ist es relativ überschaubar. Am Anfang gibt es einen Mord und am Schluss muss der Mörder gefunden sein. Dazwischen gibt es ein paar Szenen, wo der Ermittler den Tatverdächtigen auf die Finger klopft. Das fällt mir wahrscheinlich leichter, weil ich da mehr Routine habe.
FRAGE: Welcher Film oder welche Serie war am schwersten zu schreiben?
J.S.: Kennt ihr „Die jungen Ärzte“? Da kommen viele Geschichten vor, die laufen parallel und verschränken sich von Folge zu Folge. Verzopfen nennt man das. Das ist mir wahnsinnig schwergefallen. Da habe ich nächtelang nicht schlafen können vor Nervosität. Außerdem natürlich alle Geschichten, die ich angefangen habe und die nichts geworden sind. Ja, manche Geschichten werden ganz am Anfang abgeschossen, sprich: abgelehnt. Manchmal heißt es sogar noch kurz vor Drehbeginn: Wird doch nicht gemacht!
FRAGE: An welchem Drehbuch haben Sie am kürzesten gearbeitet und warum?
J.S.: Manchmal kommt ein Schnellschuss-Auftrag von einer Produktionsfirma. Dann heißt es: Uns ist eine Geschichte ist weggebrochen, wir brauchen in zweieinhalb Monaten eine neue! Das ist eigentlich toll, denn egal, wie die Geschichte ist, nach zwei oder drei Monaten ist sie fertig.
FRAGE: An welchem Drehbuch haben Sie am längsten gesessen und warum?
J.S.: Am längsten habe ich an denen gesessen, aus denen nichts geworden ist. Ich habe schon an vielen Geschichten gearbeitet, die dann in der Schublade gelandet sind.
FRAGE: Bei welchem Drehbuch oder bei welchem Buch sind Sie schon mal fast verzweifelt gewesen? Und was war der Grund?
J.S.: Bei allen! Irgendwann beim Schreiben verzweifle ich darüber, dass die Geschichte nicht so wird, wie ich eigentlich will. Das kommt immer vor, bei jedem Drehbuch. Mittlerweile kann ich das einschätzen, als Teil des Prozesses.
FRAGE: Wie kommt man an die Jobs, wenn man Drehbücher schreibt?
J.S.: Am Anfang der Karriere habe ich immer gedacht, ich muss gute Drehbücher schreiben, dann schicke ich die irgendwo hin und dann machen die einen tollen Film draus. Das hat aber nicht funktioniert. Und warum hat das nicht funktioniert? Weil alle anderen auch gute Bücher schreiben. Überall liegen gute Drehbücher rum. Also kommt man an die Jobs leider nicht über gute Drehbücher, sondern weil man Leute kennenlernt und sie von sich überzeugt. Wenn man sich dann mag, ist es für die Geldgeber einfacher, sich für das eine Drehbuch zu entscheiden und nicht für das Drehbuch von einem anderen Autor, den niemand kennt und der vielleicht kompliziert oder unsympathisch ist.
FRAGE: Was verdienen Sie als Drehbuchautor?
J.S.: Eine Folge fürs Vorabendfernsehen dauert circa 45 Minuten, dafür kriegt man zwischen 19.000 und 25.000 Euro. Für lange Fernsehfilme um die 50.000 Euro, manchmal auch mehr. Aber nur, wenn das Drehbuch am Schluss tatsächlich verfilmt wird. Wenn nicht, gibt es nur einen kleinen Teil davon. Abgesehen vom Drehbuchschreiben unterrichte ich aber auch noch an einer Medienschule und schreibe Bücher. Insgesamt komme ich im Jahr ungefähr auf den Durchschnittslohn in Deutschland.
FRAGE: Schreiben Sie lieber Bücher oder lieber Drehbücher?
J.S.: Bei Büchern gibt es nicht so ein enges Korsett, wie es das Fernsehen vorschreibt. Das mache ich lieber. Andererseits es ist aber auch schwerer, weil mein Tag darin besteht, dass ich allein darüber nachgrübele, wie es weitergeht, statt im Team
FRAGE: Wann hat Ihr Interesse am Schreiben angefangen?
