Menschenbilder

Projektdaten:

  • Titel: Menschenbilder
  • Bündnispartner 1: Geschwister Scholl Gymnasium Daun, Schulstraße 1, 54550 Daun
  • Bündnispartner 2: Café Asyl, Bahnhofstraße 29, 54550 Daun
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Rheinland-Pfalz und in Luxemburg e.V., Saarstraße 21, 54290 Trier
  • Autorenpat*innen:

    Hanna Jansen, bereits 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022 und 2023 Autorenpatin, war lange Jahre im Schuldienst und in der Lehrerfortbildung tätig, spielte Theater und leitete verschiedene Literaturwerkstätten, u.a. für den Museumsdienst Köln.
    Ihre Bücher wurden vielfach übersetzt, der Roman „Über tausend Hügel wandere ich mit dir“ 2003 mit dem Buxtehuder Bullen ausgezeichnet und in den USA mehrfach, u. a. mit der Goldmedaille des „Independent Publisher Book Award“, geehrt. Für ihren Roman „Herzsteine“ (2012 bei Peter Hammer, 2018 Tb bei Beltz) hat sie das Autorenstipendium NRW erhalten, für ihren Roman „Und wenn nur einer dich erkennt“ (2018 bei Bernstein) die Kultur- und Autorenförderung „Werkproben“ 2019/2020 in NRW. „Herzsteine“ wurde 2022 vom Kultusministerium Baden-Württemberg zur Lektüre für die schriftliche Prüfung im Fach Deutsch ausgewählt. Zwei ihrer Romane dienen seit mehreren Jahren als Unterrichtslektüren.

    Niklas Schütte, seit 2018 regelmäßig künstlerische Begleitung bei Jahresmodulen von Hanna Jansen im Raum Trier und in der Vulkaneifel, in deren Zusammenhang er auch selbst Werkstätten leitete, hat Visuelle Kommunikation in Krefeld studiert und ist seit mehr als zwanzig Jahren freier Grafiker und Illustrator. Dabei liegt sein Schwerpunkt in der Gestaltung von Cover-Artwork – vor allem im Kinder- und Jugendbuchbereich. Er hat zahlreiche Umschläge für renommierte Verlage wie Carlsen, Kosmos, Thienemann, Arena oder den Peter-Hammer-Verlag entworfen, sowie belletristische Titel u. a. für Rowohlt, Heyne und Ullstein. Generell fühlt er sich im Umfeld Kulturschaffender gut aufgehoben – so erstellt er z. B. die Print-Medien des Kultur-Salons „Freiraum“ in Köln und hat diverse Autor*innen und Bühnenkünstler*innen bei freien Projekten unterstützt wie etwa die Band AnnenMayKantereit in ihrer Anfangszeit. Nebenbei macht er Lesungen, lektoriert oder forscht nach alter Soul-Musik.

  • Zeitraum: 01.02.2025 - 30.09.2025
  • Format: Modul 6 (Ganztagsmodul)
  • Ort: Daun
  • Bundesland: Rheinland-Pfalz

