Als der Löwe seinen Zahn in das Gänseblümchen schlug

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Projektdaten:

  • Titel: Als der Löwe seinen Zahn in das Gänseblümchen schlug
  • Bündnispartner 1: Stadt Einbeck, Fachbereich Bürgerservice, Sachgebiet Soziales, Jugend, Migration, Wilhelmstr. 21, 37574 Einbeck
  • Bündnispartner 2: 3. Stadtbibliothek Einbeck, Dr.-Friedrich-Uhde-Str. 5, 37574 Einbeck
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis e.V. in Niedersachsen, Künstlerhaus/Sophienstr. 2, 30159 Hannover
  • Autorenpatin: Kathrin Lange wurde 1969 in Goslar am Harz geboren. Obwohl sie sich beruflich der Hundestaffel der Polizei anschließen wollte, siegte am Ende ihre Liebe zu Büchern. Sie wurde zuerst Buchhändlerin und dann Schriftstellerin. Heute ist sie Mitglied unter anderem beim P.E.N. und bei den International Thriller Writers. Sie schreibt erfolgreich Romane für Erwachsene und Jugendliche und unterrichtet Kreatives Schreiben an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung e.V. in Wolfenbüttel und an der Philipps-Universität Marburg. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in einem kleinen Dorf in Niedersachsen, wo sie sich für Leseförderung und die Integration von Geflüchteten engagiert.
  • Zeitraum: 17.03.2022 - 14.04.2022
  • Format: Modul 3 (kurzzeitig)
  • Ort: Einbeck
  • Bundesland: Niedersachsen
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 386


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

  • Folgt

Download des Buchs (PDF)

Für diese Maßnahme ist auf Grund der kurzen Dauer keine Publikation vorgesehen. Texte und Bilder des Projektes finden Sie weiter unten.

 

Projektbeschreibung

„Was man weiß, sieht man erst.“ (1)
Aktuell beklagen gleich mehrere Stellen den Verlust der Biodiversität in der Literatur . Schrieben junge Autor:innen früher noch von „Birken“ oder „Rotkehlchen“, so steht heute in modernen Texten oft nur noch „Baum“ oder „Vogel“. (2)
Diese Veranstaltungsreihe will Kinder und Jugendliche dazu anleiten, hinzusehen und Wörter sowie Worte zu finden für die kleinen Dinge und Geschehnisse am Wegesrand. Denn nur, was wir kennen, wollen wir schließlich auch schützen. Dabei macht sich der Workshop die unter Jugendlichen verbreitete Tierliebe zunutze, um niedrigschwellig in das Schreiben einzusteigen.
Über Wortspiele und kreative Schreib“übungen“ werden die Schülerinnen und Schüler angeleitet, sich mit ihrer Sprache zu befassen. Dabei werden spielerisch der Wortschatz erweitert und die Wahrnehmung geschärft.
Dadurch, dass die Jugendlichen erfahren, wie es sich anfühlt, sich die Welt schreibend zu erschließen, ergeben sich positive Effekte auf Eigen- und Fremdwahrnehmung. Der Workshop dient somit zum einen dazu, das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken: Wer erlebt, wie er Worte finden kann für das, was ihn beschäftigt, wird sich notwendigerweise als aktiver und auch positiver mit seiner Umwelt auseinandersetzen. Zum anderen sollen über das Schreiben vermittelt werden, wie man sich in das Fremde hineinversetzen kann. Schreiben als Mittel, Empathie zu fördern, ist hier das Stichwort.
Der Workshop vermittelt die Lust am Wortspiel, die dann in die Lust am Schreiben und Lesen mündet. Rhetorische Mittel sollen dabei ebenso ausprobiert werden, wie literarisches „Handwerk“: So sollen den Jugendlichen z.B. verschiedene Erzählperspektiven altersgerecht nahegebracht werden. Intertextuelle Arbeit „am fremden Text“ rundet das Angebot ab und folgt dabei der erprobten Maxime der Autorin „Erst lesen, dann schreiben“.