J.S.: Als Kind schon. Ich bin immer gern zu anderen Leuten gegangen, habe geguckt, wie anders es dort ist. Wie sieht die Küche aus, die Toiletten, das Wohnzimmer? Es riecht anders, die Leute haben andere Klamotten, die Oma sieht anders aus als die eigene Oma. Mich hat interessiert, wie verschieden die Menschen sind. Das war eine Vorbereitung für mein berufliches Leben, dieses Eintauchen in andere Welten, aber das wusste ich damals noch nicht. Als Kind habe ich auf der Schreibmaschine meines Vaters wahnsinnig viele Geschichten geschrieben und alle damit genervt.
FRAGE: Wieso ausgerechnet Drehbücher?
J.S.: Die Film- und Fernsehwelt fand ich aufregend, deswegen hat es mich dahingezogen.
FRAGE: Wie verstehen Sie sich mit den anderen am Filmset?
J.S.: Gar nicht, weil ich gar nicht am Filmset bin. Ich habe nur Kontakt mit der Produktionsfirma. Das ist die Firma, die den Film herstellt, also den Kameramann und den Regisseur engagiert, den Drehort organisiert, die Hotels mietet, den Schneideraum besorgt. Die Regisseure treffe ich auch für ein oder zwei Besprechungen, aber sonst niemanden. Meine Arbeit ist beendet, wenn das Drehbuch fertig ist. Dann übernimmt es der Regisseur und ich habe nichts mehr damit zu tun. Am Filmset würde ein Drehbuchautor nur im Weg rumstehen und den Ablauf stören. Das ist einerseits verständlich, andererseits aber auch ein bisschen schade, weil ich mir schließlich alles ausgedacht habe.
FRAGE: Wie funktioniert es beim Film mit der Technik?
J.S.: Das macht eine eigene Abteilung. Interessant ist zum Beispiel, dass man im Sommer lieber dreht als im Winter, weil es länger hell ist und man deshalb weniger Beleuchtungstechnik braucht. Manchmal ist es auch so, dass im Drehbuch eine Szene in einer Wohnung stattfindet, ein Verhör meinetwegen. Der Kriminalkommissar kommt zu einem Verdächtigen und spricht mit ihm in der Küche. Aber später im Film findet das draußen im Garten statt. Das passiert oft, und zwar deswegen, weil es billiger ist. Wenn man eine Szene in der Wohnung filmt, muss die ganze Technik, also Kamera, Strom, Beleuchtung, Ton und alles andere in die Wohnung geschafft werden und im Garten eben nicht.
FRAGE: Wie viele Kameraleute arbeiten bei einem Film?
J.S.: Bei so was wie „SOKO Wien“ arbeitet ein Kameramann mit ein oder zwei Assistenten. Bei größeren Filmen viel mehr.
FRAGE: Wie sehen Ihre Autogrammkarten aus?
J.S.: Ich habe keine. Filmschauspieler haben Autorgrammkarten. Drehbuchautoren nicht.
FRAGE: Macht Ihnen Ihre Arbeit Spaß?
J.S.: Ja. Auch wenn sie oft anstrengend ist …
FRAGE: Was denkt Ihre Familie über Ihren Beruf?
J.S.: Mittlerweile bin ich mit meinem Beruf anerkannt bei meiner Familie. Mein Vater guckt alle Filme von mir und ist stolz auf mich. Aber viele, viele Jahre in denen noch gar nichts lief, dachte meine Familie, ich bin der Versager, das schwarze Schaf, das nichts zustande bringt. Das war eine schreckliche Zeit.
FRAGE: Gucken Sie sich ihre eigenen Filme an?
J.S.: Ja klar, natürlich!
FRAGE: Welche Filme gucken Sie sonst?
J.S.: Ich mag humorvolle Filme. Woody Allen zum Beispiel.
FRAGE: Welche Bücher lesen Sie? Wer ist Ihr Lieblingsautor?
J.S.: Philipp Roth. Das ist ein amerikanischer Schriftsteller, der hat über das Leben, die Liebe, den Sex und alles Mögliche geschrieben.
FRAGE: Wie viele Bücher lesen Sie so?
J.S.: Ungefähr 20 im Jahr, schätze ich.
FRAGE: In welche Schauspielerin waren Sie schon mal verliebt?
J.S.: Oh, in viele. Meine Güte …
FRAGE: Danke. Damit sind wir am Ende des Interviews. Vielen Dank, dass Sie hier waren!
J.S.: Vielen Dank auch an euch. Hat Spaß gemacht!

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