Komm erzähl mir was – Kinder treffen Senior*innen
Projektdaten:
- Titel: Komm erzähl mir was - Kinder treffen Senior*innen
- Bündnispartner 1: Mittelschule Kaufering, Lechfeldstraße 40, 86916 Kaufering
- Bündnispartner 2: Bücherei Markt Kaufering, Überfall-Schweitzer-Straße 4 a, 86916 Kaufering
- Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Bayern e.V., Postfach 13 17, 85423 Erding
- Autorenpate: Thomas J. Hauck, Studium für Grafik und Design an der FH-Mannheim, Studium für Tanz und Schauspiel, Buffon Ausbildung in Paris, Zusatzausbildung Kunsttherapie (Stuttgart) und Historische Stadt (Lübeck) Seit diesem Zeitraum Ausstellungen und Installationen in Deutschland, der Schweiz und Österreich, Mitglied beim Kunstverein Schorndorf. Seit vielen Jahren als Autor von Kindergeschichten, Kinderbücher und Kindertheaterstücken tätig. Mehr als 25 Kinderbücher.( u.a. Der Mann mit dem Raben, Ole und das Meer, Linus der Wikinger, Ich schenk Dir ein A) Seit Jahren auch Regie und Drehbuch von Kinderfilme (u.a. Die Sommersprosse, Oma Frida und das Seeungeheuer). Viele Schreibprojekte bei KULTUR macht STARK, Museum macht stark und EU Projekten u.a. Tirol und Südtirol.
- Zeitraum: 01.05.2025 - 30.09.2025
- Format: Modul 2 (halbjährig)
- Ort: Kaufering
- Bundesland: Bayern
Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft
Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.
Download des Buchs (PDF)
Projektbeschreibung
Es sollen sich Generationen treffen, Kinder alte Menschen besuchen und befragen, denn alte Menschen tragen viele Geschichten mit sich herum. Vielleicht sprechen sie mit ihrer Oma, ihrem Opa, vielleicht mit der Nachbarin oder sie besuchen das örtliche Altersheim, die Altersresidenz.
In einem „Kennenlernabend“ oder bei einem „Kennenlernnachmittagskaffee“ treffen sich Alt und Jung.
Jedes Kind hat eine*n Erzählpartner*in. Die Kinder lassen sich Geschichten aus ihrer Zeit, aus ihrem Leben erzählen. Ihr vielleicht schönstes Erlebnis, ihr erstes Verliebtsein, das aufregendste oder traurigste Erlebnis. Vielleicht ein Geheimnis.
Die Kinder beginnen mit diesem „Material“ eine Geschichte zu schreiben. Sie kann sich exakt an dem orientieren, was ihnen erzählt wurde, sie kann aber auch als Baustein für eine Geschichte verwendet werden. Sie kann auch zusammen entstehen. Es können auch kleine biografische Geschichten sein.
Vielleicht machen sie gemeinsame Spaziergänge, oder gehen ins Cafe oder schauen sich Fotos an oder spazieren auf alten Wegen, wie damals.
Die Begegnungen werden von den Kinder unter Anleitung eines professionellen Filmemachers und Fotografen, dokumentiert und fließen wie Illustrationen in die Geschichte ein. Und alles mündet in einem Buch.
Es wird eine öffentliche Veranstaltung in der Bibliothek stattfinden, wo die Geschichte vorgelesen werden, wo es eine Ausstellung der Fotos geben wird, wo gemeinsame Gespräche stattfinden, wo Generationen sich treffen, zuhören, lauschen, sich erfreuen, klatschen, nachfragen und Neugierig sind. Und einfach Freude miteinander haben. Weil kleine Bande geknüpft wurden oder Freundschaften oder...
Bilder zur Autorenpatenschaft
Texte der Autorenpatenschaft
Das frühere Leben von Fr. Kottek
Frau Kottek ist sehr alt, mindestens 100 bis 102. Sie hat schon sehr vieles erlebt bzw. mitgemacht. Zum Beispiel den Krieg: wenn eine Bombe geplatzt ist und wenn es angefangen hat zu brennen, musste man mit Wasserkanistern das Feuer auslöschen. Nach mehreren von Jahren hatte der Krieg aufgehört.
Es gab viele Streitereien in der Familie, das fast der Vater aus Wut den Bruder von Frau Kottek ermorden wollte. Aber die Mutter kam dazwischen und sagte zu dem Vater: "Nein du machst es nicht!"