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft

Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Inhalt des Buchs

Presse

Projektbeschreibung

Angesichts einer zunehmenden Verunsicherung in Bezug auf "gültige Werte", die jungen Menschen für ihr Leben und ihre Zukunft Orientierungen geben könnten, ist es geradezu unverzichtbar, den Raum für eine tiefer gehende Auseinandersetzung hierüber zu eröffnen und dabei der Frage nachzugehen, was der Artikel 1 unseres Grundgesetzes "Die Würde des Menschen ist unantastbar" sowohl im Allgemeinen als auch im Besonderem bedeutet.
"Als Menschenrechte werden individuelle Freiheits- und Autonomierechte bezeichnet, die jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins gleichermaßen zustehen. Sie sind universell, unveräußerlich und unteilbar. Sie umfassen dabei bürgerliche, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechtsansprüche." (Wikipedia)
Wir leben in einer Zeit, in der lebensbedrohlich wirkende Krisen (Kriege, Klimawandel, Energieknappheit, Umweltzerstörung, Massenmigration, sowie eine zunehmend unkontrollierbare Übermacht der Social Media) die Menschheit vor immense Herausforderungen stellen. Besonders betroffen davon sind junge Menschen, die sich noch an der Schwelle zu einem eigenständigen Leben in Selbstverantwortung befinden und dabei in eine ungewisse Zukunft blicken müssen. Diese Ungewissheit löst Ängste bei ihnen aus, treibt sie womöglich in die Arme von Populisten, die ihnen scheinbar einfache Lösungen anbieten, jedoch die Diversität unserer Gesellschaft in Frage stellen.
Umso wichtiger erscheint ein interkultureller, generationsübergreifender Austausch über humane Wertvorstellungen und Menschenrechte, welche in einem langen, mühsamen Entwicklungsprozess errungen wurden und ihre Gültigkeit nicht verloren haben. Es geht vor allem darum, dass die Teilnehmenden sich ihrer eigenen Haltung und Position bewusst und darin bestärkt werden, indem sie sich auf einen kreativen Prozess einlassen und versuchen ihre Antworten und Sichtweisen in Texten und Bildern zum Ausdruck zu bringen.

Bilder zur Autorenpatenschaft

Texte der Autorenpatenschaft

Die Nacht zum neuen Leben

Hallo, mein Name ist Mavka und ich möchte euch von der Nacht erzählen, in der sich alles änderte.
An einem Abend in unserer kleinen Wohnung am Rand von Kiew las meine älteste Schwester Maria uns wie so oft eine Geschichte vor. Als sie damit endete, waren meine kleinen Brüder Maxim und Lars schon eingeschlafen.
Ich aber lag noch lange wach und beschloss, mir ein Glas Milch mit Honig aus der Küche zu holen. Nachdem ich die Milch getrunken hatte, schlief ich kurz vor Mitternacht endlich ein.
Doch schon eine Stunde später weckte meine Mutter mich und meine Geschwister. „Packt alles Wichtige zusammen, beeilt euch!“, drängte sie. Ich war verwirrt, doch ich spürte, dass keine Zeit für Fragen blieb, und so tat ich, was sie gesagt hatte. Wenig später standen wir alle reisefertig im Flur.
„Was ist los?“, fragte ich nun doch. Ich hatte Angst.
„Wir müssen fliehen, es herrscht Krieg“, antwortete meine Mutter.
Und schon im selben Augenblick ertönte irgendwo draußen ein ohrenbetäubender Donner, der uns in Panik versetzte. Nicht weit von uns musste eine Bombe eingeschlagen sein.
Wir wurden angegriffen, ja, es herrschte Krieg!
Es war unfassbar für mich: Noch am Tag zuvor hatten wir in der Schule darüber gesprochen, und jetzt wurde es wahr!
Fluchtartig verließen wir das Haus. Meine Mutter rannte voraus, wir durchquerten mehrere Straßen, bis wir zu einem Platz gelangten, wo ein Bus auf die fliehenden Menschen wartete. Wir drängten hinein und fuhren wenig später los.
Während wir uns nach und nach von der Stadt entfernten, hörte ich weitere Bomben einschlagen. Ein Albtraum, aus dem es kein Erwachen gab!
Die Fahrt dauerte endlos lange, führte uns über Polen schließlich nach Deutschland und dort in die Eifel, wo wir von einer netten Familie aufgenommen wurden, die uns mit ihren ukrainischen Sprachkenntnissen überraschte.
Wir erfuhren, dass sie vor zehn Jahren aus der Ukraine nach Deutschland gezogen war, weil Familienangehörige und Freunde dort lebten. Ihre Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit machte alles leichter für uns.
Aber dann begann der schwierigste Teil für mich: die Schule! Ich konnte ja kein Wort Deutsch, und obwohl meine guten Englischkenntnisse mir weiterhalfen, fiel es mir schwer, in der Klassengemeinschaft Fuß zu fassen. Alle waren so anders als ich. Besonders Mia machte mir das Leben schwer, sie mobbte mich, weil ich keine Markenklamotten trug. Ich tat so, als ließe es mich kalt, aber eigentlich war es sehr anstrengend und nervenaufreibend.
Nun, zwei Jahre später, haben wir uns eingelebt. Alles ist besser geworden und ich komme gut klar, auch wenn ich noch immer an die schrecklichen Ereignisse denken muss und mich nach unserer Heimat sehne, die wir verlassen mussten.
Wir hoffen auf die Möglichkeit, eines Tages nach Kiew zurückkehren zu können. Vor allem hoffen wir auf Frieden!

