Leben in verschiedenen Sprachwelten

Projektdaten:

  • Titel: Leben in verschiedenen Sprachwelten
  • Bündnispartner 1: Die Arche - Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V., Standort Frankfurt-Nordweststadt, Thomas-Mann-Straße 6a, 60439 Frankfurt am Main
  • Bündnispartner 2: Volkshochschule Frankfurt am Main, Standort: VHS-Zentrum Nord, Tituscorso 7 (im Nordwestzentrum), 60439 Frankfurt am Main
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Hessen e. V., Turmstraße 4, 35578 Wetzlar
  • Autorenpatin: Nasrin Siege, *1950 in Teheran (Iran), deutsch-iranische Kinder- und Jugendbuchautorin, Psychologin und Entwicklungshelferin, lebte von ihrem achten Lebensjahr an in der Bundesrepublik, und von 1983 bis 2016 in verschiedenen afrikanischen Ländern. Seit Oktober 2016 lebt sie in Frankfurt/Main. Mit dem von ihr 1996 gegründeten Verein „Hilfe für Afrika e.V. (www.hilfefuerafrika.de) unterstützt sie bis heute Kinderhilfsprojekte, zurzeit in Sambia, Äthiopien und Namibia. Nasrin Siege hat in verschiedenen afrikanischen Ländern mit Kindern und Jugendlichen Schreib- und Theaterwerkstätten durchgeführt. In Tansania (1994-2003) arbeitete sie u.a. als Psychologin in einem Straßenkinderprojekt mit traumatisierten Kindern, mit denen sie gemeinsam ihre individuellen biografischen Alben zusammenstellte (Biografiearbeit). Wenn immer möglich, hat sie in den Projekten psychotherapeutische und psychologische Hilfe geleistet. 2019, 2021, 2022 und 2023 hat Nasrin Siege im Rahmen von „Kultur macht stark“ Geschichtenwerkstätten durchgeführt. Drei der Workshops fanden mit den Kindern der Arche Frankfurt statt.
    Nasrin Siege schreibt für Kinder und Jugendliche. Ihre Bücher handeln – bis auf ihren autobiographischen Roman „Shirin – Wo gehöre ich hin?“ – von Kindern und Kindheit in Afrika. „Shirin – Wo gehöre ich hin?“ handelt von ihrem Aufwachsen in Hamburg der 60er Jahre und u.a. vom Leben in zwei Sprachwelten. 2022 erhielt sie für ihr ehrenamtliches Engagement, im Rahmen der Projekte von Hilfe für Afrika e.V., das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. 2006 erhielt sie den Two Wings Award (Österreich) für das Sammeln von afrikanischen Märchen und ihrem Engagement in Hilfsprojekten in Afrika. 1993 erhielt sie für ihre Bücher „Sombo, das Mädchen vom Fluss“ und „Wie der Fluss in meinem Dorf“ den Preis der Ausländerbeauftragten des Senats Berlin.
  • Zeitraum: 01.07.2024 - 01.08.2024
  • Format: Modul 3 (kurzzeitig)
  • Ort: Frankfurt am Main
  • Bundesland: Hessen

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft

Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Für diese Maßnahme ist auf Grund der kurzen Dauer keine Publikation vorgesehen. Texte und Bilder des Projektes finden Sie weiter unten.

Projektbeschreibung

Sprache ist ein wichtiger Aspekt der Identität eines Menschen. Mit der Sprache nimmt das Kind die Werte und Moral der Kultur auf, in der es aufwächst. Das Aufwachsen in verschiedenen Sprachwelten bedeutet auch Aufwachsen in und zwischen verschiedenen Kulturen. Die Identitätsfindung kann durch das gleichzeitige Leben in verschiedenen Sprachwelten erschwert werden. Widersprechen sich die Werte und die Moral der verschiedenen Sprachwelten, kann es zu inneren Konflikten, zu Konflikten innerhalb der Familie und zu Konflikten mit Angehörigen der „dominierenden“ Sprachwelt kommen.

