Fantastisch Unterwegs

 

Projektdaten:

  • Titel: Fantastisch Unterwegs
  • Bündnispartner 1: Friedrich-Bödecker-Kreis im Freistaat Sachsen e. V., Neue Str. 1c, 04703 Leisnig OT Börtewitz
  • Bündnispartner 2: Stadtbibliothek, Klosterstraße 5, 09456 Annaberg-Buchholz
  • Bündnispartner 3: Bildungszentrum Adam Ries / Grundschule / Hort, Oberer Kirchplatz 1, 09456 Annaberg-Buchholz
  • Autorenpatin: Constanze John, welche als Autorenpatin fungiert, ist nicht nur eine ausgewiesene Autorin, sondern arbeitet seit über zwanzig Jahren auch innerhalb verschiedener Projekte im In- und Ausland, vor allem mit Kindern und Jugendlichen. Ihr Spektrum reicht von der regelmäßigen Arbeit mit sprach- und sprechbehinderten Kindern in Leipzig bis hin zur jährlichen internationalen Jugendliteraturwerkstatt Graz/ Österreich.
  • Zeitraum: 01.01.2016 - 31.12.2016
  • Ort: Annaberg-Buchholz
  • Bundesland: Sachsen
 

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft Nr. 20


Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Presse

Download des Buchs (PDF)

Autorenpatenschaft Nr. 20

 

Projektbeschreibung

Die Schreibwerkstätten für bildungsbenachteiligte Kinder im Projekt „Kultur macht stark“, konkret in Annaberg-Buchholz: „Fantastisch unterwegs“ gibt bildungsbenachteiligten Kindern die Möglichkeit sich literarisch auszuprobieren, sich in einer Gruppe neu zu erfahren, gemeinsamen Ideen, auch Projektideen, nachzugehen. Während der regelmäßigen Treffen entstehen Texte – Geschichten, Gedichte, Szenisches -, die in der Gruppe und unter dem „professionellen Blick“ der Leipziger Autorin Constanze John auf ihre innere Logik und sprachlichen Besonderheiten „geprüft“ werden.

Methodisch gestaltet sich die Arbeit darüber hinaus über künstlerische Impulse, den individuellen Kontakt, Schreibzeiten, Textkritik sowie Präsentationen. U.a. sind weiterhin  eine Exkursion in eine Druckerei geplant sowie eine kreative Lesenacht.

Das Zusammensein und die kreative Selbsterfahrung, gemeinsam mit ähnlich interessierten Kindern, fördert individuelle Anlagen und stärkt – neben der erweiterten Weltsicht - Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Wir sind in unseren Vorstellungen unterwegs; und wir werden unterwegs in Annaberg-Buchholz sein. Das, was wir wahrnehmen, wird zu Impulsen für nächste Geschichten.

Teamarbeit wird dabei gefördert. Und zugleich bleibt auch der Raum für individuelle kreative Ansätze. Die können künstlerisch auch mal „völlig aus dem Rahmen“ fallen – trotz geplanter Schreibimpulse und thematischer Arbeit.

Am Ende jedes Arbeitstreffens, wurden und werden dann die entstandenen Texte durch die Kinder vorgestellt. Das informiert und vertieft zugleich das Gefühl für Leistung und Ästhetik. Die entstandenen Texte werden kontinuierlich digitalisiert, lektoriert und archiviert. Und am Ende des Projektes entsteht ein Buch.

Wir möchten innerhalb dieses Projektes literarisch unterwegs sein – sowohl durch sagenhafte, fantastische Welten als auch durch den Alltag der Kinder. Unterwegs wird uns in unseren Fantasie-Räumen Trauriges widerfahren, Abenteuerliches, Heiteres, Interessantes, Unheimliches und auch Unglaubliches. Die „Reiseteilnehmer“ werden ja nicht nur das für uns Alltägliche und Bekannte genauer beobachten und wahrnehmen, und dabei auf das zurückgreifen, was sie selbst - oder andere schon kennen, sondern sie werden auch herausgefordert werden, „unbekanntes Territorium“ zu betreten.

 

Erste Themen sind:

  • Das war einfach fantastisch
  • Zeus und Co./ Gestalten aus der Sagenwelt
  • Ein sagenhafter Mensch
  • Portale und andere Orte
  • Atlantis
  • Mein Ort
  • Sagenhaftes Annaberg-Buchholz
  • Kämpfe mit Feuer und Wasser
  • Erde und Luft
  • Geister und andere Gesellen
  • Die unterirdische Stadt
 

Die Themen werden sich im Laufe des Projektes weiter konkretisieren und können dann durchaus – auch den Interessen und Impulsen der Kinder entsprechend – weiterführend variieren.