Leni, 12

 

Zwei Welten – zwei Herzen

Niemand hätte gedacht, dass Liebe so stark sein kann …
Alles hatte damit begonnen, dass der magische Planet Neiji und der Planet Erde vor vielen Jahrtausenden einen schrecklichen Krieg miteinander führten, der nie in Vergessenheit geriet.
Auf Neiji wurde alle zehn Jahre ein Hüter oder eine Hüterin gewählt, und jetzt war es wieder soweit. Dieses Mal fiel die Wahl auf die vierzehnjährige Yira.
Viele Bewohner von Neiji waren mit der Entscheidung nicht einverstanden, sie meinten, Yira sei viel zu jung für diese Aufgabe, sie wisse zu wenig über ihre eigene Welt und schon gar nichts über den Planeten Erde. Auch Yira selbst fürchtete, dass sie scheitern könnte, trotzdem nahm sie die Wahl ohne zu zögern an.
Um zu beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen war, machte sie sich ohne Erlaubnis der Eltern auf den Weg zum Planeten Erde.
Dort angekommen tarnte sie sich mit einem Mantel, damit niemand von den Erdbewohnern erkennen konnte, dass sie eine Fremde von einem anderen Planeten war. 
Mehrere Nächte schlief sie in einem verwilderten Garten vor einem alten Haus, wo sie eines Tages von einem Jungen entdeckt wurde, der aus dem Fenster blickte.
Nur wenig später stand er vor ihr, und während sie einander verwirrt und wortlos anstarrten, begannen ihre Herzen voller Liebe füreinander zu schlagen.
„Wer bist du und woher kommst du?“, fragte der Junge.
Yira wusste nicht, ob sie ihm die Wahrheit anvertrauen konnte, doch ihre Liebe machte ihr Mut. „Ich heiße Yira und bin vom Planeten Neiji“, erklärte sie, „aber das darfst du auf keinen Fall verraten! Und wer bist du?“
„Jonathan“, antwortete der Junge. „Wenn du möchtest, kannst du in meinem Garten bleiben.“
Yira vertraute ihm und nahm das Angebot gern an.
Eines Tages jedoch verließen sie den Garten, weil Jonathan ihr seine Stadt zeigen wollte. Yira trug ihren Tarnmantel mit einer Kapuze, unter der sie ihr wildes, neonleuchtendes Haar verbarg, das ihre Herkunft vom anderen Planeten verraten hätte.
Doch ein plötzlicher Windstoß riss ihr die Kapuze vom Kopf und Yira stellte mit Schrecken fest, dass sie von den Leuten ringsum angestarrt wurde, als sei sie ein Monster. So schnell sie konnte, oh sie davon, doch die Menschen rannten ihr nach, und sie hörte Jonathans angstvolle Stimme hinter sich rufen, sie solle die Erde sofort verlassen, weil sie dort nicht mehr sicher sei. Als sie sich noch einmal umwandte, sah sie, dass er am Boden lag. Von Panik erfüllt rannte sie weiter und erst, nachdem sie ihre Verfolger endlich abgeschüttelt hatte, hielt sie in einer dunklen Ecke an.
Ihr Herz klopfte wild. Was sollte sie tun? Wenn sie blieb, würde sie sicher erneut entdeckt werden und auch Jonathan in Gefahr bringen. Aber zurück zum Planeten Neiji? Nein, das kam auch nicht infrage. Dort drohte ihr vielleicht noch Schlimmeres, weil sie ihn unerlaubt verlassen hatte …
Sie entschied sich zu bleiben, sich jedoch vor den Menschen zu verstecken und auch Jonathan zu meiden, um ihm keinen Schaden zuzufügen. Weil sie ihn liebte.
Sie oh in einen tiefen Wald, irrte dort tagelang ohne Essen und Trinken umher, bis sie so hungrig wurde, dass sie es nicht mehr aushielt.
