Meine Wurzeln, meine Zukunft
Projektdaten:
- Titel: Meine Wurzeln, meine Zukunft
- Bündnispartner 1: Stadtbücherei Kelheim, Alleestraße 21, 93309 Kelheim
- Bündnispartner 2: AWO Kelheim, Alter Markt 9, 93309 Kelheim
- Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis in Bayern e.V., Postfach 1317, 85423 Erding
- Autorenpatin: Eva Honold ist Vize-Vorsitzende des Schriftstellerverbandes Ostbayern, ausgezeichnet mit dem „MACHER-PREIS 2024 der Stadt Kelheim (gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv KWAK), schreibt Lyrik, Prosa und Sachtexte, sie organisiert und leitet Kreativprojekte mit Kindern und Erwachsenen. Aktuell bringt sie für die Reihe „Neustadt erzählt“ Menschen verschiedenster Altersklassen und Herkunft ins Gespräch. Respekt prägt ihre Arbeit mit Kindern, etwa aus Flüchtlingsfamilien in dem Projekt „Buchstabensuppe“ in ihrer Wortgeheuerwerkstatt in Kelheim. Mehr Informationen u.a. über aktuelle Lesungen, Bücher, Veranstaltungen etc. gibt es auf ihrer Website unter www.wortgeheuer.com oder instagram: eva_honold
- Zeitraum: 17.09.2025 - 15.02.2025
- Format: Modul 6 (Ganztagsmodul)
- Ort: Kelheim
- Bundesland: Bayern
Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft
Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.
Download des Buchs (PDF)
Presse
- Artikel "Kinder wünschen sich ausrangierte Schreibmaschinen" in der Mittelbayrischen Zeitung vom 22.12.2025
-
Artikel „`Meine Wurzeln, meine Zukunft´: Elf Mädchen und Jungen aus Kelheim schreiben ihr eigenes Buch" in der Mittelbayrischen Zeitung vom 27.04.2026
Projektbeschreibung
Woher komme ich, wohin will bzw. kann ich gehen?
Das sind die zentralen Fragen, die wir unserem Halbjahresworkshop mit den Kindern beantworten wollen. Wir befassen uns intensiv mit der Herkunft der Teilnehmer:innen im Alter zwischen 8 und 10 Jahren. Aus welchem Land kommen die Vorfahren (Deutschland und andere Länder), was wissen die Kinder darüber? Gibt es Geschichten, Märchen, Erinnerungen, die in der Familie weitererzählt werden. Neben den Familienmitgliedern und ihrer Oral History dienen uns Landkarten, Bücher, Fotos, Filme als Informations- und Inspirationsquelle für unsere kurzen Geschichten. Die Kinder erforschen, wie wichtig es ist, zu wissen, wo man herkommt, Teil einer Geschichte zu sein, um dann über die Gegenwart und Zukunft schreiben zu können, sich einordnen zu können. Welche Möglichkeiten haben sie, welche Wünsche, Pläne haben sie für die Zukunft? Sie schreiben, wie sie sich als Erwachsene sehen, erzählen ihre Gefühle und Träume und Chancen. Gibt es Vorbilder, an denen sie sich orientieren dürfen, die taffe Großmutter, den kreativen Vater etc.?
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - diese Dreiteilung umfasst alle Lebenswelten der Kinder. Durch die Einbindung vor allem auch der Familie und das Interesse an deren Geschichte verspricht sich die Autorin Eva Honold eine hohe Motivation der Teilnehmer:innen an dem Projekt. Dass am Ende ein Buch veröffentlicht wird, wird, neben der Freue am Geschichten aufschreiben, den Stolz auf das selbst Erreichte der Kinder noch steigern.
Bilder zur Autorenpatenschaft
Texte der Autorenpatenschaft
Meine Wurzeln
Meine Mutter hat mich Hilma genannt, ich glaube, das bedeutet: Es gibt ganz viele Blumen im Himmel. Ich bin 10 Jahre alt, ich bin in Kurdistan geboren und war sieben Jahre alt, als wir nach Kelheim gekommen sind. Jetzt bin ich schon lange hier. Früher hatte ich als Haustier einen Vogel. Ich weiß nicht mehr, wie er geheißen hat. Er ist auf meinem Kopf gesessen. Einmal haben wir das Fenster aufgelassen, dann ist noch ein Vogel in den Käfig geflogen. Er war gelb, meiner war blau. Der Gelbe ist dann eines Tages wieder weggeflogen. Und meiner hat dann immer gepiepst. Der hat ihn vermisst! Bevor wir nach Deutschland gefahren sind, haben wir ihn verkauft. Wir konnten ihn nicht mitnehmen. Ich war traurig, das weiß ich noch.
Von Deutschland aus ist Syrien mehr als 3.000 Kilometer weit entfernt. Ich habe ein Bild von mir eingeklebt in mein Heft, das bin ich als fünfjähriges Mädchen in Kurdistan. Meine Tante hat mich fotografiert. Ich habe einen roten Rock und einen roten Pulli mit einem Bären darauf an und ein rotes Haarband mit Blume. Es war ein schöner Tag und sonnig.
Hilma
Meine Mutter ist in Ostdeutschland geboren worden. Zu der damaligen Zeit war dieses die DDR. Meine Mama war oft bei ihrer Oma und ihrem Opa. Sie ist oft umgezogen und musste funktionieren, da ihre Mama alleinerziehend mit drei Kindern war. Meine Oma ist dann mit meiner Mama in den Westen gezogen. Sie kann richtig gut Hochdeutsch. Mein Vater ist aus Bayern, da wurde die Landwirtschaft noch aktiv betrieben. Da wurde viel auf dem Feld gearbeitet. Im Dorf kannte jeder jeden.
Ich habe gefragt, welche Lieder sie als Kinder gesungen haben: Zu Hause bei meinem Papa wurde das Lied „Bi-Ba-Butzemann“ gesungen. Und bei meiner Mama „Brüderlein, komm tanz mit mir“. Mein Name Annalena hat seinen Ursprung im Hebräischen und Katholischen. Er bedeutet „Die Anmutige“ und „Die aus Magdaland“. Der Name hat meinen Eltern so gut gefallen. Meine Mama sagt, das hat sich richtig angefühlt.
Annalena

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