Der Vater hörte damit auf, aber er war sehr sauer. Die Mutter wurde dann schwerkrank, aber es gab eine Überschwemmung und sie konnte dann nicht ins Krankenhaus gehen. Sie hatte Nierenversagen und ist leider gestorben.
In der Schule waren die Lehrer sehr, sehr streng und wütend. Wenn man zu spät kam, wurde man mit einem Lineal oder mit einem Stock auf die Hand geschlagen. Nach einer langen Zeit heiratete Frau Kottek. Sie hatte dann sieben Kinder bekommen, drei davon sind gestorben. Der Rest ist noch am Leben.
Frau Kottek verbringt gerade ihre Zeit im Seniorenstift und fühlt sich sehr wohl.
Gaith
Zwischen Flucht und Frieden
Bärbel wurde in Sachsen geboren, als mittleres Kind von drei Geschwistern, und musste früh lernen, sich alles zu erkämpfen: Liebe, Aufmerksamkeit, ihren Platz im Leben. Mit vier Jahren floh sie aus der DDR in den Westen nach Nordrhein-Westfahlen, in den Ruhrpott, wo sie groß wurde. Rau, kraftvoll, gefestigt durch den Alltag.
Mit 20 zog Bärbel ins Herz der Berge, nach München, während ihre Schwester nach Kiel ans Wasser zog. Frau Lehr wohnte in einem kleinen Appartement und lernte dort ihren zukünftigen Mann aus Augsburg kennen. Sie zogen gemeinsam nach Untermühlhausen und
heirateten standesamtlich in Penzing.
Ihr Leben war ruhig und verwurzelt, von der Natur geprägt. Doch das Glück war zerbrechlich. Bärbels Mann starb. Ein Schock für sie!
Kurz darauf verlor sie auch ihren Lieblingsbruder. Er erhielt eine Seebestattung, während die Familie ein Familiengrab bekam. Später zog
Bärbel nach Kaufering, arbeitete dort und lebte in einer kleinen Wohnung. Irgendwann ging sie ins Seniorenstift. Komplett allein, ohne Familienmitglieder. Aber eine Schulklasse hatte ein Projekt, weswegen sie nicht mehr ganz so allein war.
Amelie
Marie Grauf
Sie wurde 1935 auf einem Bauernhof in Mittelfranken geboren. Dort lebte sie mit: ihrem großen Bruder, ihrer kleinen Schwester, zwei Ponys, Kühen, Schweinen, Hühnern und ihrem Lieblingstier Timmy, dem Hund. Er lebte 17 Jahre und das war für einen Hund sehr alt. Von ihrem Opa lernte sie rechnen, schreiben und lesen. Von 1941–1948 ging sie zur Schule. Das Schuljahr begann immer kurz vor Ostern. Der Schulweg war 2 km lang und beschwerlich, denn es gab hin und wieder mal Fliegeralarm. Wegen des Krieges musste auch ein Jahr die Schule ausfallen.
Zu der Zeit gab es im Ort nur zwei Autos – das der Polizei und das des Arztes. Für die Arbeit auf dem Bauernhof gab es einen Traktor,
trotzdem mussten alle Kinder mithelfen, z. B. Kartoffeln putzen, Wäsche waschen, Essen kochen und nähen. Denn alles musste selbst gemacht oder hergestellt werden. In ihrer Freizeit spielten die Kinder Ball oder Kästchen hüpfen. Abends wurden dann gemeinsam Nachrichten auf dem kleinen neuen Radio angehört.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gab es Tag und Nacht immer wieder Fliegeralarm, und alle mussten so schnell wie möglich in den Keller laufen. Als Jugendliche traf sie sich mit anderen jungen Leuten aus dem Dorf in der Dorflandjugend. Dort lernte sie ihren Mann kennen, den sie mit 21 Jahren heiratete. Sie bekam zwei Töchter. Marie Grauf blieb als Hausfrau zu Hause und kümmerte sich um das Essen, die Wäsche und den ganzen Haushalt. Sie ist immer gerne Auto gefahren.
2010 starb ihr Mann nach 62 Jahren Ehe. Für Marie Grauf war das ihr schlimmstes Erlebnis. Heute lebt sie im Seniorenstift, das im Monat 4000 € kostet. Sie bekommt 150 Euro für ihr restliches Leben. Besuch bekommt sie selten, denn ihre Schwester ist dement und kann nicht mehr sprechen. Marie vertreibt sich ihre Zeit mit Lesen. Ein Handy mag sie nicht, aber über den Besuch von Fine und mir hat sie sich sehr gefreut.
Elisabeth Monika

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