 

Bilder

 

Texte der Autorenpatenschaft Nr. 20


Kochboters Chance

Kochboter wurde zu seiner Lieblings-Koch-Show eingeladen. Doch auf dem Weg dorthin traf er Robobig.

Robobig forderte Kochboter auf, ihm sein Geld zu geben. Kochboter riss sich zusammen und sagte: „Nein!“ Danach sagte er: „Ich gehe jetzt zur Koch-Show!“

Darauf meinte Robobig: „Ach so, zur Koch-Show. Gut zu wissen!“

Robobig ging weg und alles war wieder normal.

Als Kochboter bei der Show war, fing das Drama schon an: Alles war hier zerstört. Kochboter verdächtigte Robobig. Doch es stellte sich heraus, dass Robobig einkaufen gewesen war. Danach fanden sie den Moderator verschrottet in seinem Büro vor.

Am nächsten Tag las Kochboter in der Zeitung den Artikel: „Schrottanschlag auf den Moderator von ‚Koch, solange du kannst’“

Kochboter war sehr traurig, dass er nun nicht mehr in der Koch-Show kochen konnte. Trotzdem wollte er herausfinden, wer den Moderator verschrottet hatte. Deshalb ging er zu TECHNO, den größten Laden, den es hierzulande gab. Und er kaufte sich: 1 Lupe, 1 Detektivmütze und 1 Paar Handschuhe (Plastik).

Als er alles bezahlt hatte, ging Kochboter zum Tatort und untersuchte den Moderator. Da kam der Robo-Polizei-Chef und sagte, er hätte alles durchsucht und hätte nichts gefunden.

Als er wieder weg war, suchte Kochboter allein weiter, weil er nicht glauben wollte, dass es keine Hinweise mehr gäbe. Deshalb suchte er also weiter und fand eine Dienstmarke, die dem Robo-Polizisten-Chef gehörte.

Danach wurde ihm alles klar und seine Gedanken ergaben das Bild, dass der Robo-Polizei-Chef böse ist. Da kam der Chef und sagte: „Das hat ganz schön gedauert!“ Es kam zu einem Kampf.

Und Kochboter hat gewonnen!

Leon Alexander Matz, 10 Jahre

Als ich die Augen schloss

1.Kapitel
Ich heiße Elli, Elli Cara, bin elf Jahre alt und nichts Besonderes. Natürlich möchte ich besonders sein. Aber ich glaube, ich bin ein Mädchen wie alle anderen.

Ich wohne in Barcelona und gehe aufs Gymnasium Nummer 17. Unsere Schulen haben immer Nummern.

Heute sollte eigentlich auch ein Tag wie alle anderen sein. Der Weg zur Schule kam mir wieder so endlos vor. Ich muss mich immer selbst scheuchen, damit ich nicht zu spät komme.

Wir hatten heute Spanisch-Tag. Das ist wie in Deutschland den ganzen Tag Deutsch zu haben. Herr Berstek schrieb immer mehr Wörter an die Tafel.

Meine beste Freundin Merka schrieb mir einen Zettel. Darauf stand: „Wollen wir uns heute an der Kerrél-Klippe treffen?“ Ich willigte ein.

Die letzte Stunde war Sport. Frau Melja „kaute“ mir die ganze Zeit ein Ohr ab. Es ging darum, dass ich zur Leichtathletik-Landesmeisterschaft fahren sollte.

Endlich klingelte die Pausenklingel. Schule aus! Ich freute mich schon auf Merka und auf die Klippe.

2.Kapitel
Am Nachmittag holte ich mein Fahrrad aus der Garage. Ich war etwas spät dran. Merka wartete bestimmt schon auf mich.

Als ich am Waldrand angekommen war – um zur Kerrèl-Klippe zu kommen, musste man ein Wäldchen durchqueren -, schmiss ich mein Fahrrad zu Boden und lief das letzte Stück; also – ich rannte! Durch ein paar Brombeerbüsche wurden meine Beine zerkratzt. Es brannte fürchterlich.

Aber da sah ich Merka. Sie hatte noch zwei andere Freunde von uns mitgebracht – Pera und Saja.

„Hallo!“, rief ich.

„Hallo, Elli!“, rief Pera. Saja konnte noch nicht so gut Spanisch sprechen. Sie kam aus einem anderen Land und musste von dort mit ihrer Familie fliehen, weil Krieg war.

Wir ließen Steine ins Wasser fallen.

3. Kapitel
Ich saß etwas weiter vorn auf der Klippe als Merka, Pera und Saja. Auf einmal bröckelten von der Klippe vorn kleine Steine ab. Es knackste und ich kam ins Rutschen. Ich versuchte hilflos nach den Löwenzahnstängeln zu greifen. Aber die Stängel rissen ab. Der Fall in die Tiefe des Flusses kam mir endlos vor. Ich schloss die Augen und wartete verzweifelt auf den Tod. Ich spürte schließlich, wie die spitzen Steine am Grund des Flusses in meinen Rücken stachen. In der Ferne glaubte ich noch leise Krankenwagengeräusche zu hören. Dann verlor ich das Bewusstsein.