(1)aus: Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst, Propyläen, Einleitung, zitiert nach: Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespräche, Zürich und Stuttgart 1948 ff, Bd. 13, S. 142
(2) Z.B.: https://www.autorenwelt.de/blog/branchen-news/biodiversitaet-literatur-zeigt-entfremdung-von-der-natur Und: Abschied von der Natur? Facetten einer schleichenden Naturentfremdung. Studien zur Natur-Beziehung in der Hyperzivilisation. Quelle: natursoziologie.de 3/2018

 

Bilder

© Kathrin Lange

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 386


Kapitel 1: Fremde Atemzüge

Plötzlich wusste sie es. Das Geräusch, das sie gehört hatte, kam nicht von draußen oder aus dem ersten Stockwerk, es kam von unter ihr. Sie erstarrte bei dieser Vorstellung. Kalter Schweiß lief ihr über den Rücken, und ihr Herz trommelt so stark, dass sie befürchtete, es würde gleich aus ihrer Brust springen. Langsam drehte sie sich auf die Seite. Die Matratze war hart, und ihr Bett knarzte. Was, wenn jemand unter ihr war? Langsam und ohne Geräusche zu machen, versuchte sie, sich zu ihrem Nachtschrank zu strecken, auf dem der Stock lag. Plötzlich hörte sie leise Atemzüge hinter sich. Sie hielt die Luft an. Die Atemzüge hörten auf. Erleichtert atmete sie aus. Die Atemzüge setzen wieder ein. War das alles nur Einbildung? Und waren das alles immer nur ihre Atemzüge? Sie versuchte zu hören, ob hinter ihr noch irgend etwas war. Sie traute sich immer noch nicht, sich umzudrehen. Normal weiteratmen!, sagte sie sich. Dann hielt sie mitten im Atemzug die Luft an. Und der Atem hinter ihr ging weiter! Aber nun stoppte auch er.

Kapitel 2: Unbekannte Stille

Totenstille und finstere Dunkelheit umfing sie. Die Luft immer noch angehalten überlegte sie nach einer Lösung. Sterne flimmernden vor ihren Augen. Der Sauerstoffmangel macht sich bemerkbar. Sie kniff die Augen zusammen. Ihr Herz pumpt im Trommeltakt. Und dann hörte sie es. Ein Rascheln. Sie hielt es nicht mehr aus und versuchte, leise die Luft auszupusten. Plötzlich spürte sie eine Berührung. Die Atemzüge hinter ihr waren leise, aber deutlich. Dann legte sich eine schweißkalte Hand auf ihre Schulter.

Maya Fee Streibel

 

Die magischen Hasen

Es war einmal ein kleiner Hase namens Pfeil. Pfeil hatte eine wichtige Aufgabe. Er musste den magischen Schlüssel beschützen. Der magische Schlüssel sorgte dafür, dass ihr Zuhause schön saftig blieb, denn die Herde wohnte auf einer großen Wiese. Neben der Wiese war auch noch ein Fluss. Und auf der anderen Seite war das Finsterland. Das Finsterland  war sehr matschig. Die Hasenherde probierte, die Finsterhasen bei ihnen mit leben zu lassen. Aber die Finsterhasen wollten nicht mit zu ihnen kommen. Sie wollten bloß den magischen Schlüssel, um ihre Insel wieder saftig grün zu machen. Aber wenn sie der Hasenherde den magischen Schlüssel wegnehmen würden, würde deren Land austrocken. Und dann müsste die Hasenherde Hunger leiden. Und da Pfeil den magischen Schlüssel hatte, musste er jetzt sehr dolle aufpassen.

Nach ein paar Tagen kam Pfeils Chef zu ihm. Er sagte: „Sie wollen uns heute angreifen, die Finsterhasen!“

Als Pfeil das hörte, war er fassungslos. Pfeil hatte Angst und er zitterte am ganzen Körper.

