“Wovon sollen wir träumen?”

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Projektdaten:

  • Titel: "Wovon sollen wir träumen?"
  • Bündnispartner 1: St. Vinzenz e. V., Imbuschplatz 11, 44787 Bochum
  • Bündnispartner 2: Literarische Gesellschaft Bochum, Germanistisches Institut der Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstraße 150, 44780 Bochum
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Nordrhein-Westfalen e. V., Wülfrather Str. 2., 42579 Heiligenhaus
  • Autorenpatin: Sarah Meyer-Dietrich lebt und arbeitet als freie Autorin im Ruhrgebiet. Neben diversen Erzählungen, Essays und Blogbeiträgen erschienen von ihr bisher zwei Romane: „Immer muss man mit Stellwerksbränden, Streiks und Tagebrüchen rechnen“ (2016) und „Ruhrpottkind“ (2017). Der dritte Roman erscheint voraussichtlich im Sommer 2020. In Schreibworkshops unterstützt die Autorin seit 2012 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, eigene Texte zu schreiben.
  • Zeitraum: 04.05.2020 - 31.10.2020
  • Format: Modul 2 (halbjährig)
  • Ort: Bochum
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 203


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 203

Cover der Autorenpatenschaft Nr. 203

 

Projektbeschreibung

Wovon sollen wir träumen?, fragt Frida Gold in einem ihrer Lieder. Wir greifen diese Frage im Workshop auf und beschäftigen uns mit Träumen, Wünschen, Hoffnungen, Zukunftsutopien. Dabei geht es sowohl um die Träume für das ganz persönliche Leben als auch für die breite Gesellschaft. In welchem Beruf wollen die Teilnehmer*innen arbeiten, was wünschen sie sich für ihr privates Leben mit Freunden und Familie? Wie stellen sie sich die Schule von morgen vor? Was erhoffen sie sich von der Entwicklung unserer Gesellschaft? Zur Auseinandersetzung mit den Träumen gehört dabei auch die Frage nach Sorgen, Ängsten, Befürchtungen. Und die Auseinandersetzung mit sich selbst: Wer bin ich und wer will ich sein?

So erarbeiten sich die Jugendlichen Perspektiven, die ihre Motivation unterstützen sollen, wieder zur Schule zu gehen und ihre Zukunft selbst zu gestalten.

 

Bilder

Für diese Autorenpatenschaft liegt uns leider kein digitales Bildmaterial vor. Schauen Sie doch mal in das entstandene Buch!

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 203


Brief an meine Familie

Erst mal Hallo an die Mitglieder meiner Familie, die immer für mich da waren. Also an meine Oma, meine Tante und meinen Vater. Diesen Menschen bin ich für immer dankbar. Sie waren für mich da, als ich nicht mehr zur Schule gegangen bin. Und als ich versucht habe, mich umzubringen. Auch meine besten Freunde waren für mich da und haben mir durch die schwere Zeit geholfen. Aber jetzt kommen wir zu einer Person, mit der ich den Kontakt abgebrochen habe, weil sie meine ganze Familie schon seit Jahren belügt und uns betrügt. Ich werde in diesem Brief ihren Namen nicht erwähnen.

Also, warum ich diesen Text schreibe, hat nur einen Grund: weil ich geistig und körperlich einfach nicht mehr kann. Diese Person macht immer einen auf heile Welt und heile Familie. Jeder außer meinem Vater macht einen auf heile Familie. Aber ich sage jetzt mal die Wahrheit. Mein Vater und ich sind der gleichen Meinung. Wir sind keine heile Familie. Ich gebe langsam einen F*ck auf meine Familie. Außer auf meine Oma, meinen Vater und meine Tante. Für die bin ich trotzdem noch da. Ich ziehe zu meinem Vater. Weil ich es einfach nicht mehr ertragen kann zu sehen, wie jeder auf heile Familie macht. Ich zerbreche langsam daran.

Wenn die Person, deren Namen ich in diesem Brief nicht erwähne, mir in die Augen guckt und so tut, als wäre nichts passiert, könnte ich ausrasten. Was ich gar nicht leiden kann, sind Lügen. Und wenn man so tut, als wäre alles okay. Und aus dem Grund sage ich nur noch eins: Ich gebe einen Fick auf diese Person und breche für immer den Kontakt ab. Und es wäre besser für diese Person, sich mir nicht mehr zu nähern.

istmirrelativ, 17, Bochum


Hallucination

Wo bin ich?, fragte ich mich, als ich mich in dem dunklen Raum umsah, in dem ich mich befand. Es ist kalt … "Wach- au- Wachen Sie auf Soldat!!!", brüllte ein Soldat, dessen Namen ich nicht kannte. Ich verstand ihn nicht so gut, da meine Ohren klingelten. "Der Stützpunkt wird angegriffen!", brüllte er.

Ich realisierte, dass das halbe Zelt, in dem ich zuvor mit meinen Kameraden geschlafen hatte, weggepustet war. „Was ist passiert?!“, brüllte ich dem anderen Soldaten zu. "Wir wurden angegriffen!!"

Ich versuchte mich umzuschauen, doch mir tat alles weh, ich war voller Blut. "Nicht bewegen", sagte ein anderer Soldat. "Du wurdest gerade von einer Granate getroffen! Also halt still und versuch, wach zu bleiben, damit du nicht verblutest!!"

Plötzlich fühlte ich einen betäubenden Schmerz und bemerkte, dass ich einen Verband am Arm trug, der mit Blut getränkt war. So schnell der Schmerz gekommen war, verschwand er auch wieder, denn Schwindel überkam mich, und schon bald umarmte mich erneut die Kälte und ich wurde ohnmächtig.

(...)

Darius Gloria, 16, Bochum


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