Ich lag bestimmt lange so dort. Aber was eigentlich passiert war, wusste ich nicht.

4. Kapitel
Ich spürte eine warme Sommerluft, die meine Arme streifte. Ich blinzelte in die Sonne. Moment mal – Sonne? Jetzt riss ich blitzartig die Augen auf. Wo war ich?

Um mich herum waren viele Kirschbäume, besser gesagt: eine Kirschbaumallee. Links und rechts flossen zwei schmale Bächlein.

Als ich an mir herunter schaute, waren da keine gefährlichen Wunden mehr; ganz im Gegenteil. Ich fragte mich noch einmal: Wo bin ich?

Helene Katrin Brückner, 10 Jahre

Der Geist und der Mann

Es war einmal ein Mann. Der geht auf den Friedhof. Der will eine Rose auf das Grab von seiner Oma legen. Und er legt die Rose auf das Grab.

Und plötzlich kommt ein Geist heraus, aus dem Grab.

Der Geist schreit, weil er den Mann erschrecken will.

Dann ist der Geist wieder weg und der Mann ruft die Geisterjäger. Die Geisterjäger sind da. Sie sehen aber keinen einzigen Geist!

Der Mann muss Strafe bezahlen, weil da kein einziger Geist gewesen ist.

Am nächsten Tag geht der Mann wieder auf den Friedhof. Und der Geist kommt wieder raus, aus dem Grab. Der Mann erschrickt. Aber diesmal denkt der Mann, dass der Geist eigentlich nur Freundschaft haben will.

Der Mann hat den Geist richtig verstanden. Und der Geist sagt, dass er Zugi heißt, und er ist 40 Jahre alt, und er ist ein Mann, er mag es, andere zu erschrecken, und er hasst Licht. Er wurde auf dem Friedhof geboren.

Fabian Weber, 8 Jahre

 

Bilder

 

Leonie

Lamm lacht laut los.

Leonie Böhnke, 10 Jahre

Lisa

Lustiges Lampen-Lamm Leon lacht:
Lachen! Leben! Leben! Lachen!

Lisa Eberhardt, 9 Jahre

Tilmann

Tilmann traf trabende Trampolin-Frosch-Flöhe.

Tilmann Leichsner, 9 Jahre

Leon

Leon lädt Leute lieb – zu seiner Geburtstagsfeier ein.
Leon lacht laut.

LEUTE LIEBEN LEUTE,
LEUTE LACHEN LAUT,
LEUTE LIEBEN LACHEN.

Leon Alexander Matz, 10 Jahre

Mia

Marsmensch mit Maus macht Murks.

Mia Machner, 8 Jahre

Hannah

Hannah Hase hat hinterm Haus himmlische Himbeeren.

Hannah Rasch, 9 Jahre

Mia

IMA

Ima ist ein neuer Roman, der sehr gruselig, aber gleichzeitig auch sehr lustig sein kann, weil es um Leben & Tod geht – lustig & traurig.

Mia Machner, 8 Jahre

Hannah

ANHANH

Es ist der 1. April 2017. Nele blättert in der Zeitung und findet es:
Es sieht so ähnlich aus wie ein Tier, wie so ein kleiner Affe.
Die Überschrift heißt: „Neues Tier entdeckt“.
Dieses Tier heißt Anhanh.
Nele ist gespannt und liest sich den restlichen Text auch noch durch:
Das Tier wurde von Alexander Oberi gefunden, in Zutelich, in einem Stadtpark.
„Es ist eine Art Totenkopfäffchen“, sagt Nina Johanna, eine Wissenschaftlerin.
Und dann steht da noch eine Telefonnummer.
Und da drunter steht: „Wer mehr erfahren möchte, ruft zwischen 15 und 19 Uhr an.“
Nele ist gespannt und ruft an.
Ein Mann geht ran. Und als Nele fragt, wie das mit dem Affen passieren konnte, fragt der Mann lachend, ob ich mal auf den Kalender geguckt hätte.
Jetzt muss ich auch lachen: Heute ist ja der 1. April.

Hannah Rasch, 9 Jahre

Lisa

SILA

Sila ist ein Mädchen, was in die 3a geht.
Sie ist das beste Mädchen in der Klasse.
Da freut sie sich immer wieder.

Fünf Jahre später:

Sie hat Streit mit ihrem Freund.
Dann trennen sie sich.
Nach einem Jahr treffen sie sich wieder, auf dem Markt in Berlin.
Und sie knutschen.
Und Sila freut sich.

Lisa Meyer, 10 Jahre

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