Pfeil wusste nicht was er tun sollte. Und Pfeil hatte Panik. Pfeil fragte seinen Chef, was er tun sollte, und was der Chef gesagt hat, war unglaublich. Pfeil sollte in eine andere Welt gehen, um den magischen Schlüssel zu beschützen. Pfeil hatte Angst und wusste nicht, ob er gehen sollte. Aber für Pfeils Herde tat er alles, also wird er da raus gehen.

„Ich werde es tun“, sagte Pfeil. Als er das sagte, stieß der Chef ein leisen, aber einen durchdringenden Schrei aus. Die gesamte Herde kam und machte einen Kreis um Pfeil. Sie stampften im Rhythmus, und Pfeil wurde immer kleiner und kleiner und kleiner. Bis er irgendwann ein ganz kleines schneeweißes Zwergkaninchen war. Der Chef sagte: „Viel Glück!“ und Pfeil verschwand.

Pfeil wachte auf. Er wusste nicht, wo er war, aber nach ein paar Minuten erinnerte er sich wieder an alles. Er musste in eine andere Welt wegen dem magischen Schlüssel. Er stand auf und guckte sich um. Allerdings

 sah er nur Hochhäuser. Und einen kleinen Garten. Er ging in den Garten und sah sehr viele kleine Kinder und Erwachsene. Auf einmal lief ein kleines Kind auf Pfeil zu. Er hopste schnell in einen kleinen Busch und wartete dort ein paar Minuten. Irgendwann sah er seine Chance und rannte schnell in den Park, der neben den Garten war. Dort war ein Mädchen, was ganz allein auf der Bank saß. Er fragte sich, was sie hatte, und deswegen fragte er sie: „Geht's dir gut?“

Das Mädchen erschrak und sagte: „Das kann nicht sein! Tiere können nicht reden!“

„Doch, ich und meine Herde“, sagte Pfeil.

Das Mädchen konnte es nicht glauben, dass Tiere wirklich reden können. „Woher kommst du?“, fragte das Mädchen.

„Ich komme aus einer anderen Welt“, sagte Pfeil.

„Du kommst aus einer anderen Welt? Wie geht das?“, fragte das Mädchen.

„Das darf ich dir nicht verraten. Das, was ich dir verraten darf, ist dass das eine magische Welt ist, wo nur magische Hasen leben“, sagte Pfeil.

Nachdem sie sich ein wenig unterhalten hatten, gingen sie zusammen zu dem Mädchen nach Hause. Dann bekam Pfeil eine Nachricht von seinem magischen Schlüssel. Er sagte, dass die Finsterhasen jetzt wegezogen waren, und er wieder zurück konnte. Er wollte sofort los, aber dann fiel ihm ein: Was war mit dem Mädchen, mit dem er sich unterhalten hatte?

EGAL! „Ich muss zu meiner Herde!“, sagte Pfeil. Pfeil brachte den magischen Schlüssel zum Zaubern und sagte dann: „Lieber Schlüssel, bring mich wieder zurück.“

Nach ein paar Minuten war er wieder in seiner Heimat. Er war so glücklich, alle wieder zusehen.

Elin Lange

 

Ein großes Geheimnis 

Kapitel 1

Plötzlich wusste ich es,

Leon ist mein Zwillingsbruder. Und der Vater von Leon ist auch mein Vater.

Leon ist mein bester Freund und Nachbar, es ist schon immer etwas seltsam gewesen, wenn meine Mutter mit seinem Vater zusammen war.

Meine Mutter hatte mir immer gesagt, dass mein Vater bei einem Autounfall gestorben ist.

Leons Vater hatte ihm immer gesagt, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist.

Ich bin sehr sauer auf meine Mutter, dass sie mir jahrelang verschwiegen hat, dass mein Bruder und mein Vater nebenan wohnen.

Meine Mutter und mein Vater haben mir gesagt, dass ich nichts davon Leon sagen darf und so tun soll, als würde alles wie immer sein.

Es ist sehr schwer für mich, da ich sonst immer zu ihm gehen kann, wenn ich etwas habe. 

Leon kommt grade in den Garten zu mir, ich muss schnell meine Tränen, die ich vor Wut habe wegwischen.

