Nachbarschaften

Projektdaten:

  • Titel: Nachbarschaften
  • Bündnispartner 1: Oderbruch Museum Altranft, Am Anger 27, 16259 Bad Freienwalde, OT Altranft
  • Bündnispartner 2: Salvador Allende Oberschule Wriezen, Hospitalstraße 36a, 16269 Wriezen
  • Bündnispartner 3: Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg e.V., Lindenstraße 5, 15230 Frankfurt (Oder)
  • Autorenpatin: Franziska Fischer, geb. 1983 in Berlin. Schrieb schon als Kind gern Geschichten, studierte aber zunächst Germanistik und Romanistik in Potsdam und verbrachte einige Zeit in anderen Ländern. Nebenbei arbeitete sie als Lektorin. Inzwischen veröffentlicht sie Gegenwartsliteratur und Jugendbücher.
  • Zeitraum: 12.02.2025 - 20.12.2025
  • Format: Modul 6 (Ganztagsmodul)
  • Ort: Wriezen
  • Bundesland: Brandenburg

Downloads und Presselinks zur Autorenpatenschaft

Über nachfolgende Links können Sie sich Pressemitteilungen anschauen und das Buch mit den Projektergebnissen nach Fertigstellung als PDF runterladen. Zur Ansicht wird ein PDF Reader benötigt.

Download des Buchs (PDF)

Inhalt des Buchs

Projektbeschreibung

Die Schreibwerkstatt soll dazu dienen, mithilfe literarischer Ausdrucksmöglichkeiten Zugang zum eigenen Schreiben zu finden. Dafür wird mit den Teilnehmenden u. a. über unterschiedliche Textgattungen gesprochen, vor allem soll jedoch die Eigenkreativität angeregt werden.
Gemeinsam werden sich die Teilnehmenden erarbeiten, wie man Figuren vielschichtig entwickelt und von Figuren ausgehend die eigentliche Story findet. Anhand verschiedener Schreibübungen und Schreibspiele, sowohl allein als auch in kleineren Gruppen, werden sie ihre Figuren besser kennenlernen und an das Schreiben einer Geschichte herangeführt.
Andere künstlerische Aspekte, wie beispielsweise Illustrationen, können ebenfalls umgesetzt werden. Ziel soll es sein, im Verlaufe der Werkstattzeit eine eigene Kurzgeschichte zu verfassen. Erste Textversionen können innerhalb der Gruppe besprochen und überarbeitet werden.

Bilder zur Autorenpatenschaft

Texte der Autorenpatenschaft

Umzug 

Hubert Sasuke saß mit seinem Vater in einem Zug und sie sausten durch einen Wald in die Berge. Denn er und sein Vater wollten umziehen, aber sie hatten kein Auto, da blieb ihnen nur noch der Zug.
Sein Vater stand im Abteil und wühlte durch die Sachen und sagte: „Sasuke, hast du auch wirklich die Bücher eingepackt?“
„Ja, Vater, sie sind aber hinter den großen Kisten, wo du sie nicht sehen kannst.“
Sein Vater setzte sich wieder und entspannte sich. Wenig später wurde die Schiebetür ihres Abteils aufgeschoben und der Schaffner stand da. „Die Fahrkarten, bitte“, brummte er.
Sasukes Vater wühlte in seiner Tasche, fand sie aber nicht. Da sagte Sasuke: „Papa, sie liegen auf deinem Sitz.“
„Danke, Sasuke.“ Er nahm sie und gab sie dem Schaffner.
Der guckte sie sich an und gab sie zurück. „Schönen Tag.“
„Danke, gleichfalls“, sagte Sasukes Vater.
Der Schaffner verließ das Abteil. Da sagte eine Stimme: „Wir halten an der nächsten Haltestelle.“
„Komm, Sasuke, die nächste Haltestelle ist unsere.“
Sasuke und sein Vater packten alles ganz schnell zusammen und standen auch schon wenige Minuten an der Haltestelle. Dort warteten sie auf einen Bus, der sie eigentlich in zehn Minuten abholen sollte, aber er kam nicht, noch nicht mal in einer Stunde kam der Bus. Sasuke und sein Vater zweifelten, ob der Bus überhaupt noch kommen würde. Aber der Bus kam zum Glück noch, zwar erst zwei Stunden später, aber er kam und da waren sie froh.

Fabio Llanes und Nic R.