Erst da verließ sie ihr Versteck, um sich vorsichtig einem Markt zu nähern, wo es Essbares zu kaufen gab. Es herrschte reges Treiben dort, alle waren irgendwie beschäftigt, und so hoffte Yira, dass niemand sie bemerken würde.
 Ihr fehlte das Geld, das man auf dem Planeten Erde braucht, um etwas zu kaufen, also blieb ihr nichts anderes übrig, als sich heimlich etwas von den Obst- und Gemüsebergen zu nehmen. Geduckt schlich sie an einen der Stände heran, streckte die Hand aus und versuchte nach einem großen Apfel zu greifen, doch bevor sie ihn erreichte, wurde sie von hinten gepackt.
„Hier will jemand stehlen!“, rief eine zornige Männerstimme. Entsetzt drehte Yira sich um und bei der heftigen Bewegung fiel ihr wieder die Kapuze vom Kopf.
„Das ist sie!“, schrie nun eine Frau aus der Menge. „Die Fremde ist noch da!“
Yira hatte das Gefühl, dass sie von tausend Händen grob gepackt wurde und tausend böse Blicke sie hasserfüllt anstarrten. Sie schloss die Augen und spürte nur noch, wie sie mit Gewalt fortgeschleppt und von tausend trappelnden Füßen verfolgt wurde.
Als sie schließlich stehen blieben und Yira die Augen wieder öffnete, fand sie sich, von der aufgebrachten Menge umzingelt, vor dem Portal zwischen ihren beiden Welten wieder. Sie erschrak, als sie unter ihren Verfolgern auch Jonathan entdeckte, der sie wortlos anstarrte. Seinen Blick konnte sie nicht deuten. War auch er voller Wut oder hatte er Angst um sie? Aus Liebe zu ihm wollte sie nicht mehr zurück auf ihren eigenen Planeten. Was aber, wenn er sie nicht mehr liebte?
„Tötet sie, sonst wird sie uns Krieg und Unheil bringen!“, schrie jemand aus der Menge, und sofort wiederholten tausend Stimmen: „Tötet sie, tötet sie!“
Yira versuchte sich zu sammeln, sich auf ihre magischen Kräfte zu besinnen, hob die Hände, um sie gegen die Menschen zu richten, die sie umbringen wollten, und rief die magischen Worte der Hüterin. Auch wenn sie ihr selbst nicht mehr helfen würden, so wollte sie mit ihnen das Portal für immer verschließen, um die Bewohner von Neiji vor den Erdbewohnern zu schützen.
Schon im selben Augenblick erhielt sie einen mächtigen Stoß, der sie zu Boden stürzen ließ. Der große Mann, der sie umgestoßen hatte, beugte sich über sie, einen schweren Knüppel in den erhobenen Händen, den er ein paarmal auf die wehrlose Yira niedersausen ließ. Sie verlor das Bewusstsein und rührte sich nicht mehr.
„Nein!“, schrie Jonathan verzweifelt. Er löste sich aus der Menge, rannte zu ihr und warf sich über sie, wobei er bittere Tränen vergoss. Augenblicklich trat Stille ein, niemand traute sich, etwas zu sagen. Alle waren vom Anblick der reglosen Yira und des weinenden Jonathan tief betroffen.
Eine Weile verging, ohne dass Yira sich bewegte. Lebte sie noch? „Yira“, jammerte Jonathan, „bitte, wach doch auf!“
Da endlich öffnete sie die Augen und blickte ihn voller Liebe an. Alle atmeten auf. Die erkennbar große Liebe der beiden ließ alle Wut in ihnen plötzlich verstummen, ließ sie den Krieg zwischen ihren beiden Welten vergessen und bewirkte, dass alle von nun an nur noch in Frieden leben wollten. Die Liebe zweier Herzen hatte den Krieg für immer besiegt!

Nora,10, Lena D., 13, Viktoria,10

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