Leon und ich wollen Eis essen gehen, es ist irgendwie ein komisches Gefühl, da ich ja jetzt weiß, dass er mein Zwillingsbruder ist. Meine Eltern reden noch lange darüber, wie sie es Leon sagen können, denn er kann sehr traurig und wütend werden.

Leon ist schon manchmal ausgerastet und ich habe ihm dann immer geholfen, wieder runterzukommen. Tiere helfen ihm viel mehr, als Menschen, wenn er sehr traurig oder wütend ist.

Sein Vater überlegt, ob er ihm ein Hund kaufen soll.

Leon liebt Hunde und bei denen geht er total auf, ich finde das richtig schön. Meine Eltern haben Leon grade gesagt, dass wir Zwillinge sind und dass meine Mutter auch seine Mutter ist. Er ist wütend in den Keller gegangen und schmeißt dort gerade Porzellangeschirr auf den Boden.

Ich glaube, es wäre nicht so gut, wenn ich jetzt zu ihm gehen würde, da er sonst noch wütender werden könnte. Ich gehe jetzt erst mal ins Bett, zum Glück ist morgen Sonntag, also gehe ich morgen zu Leon und rede mit ihm.

Hallo, ich bin grade eben erst aufgestanden,

Mein Vater ist gerade mit meiner Mutter am Frühstücken.

Ich bin auf dem Weg nach unten, Mama und mein Papa sind sehr überrascht, dass ich schon aufbin, denn sonst stehe ich erst um 10 oder halb 11 auf und jetzt ist es erst 8 Uhr.

Meine Mutter hat mir grade gesagt, dass ich mal rüber zu Leon gehe soll, und das mache ich jetzt auch.

Aber Leon ist gar nicht da, nur auf dem Essenstisch liegt ein Zettel, auf dem steht: "Ich muss mich erst wieder beruhigen. Versucht mich nicht zu suchen, bin zum Abendessen wieder da.“

Ich habe gerade eben meinen Eltern den Zettel gezeigt und wir sind jetzt auf dem Weg zu einer Hundezüchterin, die einen perfekten Hund für Leon hat. Wir haben den Hund gekauft und verstecken ihn jetzt zuhause, da es eine Überraschung für Leon ist.

Es ist jetzt schon 20 Uhr abends und Leon ist immer noch nicht da. Wir machen uns alle große Sorgen, dass was passiert ist. 

Mein Vater hat vorhin gesagt, dass wenn Leon nicht in einer Stunde zu Hause ist, er dann die Polizei ruft. 

Ich suche ihn mit Mama, aber nichts. Nirgendwo ist er, es ist wie verhext. Wir haben den Hund von Leon dabei, dass er vielleicht ihn findet. Wir gehen jetzt erstmal wieder nach Hause, denn wir sind ziemlich durchgefroren. 

Papa ist noch am Suchen und wir sind gerade an der Haustür angekommen.

Aus der Küche kommt ein sehr komisches Geräusch, meine Mutter guckt mich fragend an und ich ziehe meine Schultern hoch, da ich auch nicht weiß, was los ist. Wir gehen leise zum Fenster, durch das wir in die Küche sehen können, und dort steht Leon. Wir gehen schnell zur Tür, um ins Haus zu kommen. Leon staunt uns an, denn er sieht den Hund. Der Hund läuft zu ihm und sieht ihn mit großen Augen an. Leon nennt den Hund Max

Seit Leon Max hat, ist er nicht mehr so agressiv, wenn was passiert. 

Leon und ich fragen uns grade, wieso ihr uns überhaupt getrennt habt?

Eure Großeltern haben uns gesagt, dass es nicht gut sein würde, wenn ihr zusammen leben würdet, aber wir wollten nicht das euer Kontakt gar nicht besteht. Ihr solltet gute Freunde sein, ohne dass ihr wisst, dass ihr Geschwister seid, und wir wollten auch sehen, wie ihr zusammen als Nachbarn aufwachst, sagt sie zu uns.

Ich glaube nicht, dass das stimmt .

Mia Hübner

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