Einwandererkinder wachsen in der Regel in bzw. zwischen zwei Sprachwelten auf – die der Eltern und die des Landes, in das die Familie eingewandert ist. Die Sprache des Einwanderungslandes wird mit der Zeit zu ihrer dominierenden Sprache. Mehr und mehr fühlt sich das Kind/der Jugendliche in der neuen Sprache – hier Deutsch - sicher. Es lernt sich im Deutschen differenzierter, als in seiner Herkunftssprache auszudrücken. In vielen Familien bleibt das Sprachniveau der Herkunftssprache des Kindes ab z.B. dem Alter, als es nach Deutschland kam, stehen. Oder die Herkunftssprache entwickelt sich spärlich oder gar nicht bei Kindern, die in Deutschland auf die Welt kommen. Das kann dazu führen, dass die Kommunikation in der Familie immer mehr leidet: Die Eltern sind fließend in der Herkunftssprache, beherrschen aber die deutsche Sprache nicht gut oder gar nicht. Während die Eltern von ihren Kindern erwarten, dass diese sich in der Herkunftssprache ausdrücken und enttäuscht darüber sind, dass die Kinder das nicht können, ziehen sich die Kinder/die Jugendlichen enttäuscht von den Eltern zurück, weil sie sich von ihnen nicht „verstanden" fühlen.

 

Das Kind bzw. der Jugendliche kann sich den Eltern mit seinen Gedanken, Gefühlen und seinem Wissen immer weniger mitteilen. Ihm fehlen die Worte in der eigentlichen Muttersprache. Das Kind/der Jugendliche kann sich und seine Gefühle sehr gut in Deutsch ausdrücken, aber nicht in der Sprache der Eltern. Die Werte, die der Jugendliche mit der deutschen Sprache in sich aufgenommen hat, können im Gegensatz zu den Werten der Eltern bzw. des Herkunftslandes stehen.

Im Workshop werden sich die Teilnehmer*innen über ihre Erfahrungen zu Sprache/Mehrsprachigkeit austauschen und diese kreativ umsetzen: Schreiben von Gedichten und Geschichten, dem Entwickeln eines mehrsprachigen Theaterstücks, dem Herstellen eines gemeinsamen Plakats oder mehrerer Plakate zum Thema.
Das Schreiben von Geschichten und Gedichten, die szenische und zeichnerischen Darstellung von Alltagssituationen, soll den Jugendlichen die Möglichkeit geben, die selbst gelebte Mehrsprachigkeit neu und bewusster wahrzunehmen, die eventuell daraus entstandenen Konflikte zu verstehen und aus dem Verständnis daraus, neue Wege der Konfliktbewältigung zu suchen.

Es gibt viele positive Aspekte beim Aufwachsen in verschiedenen Sprachwelten. Doch selten werden diese wahrgenommen bzw nur bei einigen wenigen Sprachen wahrgenommen, die den hohen Mehrwert (Englisch, Französisch) der Nützlichkeit für den Bildungserfolg und Karriere zu haben scheinen. Andere Sprachen werden eher als Integrationshindernisse angesehen. Die Jugendlichen sollen den positiven Aspekt beim Aufwachsen in verschiedenen Sprachwelten erkennen, in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden und ihre Mehrsprachigkeit als Gewinn und Chance für die private und berufliche Zukunft erkennen. Die Arbeit in der großen Gruppe und in den verschiedenen kleinen Gruppen soll den Jugendlichen Freude und Spaß machen.

An einem Tag ist der Besuch in der Bibliothek der Generationen im Historischen Museum in Frankfurt geplant. Hier sollen die Jugendlichen, unter der Führung eines Mitarbeiters des Museums, „Zeitzeugen“ kennenlernen, die von ihrer Migration und Mehrsprachigkeit – anhand von Dokumenten, Videos, Aufzeichnungen u.v.m. – erzählen.

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