Philosophische Geschichten – kreativ denken, schreiben und illustrieren
Projektdaten:
- Titel: Philosophische Geschichten - kreativ denken, schreiben und illustrieren
- Bündnispartner 1: DRK Hort "Haus der Elemente" der Leibniz-Grundschule Schkeuditz, Ringstraße 8, 04435 Schkeuditz
- Bündnispartner 2: Stadtbibliothek Schkeuditz, Bahnhofstraße 9, 04435 Schkeuditz
- Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis im Freistaat Sachsen e.V., Neue Straße 1c, 04703 Leisnig OT Börtewitz
- Autorenpate: Thomas Leibe, geboren 1977 in Halle/Saale, selbständig, freiberuflich als Illustrator und Autor. Gelernter Stuckateur und Gestaltungstechnischer Assistent, Redaktionsleiter. Leitung verschiedener künstlerischer Schulprojekte in Mitteldeutschland. betreibt in Halle/Saale das Laden-Atelier "byLEIBE". Mitglied im Friedrich-Bödecker Sachsen und Sachsen-Anhalt und im Berufsverband bildender Künstler.
- Zeitraum: 14.07.2025 - 18.07.2025
- Format: Modul 5 (Kompaktmodul ohne Übernachtung)
- Ort: Schkeuditz
- Bundesland: Sachsen
Downloads zur Autorenpatenschaft
Über nachfolgende Links können Sie sich die Broschüre mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF herunterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.
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Projektbeschreibung
Philosophieren mit Kindern.
Den Teilnehmenden der Schreibwerkstatt werden die großen Fragen der Menschheit gestellt. Um Antworten zu finden, werden die Kinder auf eine Reise geschickt. Diese Reise werden die Kinder in Gedanken erleben und dabei Geschichten erfinden - Geschichten, in denen sie Menschen begegnen, die ihnen bei der Suche nach den Antworten helfen können.
Dies fördert die Phantasie und Vorstellungskraft. Zudem lernen Sie das Fragen und Hinterfragen. In der Schreibarbeit geht es dann darum, dass die Kinder in der Lage sind die Bilder aus Ihrem Kopf zu beschreiben, in Worte zu fassen und in einer literarischen Sprache aufzuschreiben. Das bereichert den Wortschatz und fördert eine kreative Sprache.
Der Dialog wird dabei ein zentrales literarisches Stilmittel, das die Charakterisierung, die Handlung und den Gesamteindruck der Geschichten maßgeblich beeinflusst. Zu den Geschichten werden von den kleinen Autor*innen selbst und weiteren Kindern Illustrationen unter Anleitung des Künstlers Joachim R. Niggemeyer angefertigt. Die Ergebnisse werden in einer Lesung und Ausstellung vor Publikum präsentiert.
Bilder zur Autorenpatenschaft
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Texte der Autorenpatenschaft
Eine wichtige Frage
In dieser Geschichte geht es nicht um Zeit, Mut, nicht um mich
und auch nicht darum, ob man alles kaufen kann. Es geht um Karl
und um Folgendes ...
Karl war elf Jahre, hatte lange hellbraune Haare, war sehr scheu
und sprach etwas quietschig. Er hatte rote Augen und ein wunderschönes
Lächeln. An einem sommertollen Tag, ging er zu
seiner besten Freundin Aphrodita. Sie war zwölf und trug ein
pinkes Kleid. Karl wollte mit ihr in ihrem riesengroßen Pool
schwimmen. Während des Schwimmens fragte Karl Aphrodita:
„Gibt es Dinge die man nicht erklären kann?“ Diese Frage beschäftigte
ihn, seit dem Moment, als er an einem heißen Tag
durchs Städtchen ging. Er latschte auf dem Bürgersteig vor sich
hin und ging immer weiter den Bürgersteig entlang, bis er irgendwann
stehenblieb und sich umdrehte. Da war hinter ihm
eine große Pfütze, groß wie einen See und er dachte sich, bin ich
jetzt übers Wasser gelaufen? Gibt es Dinge, die man nicht erklären
kann?
Da seine Freundin Aphrodita keine Antwort wusste, meinte Karl:
„Mach dich auf die Reise und finde eine Antwort heraus!“ Aphrodita
ging also in die weite Welt und suchte nach der Antwort.
Als erstes ging zu einem Bauern mit blauen Augen und gelben
Gummistiefeln, dem gerade seine rote Mütze in den Nacken
gerutscht war und fragte ihn: „Gibt es Dinge, die man nicht
erklären kann?“ Der Bauer sagte: „Ja, Ich kann zum Beispiel nicht
erklären, warum die Ernte so schlecht war.“ Aphrodita ging
weiter. Da sah sie einen Fischer mit roter Wollmütze und Latzhose.
Er hatte schwarze Haare und dicke Augenbrauen. Seine runde
Nase erinnerte an einen großen Angelhaken. Aphrodita fragte
ihn: „Gibt es Dinge, die man nicht erklären kann?“ Der Fischer
kaute mit ungeputzten Zähnen auf seinen raspeligen Lippen,
während er überlegte. Dann kratzte er sich seinen grauen struppigen
Bart und antwortete: „Ja“, sagte er, „weil mein Opa Veganer
war, aber von einem Hai gefressen wurde.“ Aphrodita hatte keine
Lust dem Drama weiter zuzuhören und schlenderte weiter. Sie
traf einen Schauspieler mit einer Augenmaske. Er trug lange
schwarze Haare und einen Umhang. Aphrodita fragte ihn: „Gibt
es Dinge, die man nicht erklären kann?“ Der Schauspieler sagte:
„Ja, wenn meine Kollegen einfach so von der Bühne hopsen,
obwohl sie es gar nicht sollen.“
Aphrodita machte sich weiter auf den Weg und traf einen Christen.
Er trug einen Wollpullover und eine Halbglatze unter seiner
runden Kappe. Aphrodita frage ihn: „Gibt es Dinge, die man nicht
erklären kann?“ Der Christ sagte: „Ja, warum will Gott das wir
sterben?“
Aphrodita ging wieder zu Karl und sagte: „Jetzt weiß ich die
Antwort. Für jeden gibt es Dinge die man nicht erklären kann,
aber für jeden sind es andere Dinge.“
Julius

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