 

Fußball

Sasuke ging durch die Gassen von Vadronia, er kam gerade vom Fußballtraining. Er wollte nach Hause und seinem Vater die frohe Botschaft mitteilen, dass der Trainer zu ihm gesagt hatte, wenn er so weitermacht, kommt er in die Nationalmannschaft von Deutschland. Als er auf die Uhr guckte, sah er, dass es schon 23 Uhr war, also begann er zu rennen. Als er vor seinem Haus stand, sah er, dass sein Vater schon da war.
Sasuke kramte den Schlüssel aus seiner Sporttasche und schloss die Tür auf. Als er reinkam, hörte er seinen Vater in der Küche. Er schmiss seine Sporttasche in den Flur und ging in die Küche. „Papa, ich bin da.“
„Wo hast du denn gesteckt, Sasuke?“
„Das Fußballtraining hat so lange gedauert. Ich habe eine gute Neuigkeit, nämlich, wenn ich so weitermache, kann ich in der Nationalmannschaft spielen. Ist doch gut, oder?“
„Ja, das ist sogar sehr gut! Ich freu mich für dich, mach weiter so. Aber jetzt musst du erst mal essen, du hast bestimmt sehr großen Hunger, oder?“
„Ja, das habe ich, was gibt es denn Schönes?“
„Heute gibt es ein großes Schnitzel.“
„Hast du das gemacht? Wenn ja, dann esse ich heute doch lieber nicht.“
„So schlimm ist es doch auch wieder nicht.“
„Na ja, meins ist das nicht so. Können wir nicht zu MC gehen?“
„Na gut, aber nur, weil du so gute Fortschritte gemacht hast. Und Sasuke, ich habe auch eine Überraschung für dich, nämlich, wir fahren morgen auf ein Festival. Dein Lieblingssong Alles kaputt wird da auch gespielt. Ach, und Hänschen klein Ravet Allein ist doch was für dich, oder?“
Weiter kam er nicht, denn Sasuke fiel ihm um den Hals. „Danke, Papa, ich liebe dich!“
Nachdem Sasuke und sein Vater bei MC gegessen hatten, ging Sasuke ins Bett, um am nächsten Tag ausgeruht zu sein, denn er hatte ein Spiel, das entscheidend war, ob er mit seiner Mannschaft Meister werden würde oder nicht und ob er Torschützenkönig werden würde oder nicht. Wahrscheinlich aber schon, denn er hatte bis jetzt einen Rekord aufgestellt: 50 Tore in einer Saison in der Jugendmannschaft , und selbst in der Erwachsenenmannschaft waren es bisher nur 56 Tore in einer Saison.
Am nächsten Tag wachte Sasuke gut gelaunt und ausgeruht auf, und ihm drang der leckere Duft von Käsebrötchen in die Nase. Das bedeutete, dass sein Vater schon Frühstück gemacht hatte, also ging er in die Küche, wo sein Vater gerade noch Pfannkuchen machte, und auf dem Tisch standen die frisch gemachten Brötchen.
Als er reinkam, begrüßte ihn sein Vater freundlich: „Morgen, mein Fußballstar, wie geht es dir so?“
„Mir geht es sehr gut, habe richtig gut geschlafen! Papa, kommst du heute zu meinem Fußballspiel?“
„Weißt du, mein Sohn, ich muss heute auf eine Geschäftsreise für ein paar Tage, tut mir leid. Ich wollte eigentlich kommen, aber mein Geschäftsführer hat den Plan geändert.“
„Ja, ja, ich weiß, die Arbeit ist dir wichtiger als dein eigener Sohn.“
„So war das nicht gemeint. Ich kann dich verstehen, aber wir brauchen das Geld, sonst können wir uns den Luxus bald nicht mehr leisten. Das weißt du doch.“
„Ja, ich weiß. Ich muss los, sonst komme ich noch zu spät, und das ist richtig ungünstig. Du bist also ein paar Tage nicht da. Das heißt, ich bin alleine, stimmt’s?“
„Nein, deine Oma kommt, um auf dich aufzupassen.“
„Bin ich so schlimm, dass ich einen Babysitter brauche?“
„Nein, nur möchte ich, wenn ich nach Hause komme, noch ein ganzes Haus haben. Also viel Spaß noch, du musst los, in einer halben Stunde ist schon Anpfiff!“
„Ich weiß, tschüss!“
Als Sasuke durch die Gassen von Vadronia rannte, sah er schon das Stadion. Er rannte noch schneller. Als er in der Kabine ankam, waren schon alle da und machten die Teambesprechung. Sasuke zog sich schnell um und ging zu ihnen. Zehn Minuten später gingen sie auf das Spielfeld, um zu spielen und im besten Fall zu gewinnen, doch in der ersten Halbzeit lief es nicht gut für sie. Doch in der zweiten Halbzeit holten sie immer mehr auf. Als Sasuke dann noch das Tor zum Unentschieden schoss, war alles wieder drin, doch gerade als Sasuke schießen wollte, wurde er hart gefoult in der Absicht, dass er den Schuss nicht mehr machen konnte. Aber weit gefehlt, denn der Schiri pfiff ab und gab einen Freistoß. Sasuke war sich nicht sicher, ob er den machen konnte, doch der Schiri zeigte nun ungeduldig auf den Elfmeter. Es gab kein Zurück mehr! Als er schießen wollte, war plötzlich ein Mann hinter dem Tor und zeigte unauffällig auf die rechte Ecke. Sasuke schoss, er wusste nicht, wieso, aber er vertraute dem Fremden.

Nic R. Hubert

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